Aktuelles aus dem BDKJ http://www.bdkj.de de-de BDKJ Tue, 11 Dec 2018 20:56:41 +0100 Tue, 11 Dec 2018 20:56:41 +0100 TYPO3 EXT:news news-894 Mon, 10 Dec 2018 20:38:52 +0100 Die COP24 sollte keine Zeitverschwendung sein! https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/die-cop24-sollte-keine-zeitverschwendung-sein/ Bei UN-Klimakonferenz in Polen treffen sich Vertreter*innen von Politik, Wissenschaft und Interessengruppen, um die weltweiten Klimaziele zu beraten. Seit Sonntag, den 2. Dezember, findet die 24. Vertragsstaatenkonferenz (Conference oft the Parties, COP24) Katowice, Polen statt. Bis Freitag, den 14. Dezember, treffen mehrere hochranginge Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und von Interessengruppen zusammen, um gemeinsam über das historische Übereinkommen von Paris (COP21) von vor drei Jahren zu beraten. Nachdem dort grundlegende Verpflichtungen für alle Vertragsstaaten festgehalten und gleichzeitig ein Arbeitsprogramm als Grundpfeiler für die nun bestehenden Verhandlungen erstellt wurden, liegt es nun im Ermessen der beteiligten Akteur*innen, welche konkreten Maßnahmen des Pariser Klimaabkommens umgesetzt werden. Das in Paris angepriesene „Regelbuch“, welches die globalen Klimaschutzziele für alle Vertragsparteien legitimiert, soll nun endlich vervollständigt werden. Unter dem Jubel von Paris waren die Ambitionen und Ziele sehr hoch. Nun ist viel Zeit vergangen.

Seit Paris im Jahr 2015 hat sich dennoch wenig verändert. In sechs Sitzungen der drei UNFCCC-Organe, die für die rechtzeitige Erstellung des Arbeitsprogramms zuständig sind, folgte unter dem Schlussstrich ein über 300 Seiten langes Papier mit „gemeinsamen Überlegungen“. Die Länge des Papiers impliziert die langsamen Fortschritte sowie die klärungsbedürftigen Anliegen der Akteur*innen. Es bestand Uneinigkeit im Hinblick der Ausgewogenheit der Verhandlungsstränge zwischen Industrie- und Entwicklungsstaaten. Diese teils immer noch ungelösten Probleme machten den Start der COP24 nicht gerade einfach und könnten aktuell sogar noch die Verabschiedung des Regelbuchs gefährden.

Welche Themen stehen auf der Tagesordnung?

Neben den konkreten Maßnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, worunter etwa Minderungsmaßnahmen (also die Reduzierung der Treibhausgasemissionen) und die Entwicklung und Weitergabe von Technologie fallen, wird auch über die Klimafinanzierung, die Anpassung der nationalen Klimaschutzpläne sowie Menschenrechte im Regelbuch beraten. Die Themenvielfalt ist groß. Für die Verhandlungsvorsitzenden wird es insgesamt schwierig, welche Punkte für das Regelbuch festgeschrieben werden müssen und welche vielleicht sogar erst noch nach hinten verschoben werden.

Kritik an der COP24

Aufgrund des holprigen Starts und unterschiedlichen Ansichten der Vertragsparteien ist die Gefahr sehr groß, dass nur erste Teile des Regelbuchs festgeschrieben wird. Gleichzeitig könnte ein weiteres Ergebnis der Verhandlung sein, dass ein Fahrplan darüber erstellt wird, wann die Verabschiedung des vollständigen Regelbuchs stattfindet. Diese Fahrlässigkeit in den Verhandlungen ist ein Indiz dafür, dass die Vertragsparteien auch in der Umsetzung nicht den Ernst der Sache wahrnehmen. Dies wirft kein gutes Licht auf die wichtigsten Vertreter*innen einer Weltklimakonferenz, da diese sich in der Pflicht sehen sollten, mit ambitionierten Plänen der Weltgemeinschaft einen Fahrplan in die richtige Richtung zu präsentieren. Die Zivilgesellschaft und insbesondere Verbände und Interessengruppen drängen immer stärker auf den Willen der Verhandelnden, endlich Ergebnisse zu präsentieren, damit das 1,5-Grad-Ziel eingehalten werden kann. Es kann nicht an technischen Einzelheiten und Kleinigkeiten liegen, welche die Verhandlungen immer weiter nach hinten verzögern. Es ist schließlich Zeit zu handeln!

Jugendverbände auf der COP24

Auch für unsere Jugendverbände spielt das Thema Klimaschutz eine wichtige Rolle. Zum ersten Mal ist auch die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) offiziell als Beobachterorganisationen akkreditiert und nimmt an der Konferenz teil. Die sechsköpfige Delegation hat bereits an einer Vielzahl von Veranstaltungen teilgenommen, wie dem „Climate March“, der offiziellen Demo zur COP 24 am 08. Dezember 2018. Die Delegation könnt Ihr insbesondere in den Sozialen Medien verfolgen, wie zum Beispiel auf Instagram oder Twitter.

Weitere Infos zur COP24

 

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news-893 Sat, 08 Dec 2018 21:14:25 +0100 Könige zu Gast im Wallfahrtsort Altötting https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/koenige-zu-gast-im-wallfahrtsort-altoetting/ Der BDKJ und das Kindermissionswerk freuen sich auf 2.600 Sternsinger*innen bei der bundesweiten Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen 2019 Eines steht fest: So viele Könige hat der Wallfahrtsort Altötting noch nie zu Gast gehabt. Rund 2.600 Sternsinger sowie rund 500 jugendliche und erwachsene Begleitende aus 150 Pfarrgruppen werden am 28. Dezember nach Altötting kommen, um die 61. Aktion Dreikönigssingen feierlich zu eröffnen.

„Ich freue mich darauf, so viele Kinder und Jugendliche in bunten Sternsinger-Kostümen bei uns in Altötting begrüßen zu dürfen. Das wird sicher ein großartiges Erlebnis, an das sich viele noch lange erinnern werden“, so Dr. Stefan Oster SDB, Bischof von Passau. „Besonders beeindruckt mich dabei, dass es sich beim Sternsingen um die weltweit größte Solidaritätsaktion von jungen Menschen für junge Menschen handelt. Deshalb danke ich allen, die Zeit und Mühe darauf verwenden.“

Auch Wolfgang de Jong, Jugendpfarrer der Diözese Passau und BDKJ-Präses Passau, freut sich auf die bundesweite Eröffnung: „Das gibt sicherlich ein schönes Bild ab, wenn gut 2.600 Sternsinger in Altötting mit ihren bunten Gewändern von der Basilika hinauf zum Kapellplatz ziehen und dann ihren Segensspruch am Rathaus anschreiben. Es freut mich sehr, dass wir in der Stadt, bei den Geschäftsleuten und der gesamten Bevölkerung auf offene Türen stoßen und sich alle auf diese Aussendungsfeier freuen!“

Rund 150 beteiligte Helferinnen und Helfer werden bereit stehen, um diesen Tag erfolgreich mitzugestalten. Sie werden bei Workshops, bei Lotsen- und Ordnerdiensten und bei der Essensausgabe im Einsatz sein. „Die Bereitschaft zur Mithilfe ist enorm: Es freuen sich bereits viele auf die Veranstaltung und sind sich einig, dass es etwas ganz Besonderes ist, so viele Sternsinger/innen zu sehen und aktiv bei der bundesweiten Eröffnung die Organisatoren zu unterstützen“, so Silvia Spielbauer, Ministrantenreferentin im Bistum Passau.

Sternsinger an der Seite von Kindern mit Behinderung „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit!“ heißt das Leitwort der 61. Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 300.000 Sternsinger von Tür zu Tür ziehen werden. Die Sternsinger stellen sich bei der kommenden Aktion an die Seite von Kindern mit Behinderung. „Das ist besonders wichtig, denn es ist trauriger Alltag in vielen Ländern der Welt, dass Kinder mit Behinderung oftmals von ihren eigenen Familien versteckt werden und keinerlei medizinische, soziale oder psychologisch angemessene Begleitung erfahren“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’. „Es ist entscheidend, dass bestehende Ängste und Vorurteile vor dem Unbekannten in Gesellschaften abgebaut werden und dass wir die Potenziale der Kinder entfalten und fördern. Und dazu tragen auch die Sternsinger mit ihrer aktuellen Aktion bei.“

Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), würdigt das große Engagement der Kinder und Jugendlichen in Deutschland: „Mit all ihren Facetten und regionalen Unterschieden ist die Aktion Dreikönigssingen ein wichtiger Bestandteil der Jugendpastoral in Deutschland. Die Sternsinger gehen zu allen Menschen, egal welcher Konfession. Sie tun was sie sagen: Sie bringen den Segen Gottes und sind selbst ein Segen. Das macht sie so authentisch.“

Die 61. Aktion Dreikönigssingen startet am 28. Dezember ab 9.30 Uhr mit der Begrüßung aller Beteiligten in der Basilika in Altötting. Um 10 Uhr beginnt dann die Aussendungsfeier mit einem Wortgottesdienst. Nach dem Zug der Sternsinger zum Kapellplatz und einem Stopp am Rathaus von Altötting, gibt es anschließend ein buntes Mitmachprogramm. Auch das neue Sternsingermobil ist vor Ort und kann von den Mädchen und Jungen spielerisch entdeckt werden. Ein gemeinsames Gebet auf dem Kapellplatz rundet die Eröffnung der 61. Aktion Dreikönigssingen ab.

Gruppen aus 11 Bistümern sind in Altötting dabei. Den weitesten Anreiseweg haben sicherlich die Sternsinger aus Langeoog, sie vertreten das Bistum Osnabrück. In Altötting werden sie den Sternsinger-Stern übernehmen, der im Vorfeld der Eröffnung im gesamten Bistum Passau zwischen den Sternsinger-Gruppen weitergegeben wurde. Die rund 800 Kilometer von Altötting nach Langeoog legt der Stern jetzt sicherlich im Zug zurück, danach aber wird er wieder wie ein Staffelstab von Hand zu Hand gehen. Seine letzte Station im Bistum Osnabrück hat er dann bei der bundesweiten Eröffnung der 62. Aktion Dreikönigssingen im Dezember 2019.

Sternsinger haben starke Partner - lokal und bundesweit In der Adventszeit bekommen die Sternsinger Unterstützung von lokalen Unternehmen. So wird die Confiserie Dengel ein Pralinen-Set anbieten, die Kilwing Weihrauch-Manufaktur verkauft Dreikönigsweihrauch und die Bäckerei Georg Beer hat leckeres Gebäck im Angebot. Alle drei Unternehmen spenden einen Teil des Erlöses an Projekte der Sternsinger.
Die Veranstaltung wird zudem unterstützt vom Wallfahrts- und Tourismusbüro der Stadt Altötting, vom Bauhof der Stadt Altötting, vom Kongress + Kultur Forum Altötting, vom Chor „Mirjam“, von der Bläsergruppe „Georgsbläser“, von den Maltesern und dem Bayerischen Roten Kreuz.

Hinter den 300.000 engagierten Mädchen und Jungen, die bundesweit von Tür zu Tür gehen, stehen zwei starke Partner: Das Hilfswerk der Sternsinger und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Gemeinsam blicken beide Akteure auf eine erfolgreiche Geschichte zurück, denn seit ihrem Start im Jahr 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Insgesamt haben die Sternsinger bisher über eine Milliarde Euro gesammelt. Weltweit konnten dadurch mehr als 73.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert werden.

Herausgeber:
Kindermissionswerk "Die Sternsinger" e.V.

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news-892 Tue, 04 Dec 2018 22:15:53 +0100 Das Jugendfreiwilligenjahr - die richtige Antwort! https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/das-jugendfreiwilligenjahr-die-richtige-antwort/ Der BDKJ-Bundesvorstand begrüßt die Initiative von Bundesfamilienministerin Giffey zu einem Jugendfreiwilligenjahr mit Rechtsanspruch. „Wenn das Konzept umgesetzt werden kann, ist dies ein wichtiger Beitrag dazu, dass zukünftig noch mehr junge Menschen einen Freiwilligendienst absolvieren, dabei gut begleitet sind und auch finanziell nicht noch drauflegen müssen“, betont BDKJ-Bundespräses Dirk Bingener. „Wir begrüßen eine mögliche Erhöhung der Zuschüsse für die pädagogische Begleitung und des Taschengeldes im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und im Bundesfreiwilligendienst (BFD). Auch ein Beitrag zu den ÖPNV Kosten der Freiwilligen wäre richtig“, ergänzt Pfarrer Bingener.

Neben einer besseren finanziellen Ausstattung der bestehenden Dienstformate sieht das gestern von Bundesfamilienministerin Giffey in Berlin vorgestellte Konzept vor, die Wertschätzung eines Freiwilligendienstes zu steigern. Dies soll beispielsweise durch eine bessere Anerkennung von Freiwilligendienstzeiten an Universitäten und in der Berufswelt gewährleistet werden. Geplant ist darüber hinaus - stärker als bisher - die Förderung und Inklusion von jungen Menschen in besonderen Lebensumständen.

„Wir finden den Ansatz der Ministerin richtig, auf freiwilliges Engagement zu setzen. Wie sehr unterscheidet sich dieser Ansatz von der Annahme, man könne junge Menschen zu einem Dienst zwingen. Insofern ist die verstärkte Förderung dieses bürgerschaftlichen Engagements die richtige Antwort auf die Dienstpflichtdebatte, die unter anderem auf dem kommenden CDU-Parteitag geführt werden wird“, so Bingener weiter.

Nun wird es aus Sicht des BDKJ darauf ankommen, das Konzept gemeinsam mit der Zivilgesellschaft auszugestalten und umzusetzen. Auch wenn es bereits im Jahr 2019 eine Erhöhung der Mittel geben wird, müssen die geplanten Maßnahmen noch mit weiteren Finanzmitteln hinterlegt werden. „Nur so wird ein Anstieg derer, die einen Freiwilligendienst in Deutschland absolvieren, dauerhaft gelingen“, betont Bingener.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

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news-890 Sun, 28 Oct 2018 11:22:36 +0100 Die Richtung stimmt! https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/die-richtung-stimmt/ BDKJ zieht überwiegend positive Bilanz zum Ende der Jugendsynode in Rom und fordert weitere Schritte in Deutschland. Zu der heute in Rom zu Ende gegangenen Jugendsynode zieht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein überwiegend positives Fazit. „Die Synode hat bewiesen, dass die Themen, die jungen Menschen wichtig sind, dann in der Kirche vorkommen, wenn man sie selbst fragt, auf sie hört und einen Dialog auf Augenhöhe mit ihnen führt. Dieses Prinzip gilt es nun auf allen Ebenen der Kirche - von der Pfarrei bis zur Ebene der Bischofskonferenz – fortzuführen“, sagte der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie, der als einer von insgesamt 49 Auditores (Gasthörer*innen) an der Synode teilnahm.

„Es war eine große Ehre für mich, hier bei der Synode die jungen Menschen aus Deutschland zu vertreten. Bei einigen Themen haben wir gute Fortschritte gemacht, beispielsweise bei der Frage nach Frauen in Leitung der Kirche. Die Umsetzung dieses Anliegens der Synode duldet nun keinen Aufschub und unsere Bischöfe in Deutschland sollen wissen, dass sie sich darin der vollen Unterstützung des BDKJ sicher sein können“, so Andonie.  

Ebenfalls bei der Jugendsynode besprochen wurde das Thema der sexualisierten Gewalt. „Es war wichtig, dass die Synode auch dieses Thema aufgegriffen hat. Dieses Unrecht muss – sowohl im Einzelfall, als auch strukturell – entschlossen aufgearbeitet, bekämpft und beendet werden!“, so der Bundesvorsitzende.

BDKJ-Bundespräses Pfr. Dirk Bingener zeigte sich erfreut darüber, dass das Thema der Begleitung junger Menschen auf der Synode breiten Raum einnahm. „Ich denke, es ist deutlich geworden, dass sich junge Menschen zuerst selbst die besten Begleiterinnen und Begleiter sind. Diese Fähigkeit braucht allerdings Ausbildung und Unterstützung. Wir dürfen die jungen Leute damit nicht im Stich lassen und brauchen wieder mehr geeignete Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Jugendpastoral“, so Bingener. Im Nachgang der Jugendsynode müsse intensiver darüber nachgedacht werden, wie neue Wege und Bedingungen für pastorale Berufe im Sinne des Beschlusses des BDKJ „Kirche bewirbt sich“ aussehen könnten. Es brauche eine Berufungspastoral, die alle jungen Menschen in den Blick nimmt und die von allen jugendpastoralen Akteuren aktiv mitgestaltet wird. „Ich halte den Dialog dazu jetzt für enorm wichtig“, so Bingener abschließend.

Kritik äußerte der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie im Hinblick auf die Frage des Umgangs der Kirche mit homosexuellen Partnerschaften: „Es scheint der Kirche unglaublich schwer zu fallen, Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. In der Bewertung dieser Frage stelle ich aber auch eine große Spannung unter den Bischöfen selbst fest.“

Der BDKJ war die gesamte Dauer der Synode über in Rom vertreten. In einer eigens eingerichteten Wohngemeinschaft (WG), dem sogenannten „Romeoffice“, empfingen Vertreter des BDKJ – darunter die Bundesvorsitzende Katharina Norpoth, der Bundesvorsitzende Thomas Andonie, Bundespräses Pfr. Dirk Bingener und Simon Linder, Referent für Kirchenpolitik und Jugendpastoral, – verschiedene Gäste zum intensiven Austausch. Zu den WG-Gästen zählten unter anderem Jugendbischof Stefan Oster SDB, Frère Alois, Prior von Taizé, Pater Clemens Blattert SJ, Experte bei der Jugendsynode und Gründer der Zukunftswerkstatt in Frankfurt a.M., Julia Braband, Vertreterin des Lutherischen Weltbundes bei der Jugendsynode, und Schwester Nathalie Becquart, ehemalige Leiterin der Jugendpastoral in Frankreich.

Hintergrund:
Bei der XV. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode haben rund einen Monat lang (3. bis 28. Oktober) Bischöfe und Laien aus aller Welt das Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ beraten. Insgesamt nahmen an der Synode 267 Bischöfe, 23 externe Fachleute und 49 Gasthörer*innen teil.

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news-889 Mon, 08 Oct 2018 10:22:06 +0200 Die Kirche der Gegenwart muss anders aussehen! https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/die-kirche-der-gegenwart-muss-anders-aussehen/ Statement des BDKJ zur Verweigerung des „Nihil obstat“ für Prof. Wucherpfennig. Zu der gestern durch die Presse bekannt gewordenen Verweigerung des „Nihil obstat“ (Unbedenklichkeitsbescheinigung) durch die Kongregation für die Glaubenslehre für den Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig, nimmt der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie in Rom wie folgt Stellung:

„Während wir in Rom auf der Jugendsynode – auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus – ganz offen unsere Meinung austauschen, wurde gestern durch Presseartikel bekannt, wie mit Geistlichen umgegangen wird, die mutig deutlich machen, was sich junge Menschen von der Kirche wünschen. Prof. Wucherpfennig hatte eine wertschätzende Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zum Ausdruck gebracht.

Wir halten es für einen unerträglichen Vorgang, Prof. Wucherpfennig deshalb das ‚Nihil obstat‘ zu verweigern. Hier missbrauchen Akteure der Kirche ihre Macht. Es wird versucht, einen Menschen kaltzustellen. Ein solches Vorgehen lehnen wir entschieden ab.

Das alles passiert an der Hochschule Sankt Georgen, an der sich viele junge Menschen aus unterschiedlichen deutschen Bistümern auf einen pastoralen Dienst in der Kirche vorbereiten. Damit hat dieser Vorgang große Signalwirkung im Hinblick auf den hauptberuflichen Nachwuchs in der Kirche sowie die theologisch-wissenschaftliche Landschaft in Deutschland.

Wir sind dem Bischof von Limburg, Georg Bätzing, ebenso dankbar wie dem Provinzial der Jesuiten, Johannes Siebner SJ. Beide haben sich laut eines Presseberichts für den Rektor der Hochschule stark gemacht. Wir bitten Papst Franziskus darum, sich persönlich in den Vorgang einzuschalten. Wir halten eine Rückgabe des ‚Nihil obstat‘ und eine öffentliche Aufklärung des Vorgangs für notwendig.

Wieder einmal geht es um die Glaubwürdigkeit der Kirche – diesmal während der Jugendsynode, auf der gerade einmal mehr deutlich wird, dass junge Menschen eine authentische und an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientierte Kirche wünschen. Eine Kirche mit Sprechverboten und ohne eine vielfältige Diskussionskultur ist eine Kirche der Vergangenheit. Die Kirche der Gegenwart muss anders aussehen.“

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news-888 Fri, 05 Oct 2018 16:11:41 +0200 Jugendsynode: Thomas Andonie spricht vor Papst und Bischöfen https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/jugendsynode-thomas-andonie-spricht-vor-papst-und-bischoefen/ BDKJ-Bundesvorsitzender und Auditor thematisiert in seinem Statement unter anderem die sexualisierte Gewalt durch Kleriker und die Rolle der Frau. Am heutigen Freitagvormittag hat Thomas Andonie, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Auditor bei der Jugendsynode in Rom, sein Statement in der Synodenaula gehalten. Vor dem Papst und den anwesenden Bischöfen sprach er als erstes Thema die sexualisierte Gewalt durch Kleriker an. Die weiteren Punkte seines Statements waren die Rolle der Frau, die Sexualmoral der Kirche und die Begleitung junger Menschen. Lesen Sie hier seine Rede in voller Länge:

„Sehr geehrter Papst Franziskus, liebe Teilnehmende der Synode,

ich bin Thomas Andonie, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, und vertrete über 660.000 junge Menschen, die in Deutschland in katholischen Jugendverbänden engagiert sind.

Aktuell treibt uns ein Thema besonders um: In Deutschland werden fünf Prozent aller Diözesanpriester von Mitte des letzten Jahrhunderts bis 2014 beschuldigt, sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt zu haben. Und nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, in Mexiko, in Australien, in Chile, überall ist es passiert und wir müssen davon ausgehen, dass es weiterhin passiert. Das ist eine Katastrophe.

Es braucht jetzt ein Hören auf und die Sorge um die Betroffenen, angemessene Entschädigungszahlungen, unabhängige Untersuchungen der Vertuschung, Übernahme der Verantwortung, Entfernung der Täter aus dem kirchlichen Dienst und standardisierte und strukturell abgesicherte Präventionsmaßnahmen. Aber: Das reicht nicht! Wir müssen klerikalistische Strukturen aufdecken. Es geht nicht um Einzelfälle, das Problem liegt im System! Keine Begründung für kirchenrechtliche Regelungen kann sich halten, wenn klar wird, dass durch sie sexualisierte Gewalt begünstigt wurde. Es gibt keinen Paragraphen im Kirchenrecht, der heiliger ist als die Würde eines Menschen! Jetzt zählen keine Worte mehr, es zählen nur noch Taten. Wenn die Kirche dieses Unrecht nicht entschlossen bekämpft und beendet, wird sie ihre Glaubwürdigkeit und das Vertrauen – besonders der jungen Menschen – nicht wiedererlangen. Dann ist alles umsonst, was wir hier besprechen.

Neben diesem wichtigen Thema möchte ich noch drei weitere ansprechen, die für junge Menschen das Thema ‚authentisch Kirche sein’ im Kern betreffen.

1. Zur Rolle der Frau: Wir können nicht weiterhin fünfzig Prozent der Bevölkerung von der Leitung der Kirche ausschließen. Viele junge Frauen finden aufgrund dieser Ungerechtigkeit in der Kirche keine Heimat mehr. Und mit der Frage der Leitung hängt auch die Frage der Weihe zusammen. In den Jugendverbänden arbeiten Frauen und Männer, Laien und Priester bereits gleichberechtigt und geschlechterparitätisch zusammen und zeigen, wie bereichernd es ist, so vielfältig Kirche zu sein.

2. Zur Sexualmoral der Kirche: Ein Großteil der jungen Menschen lehnt die Sexualmoral der Kirche, vor allem ihre Haltung zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, ab. Sie verstehen sehr gut, was die Kirche von ihnen fordert, vertreten aber– als getaufte und gefirmte Christinnen und Christen – schlichtweg eine andere Auffassung. Dabei sind ihnen Werte wie Treue und Verantwortung füreinander übrigens besonders wichtig. Nur wenn die Kirche bereit ist, diese Lebenswirklichkeiten anzuerkennen, wird sie in diesen wichtigen Fragen mit jungen Menschen neu ins Gespräch kommen können.

3. Zur Begleitung: In unseren Jugendverbänden unterstützen sich junge Menschen gegenseitig dabei, ihre Berufung zu finden. Dies entspricht unserem Grundsatz: Jugend leitet Jugend! Dazu brauchen sie allerdings eine gute Ausbildung und die Unterstützung guter Seelsorgerinnen und Seelsorger. Es bereitet uns große Sorge, dass in Deutschland immer weniger Menschen bereit sind, einen pastoralen Beruf zu ergreifen. Auch hier braucht es Veränderungen, um ein gutes personales Angebot für junge Menschen vorzuhalten! Berufungspastoral muss in ihrer Breite gedacht werden und selbstverständlicher Bestandteil einer vielfältigen Jugendpastoral sein.

Wir wissen, dass die Verwirklichung einer ‚authentischen Kirche’ auch in unserer Verantwortung liegt. Diesen Auftrag nehmen wir an! Und genau deshalb spreche ich hier offen zu Ihnen: Wir brauchen mehr Mitbestimmung durch junge Menschen! Lassen Sie uns offen diskutieren. Gehen Sie die Probleme, die ich benannt habe, konkret an. Fördern Sie die Dezentralisierung. Es ist Zeit, dem Auftrag Jesu und seinem Reich besser zu entsprechen! Vielen Dank.“

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news-887 Wed, 26 Sep 2018 17:22:49 +0200 „Post für den Papst“ - persönlich zugestellt! https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/post-fuer-den-papst-persoenlich-zugestellt/ BDKJ-Bundesvorstand übergibt im Vorfeld der Jugend-Synode tausende Postkarten mit Jugendwünschen an Papst Franziskus (Rom/ Düsseldorf, 26. September). Der Bundesverband der katholischen Jugend übergab in Rom tausende Postkarten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Papst Franziskus. Bei der Generalaudienz am heutigen Mittwoch überreichten Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender) und Pfarrer Dirk Bingener (BDKJ-Bundespräses) im Vorfeld der Jugendsynode persönlich die Postkarten der Aktion „Post an den Papst“. Der Papst nahm die bundesweit von jungen Katholik’innen erstellen Postkarten an und zeigte sich interessiert für die darin geforderten Anliegen der katholischen Jugend aus Deutschland.

„Lieber Papst Franziskus…“ so lautet die Aufschrift jeder Karte und viele nutzten die Chance dem Papst direkt zu schreiben: "Ich wünsche mir Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit und damit Perspektive für die Zukunft", so Johannes (19)."Die Gottesdienste sollten lockerer und fröhlicher werden. Außerdem sollten Pfarrer heiraten dürfen, auch Frauen sollten Pfarrer werden", so Lina (14). Neben diesen häufig genannten Veränderungswünschen gab es für den Papst aber oft einfach auch Lob und Ermutigung, beispielsweise von Alessia (14): "Ich finde du machst einen tollen Job!"

Pfarrer Dirk Bingener (BDKJ-Bundespräses) freut sich über die große Resonanz der Aktion: „Die vielen persönlichen Zeilen an den Papst zeigen, dass jungen Menschen etwas an der Kirche liegt und sie bereit sind, ihre Meinung zu sagen und sich aktiv einzubringen.“

Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender), der als „Auditor“ bei der Jugendsynode die Themen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Beratungen einbringen wird, erklärte zum Inhalt der Postkarten: „Neben einem häufig geäußerten grundsätzlichen Wunsch nach Veränderung beispielsweise im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gab es auch sehr viele konkrete Themen: Junge Menschen wünschen sich eine jungendgerechte Liturgie und zeitgemäße Sprache, mehr Mitbestimmung in der Pfarrei, Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement und gute Seelsorger*innen".

Der Start der Postkartenaktion erfolgte auf dem Katholikentag 2018 in Münster und auch danach gingen zahlreiche Karten in der BDKJ-Bundesstelle in Düsseldorf ein. Absender waren sowohl Jugendverbandsgruppen als auch Jugendliche aus Schulen, Firm- und Jugendgruppen der Pfarreien.

Foto: Vatican Media

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news-886 Wed, 26 Sep 2018 12:17:19 +0200 Schaukeln, Papst und Pastoral https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/schaukeln-papst-und-pastoral/ Ein Treffen mit dem Jugendzentrum legt viele Gemeinsamkeiten zu Tage Letzter Tag in Kaunas. Nach dem Besuch im Fort IX und dem Austausch mit der Kolping geht es zum letzten Termin.

Wir laufen die Hauptstraße auf und ab und finden den Eingang zum Jugendzentrum nicht. Oder vielleicht doch. Das Navi führt uns immer wieder zu einem Laden, an dem bunte Tücher, Räucherkerzen und Patchwork Decken im Eingang hängen. Eigentlich kann es das nicht sein, wir Fragen aber nach. Die Dame nickt und führt uns quer durch den Laden durch eine große Holztür zu einer noch größeren Holztreppe. Die Gruppe geht hoch und zwei junge Frauen stehen in der Tür und begrüßen uns sehr freundlich. Wir halten uns links und gehen in einen großen Raum in dem mitten drin eine Schaukel hängt. Davor steht ein Tisch voller Snacks, Getränken und einer winkenden Papstfigur. Wir setzen uns und die zwei Damen, von denen eine noch ganz heiser vom Papstbesuch ist, erzählen uns. Über Jugendliche, das Zentrum, die Diözesen in Litauen und die „Probleme“ mit der Jugend. Thematisch kommt uns das irgendwie vertraut vor. Wir lachen viel und berichten uns über die Kirche in beiden Ländern. Was sind unsere Herausforderungen? Was braucht die Jugend? Was wollen wir für Jugendliche in unserer Kirche erreichen? Auch da können wir viele Parallelen feststellen. Junge Menschen verlassen ihre Gemeinden für Studium und Ausbildung, die Pastoral vor Ort wird nicht mehr so gelebt wie früher, die Kirche scheint zu veralten.

In diesen wunderschönen Räumlichkeiten sind sich jedoch alle einig. Die Kirche veraltet nicht. Es gibt viele junge, engagierte Menschen. Klar scheint aber auch: Wir müssen uns verändern. Das Kirchen- und Gemeindeleben funktioniert nicht mehr wie vor 20 Jahren. Wir brauchen eine Anpassung. Und: Die Kirche ist es uns allen Wert nach Wegen zu suchen wie dies geschehen kann.

Gegen Ende dieses guten und wertschätzenden Gesprächs steht eine der beiden Damen auf und holt eine Tüte. Sie zieht eine kleine Glühbirne als Schlüsselanhänger aus der Tüte, knipst diese an und zeigt sie uns. „Ihr seid das Licht der Welt!“ sagt sie. Wir lächeln einander an. Bedanken uns, schießen noch ein Foto und gehen zurück. Die große Holztreppe hinunter. Dieses Mal durch ein wunderschönes, altes Metalltor hinaus. Dieses Gespräch wirkt noch und alle Lichter leuchten nun ein klein wenig heller.

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Litauen-Blog
news-885 Wed, 26 Sep 2018 12:14:22 +0200 Bildungsarbeit im Blick https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/bildungsarbeit-im-blick/ Das Kolpingwerk Litauen engagiert sich sich in der außerschulischen politischen Bildungsarbeit Lina Kalibataitė und Liauda Mazeikiene vom Kolpingwerk Litauen stellten uns in Rahmen eines gemeinsamen Mittagsessens drei Projekte in Kaunas vor: eine Fachhochschule, einen Kindergarten und eine Grundschule. Interessant waren gemeinsame Überlegungen über die außerschulische politische Bildungsarbeit. Das Kolpingwerk bietet für Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Regionen Seminare zum politischen System Litauens und entsprechende Planspiele an.

Die einzelnen Kolpingfamilien in den Gemeinden organisieren eigene Projekte und verfügen teilweise über internationale Partnerschaften. Eine eigenständige Kolpingjugend gibt es seit 2014 nicht mehr, da nicht genügend aktive Jugendliche zur Mitarbeit motiviert werden konnten. Im Gespräch tauschten wir uns über die kurze Bindungsdauer von Ehrenamtlichen an Verbände aus und diskutierten über mögliche strukturelle Folgen dieser Entwicklung.

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Litauen-Blog
news-884 Tue, 25 Sep 2018 20:14:16 +0200 Theologie, Kaffee und Rock'n Roll https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/theologie-kaffee-und-rockn-roll/ Eine außergewöhnliche Begegnung an der theologischen Fakultät Montagmorgen, 10 Uhr 30. Nach einer guten und erholsamen ersten Nacht in Kaunas und einem super Frühstück stehen wir vor einem L-Förmigen Uni Gebäude.

Die Gruppe ist gut gelaunt, nach einem ca. fünfzehn-minütigen Spaziergang, als plötzlich ein Mann mittleren Alters, mit Halbglatze und Pferdeschwanz, freudestrahlend und mit einem coolen „Hey Guys, nice to meet you“ aus der alten Tür kommt.

Der Mann, Prof. Dr. Benas Ulevičius reicht uns allen die Hand und hat gleich viele Fragen! Die erste: „Coffee or Tea?“. Als geklärt ist, dass wir 4x Tee und 3x Kaffee wollen ziehen wir los. „Let´s go and Rock ´n Roll“ sagt der Professor und erkundet mit uns das Unigelände. Wir erfahren viel über die Geschichte der Uni, die Studierenden, sehen frisch renovierte und alte historische Räumlichkeiten.

Es gibt ca. 100 Studierende an der Fakultät, man lernt in verschiedenen Fächern, u.a. besuchen die Studierenden je eine Veranstaltung der Medizin und der Sozialwissenschaften. Die Uni hat den Anspruch, dass ihre Studierenden keine „Fachidioten“ werden. Viele Studierende sind konvertiert oder stammen aus charismatischen Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche in Litauen. Es gibt wenig Erasmus-Studierende, weil Litauen so unattraktiv sei – Wir seien aber alle herzlich eingeladen! Diese Einladung wurde übrigens mehrfach ausgesprochen. „Wieso treffen wir uns eigentlich nicht mit Studierenden?“ fragt der Professor. Gute Frage! Vielleicht beim nächsten Mal.

Der Professor sagt mehrfach, dass wir doch bitte Fragen stellen sollen – er erzählt doch so gern! Also los: Wie finanziert sich die Kirche in Litauen? Welche Jugendverbände sind in der Kirche aktiv? Wie wird der Glaube innerhalb der Fakultät gelebt? Viele Fragen bewegen die Gruppe und den Professor.* Es ist ein sehr lebendiges Gespräch, das immer wieder nachdenklich macht oder zum gemeinsamen Lachen einlädt. Wir fühlen uns wohl; bei Tee, Kaffee, Schokolade und Plätzchen vergehen zwei Stunden wie im Flug!

Verunsichert wird der Professor noch einmal am Ende, als wir alle die letzten Worte in unsere Notizbücher schreiben und er lacht. „Sind sie vielleicht doch zum Studieren hier? Meine Student*innen schreiben bei meinen Vorlesungen nie so viel mit!“. Wir lachen zusammen. Er schaut irgendwie zufrieden. Rennt in sein Büro, kommt zurück und schenkt uns noch CDs seiner geistlichen Rockband. Er wünscht uns noch ein schönes Leben. Wir ihm auch. Wir verlassend das alte Gebäude, es beginnt zu regnen. „Wahnsinn, was für ein  bemerkenswerter Typ.“ sagt eine Teilnehmerin. „Ja“ sagt ein anderer, „wirklich sympathisch. Von ihm kann man viel lernen.“. Wir ziehen unsere Kapuzen auf und gehen los.

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news-883 Tue, 25 Sep 2018 13:45:00 +0200 Verantwortung übernehmen, Strukturen erneuern! Präventionsarbeit der Jugendverbände absichern https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/verantwortung-uebernehmen-strukturen-erneuern-praeventionsarbeit-der-jugendverbaende-absichern/ BDKJ bezieht Stellung zu Studie der DBK über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche (Fulda / Düsseldorf, 25.09.2018) Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am heutigen Tag die Ergebnisse der Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Dachverband der katholischen Jugendverbände fordert einen neuen Umgang mit Sexualität in der Kirche und eine strukturelle Absicherung der bestehenden Präventionsarbeit.

Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender): „Die veröffentlichten Zahlen erschüttern uns. Sexualisierte Gewalt ist durch nichts entschuldbar, unter ihren Folgen leiden die Betroffenen häufig ein Leben lang. Daher ist es wichtig den Blick zuerst auf die Betroffenen und ihre Bedürfnisse zu lenken.“ Betroffene gehen unterschiedlich mit dem Erlittenen um und brauchen hierbei individuelle Unterstützung. „Für uns als BDKJ ist klar: Unsere Solidarität gilt den Betroffenen sexualisierter Gewalt. Strukturen, die Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt begünstigen, müssen aufgedeckt und verändert werden“, betont Andonie.

Zu den notwendigen Veränderungen zählt für den BDKJ auch ein Aufbrechen des Klerikalismus und der patriarchalen Strukturen, die Machtmissbrauch begünstigen. Andonie: „Wir brauchen eine andere Verteilung von Macht in unserer Kirche, das bedeutet unter anderem, dass Laien mehr Einfluss bekommen müssen. Das Ziel muss ein partnerschaftliches Miteinander von Priestern und Laien, Frauen und Männern, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in unserer Kirche sein.“

Zwingend notwendig ist auch ein anderer Umgang mit Sexualität. „Sexualität ist Teil unseres Lebens. Wir müssen alle lernen, wertschätzend mit ihr umzugehen und unsere eigenen Grenzen und die unseres Gegenübers zu kennen. Nur auf dieser Grundlage kann eine Abgrenzung zur Gewalt stattfinden.“ Beziehungsethische Grundsätze wie die Achtung der Würde und der Grenzen des Gegenübers, Einvernehmlichkeit, Gegenseitigkeit und Unversehrtheit sind Grundlage gelingender Sexualität. Diese Grundsätze werden zum Beispiel in den sexualpädagogischen Seminaren der katholischen Jugendverbände vermittelt. Der BDKJ fordert, dass nicht nur dort, sondern auch in anderen Teilen der Kirche – gerade in der Ausbildung von Priestern – mehr über Sexualität gesprochen werden muss: „Wir wissen, dass es in einigen Priesterseminaren in den letzten Jahren Fortschritte gab, Sexualität stärker zum Thema zu machen. Wir sehen hier aber trotzdem noch Nachholbedarf, gerade im Bezug darauf wie offen über bestimmte Fragen der Sexualmoral gesprochen werden kann“, so Andonie.

Ein Sprechen über Sexualität ist auch ein erster Schritt hin zu gelungener Präventionsarbeit. „In den Jugendverbänden schulen wir unsere Mitglieder schon seit vielen Jahren im Bereich Prävention sexualisierter Gewalt. Die Achtung von Grenzen und eine Kultur des Vertrauens stehen hier ebenso im Mittelpunkt wie das Ernstnehmen von Verdachtsfällen und die Einhaltung klarer Interventionskonzepte. Diese gute Arbeit geschieht in unseren Verbänden häufig zusätzlich zum Alltagsgeschäft. Wir benötigen dafür dringend eine dauerhafte strukturelle Absicherung dieser wichtigen Arbeit!“

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news-882 Tue, 25 Sep 2018 00:14:17 +0200 Privilegien und Widersprüche https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/privilegien-und-widersprueche/ Über die Herausforderungen in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Litauen Wie arbeiten Kirche und Staat in Litauen zusammen (oder auch nicht)? Diese Frage und weitere zum Thema konnte uns Vygantas Malinauskas, einer von zwei Anwälten der Litauischen Bischofskonferenz bei einem abendlichen Treffen in Kaunas beantworten. Die Katholische Kirche ist in Litauen als traditionelle Religion anerkannt. Im Vergleich zu anderen Kirchen, wie der orthodoxen oder der evangelischen, hat sie dabei eine Sonderstellung, die auf eine Vereinbarung mit dem Heiligen Stuhl zurückgeht. Daraus ergibt sich bereits eine der großen Herausforderungen, vor denen dir Kirche heute steht: Warum hat die Kirche besondere Privilegien; warum sind nicht alle Religionen gleichgestellt? Diese Fragen werden unter anderem von Juristen aufgeworfen. Des Weiteren gibt es Stimmen, die fordern, dass die Kirche aus dem politischen Diskurs ausgeschlossen werden sollte. Die Politik sollte von religiösen Argumenten nicht beeinflusst werden.

Bemerkenswert ist, dass in der litauischen Verfassung  kein Wort darüber steht, dass Staat und Kirche getrennt werden sollten. Dieser Grundsatz ist nichtsdestotrotz fest verankert, da noch zu Sowjetzeiten eine strenge Trennung erfolgte; Kirche agierte in der Sowjetunion vor allem im Untergrund. Auch die allgemeine Bevölkerung – obwohl sie mehrheitlich katholisch ist – ist eher gegen den Einfluss von Kirche auf die Politik. Die Katholische Kirche kann heute insbesondere in ethischen Fragen die Gesetzgebung in Litauen beeinflussen, z. B. die künstliche Fortpflanzung und Abtreibung betreffend. Dabei ist sie nicht immer so erfolgreich wie gewünscht. Progressivere Kräfte üben ebenfalls Druck auf die Regierung aus, sodass z. B. die Debatte um Liberalisierung oder Einschränkungen in der Reproduktionsmedizin andauert.

Die Beziehung der Kirche zum Staat ist ambivalent. Die Litauische Katholische Kirche ist arm und von relativ geringen Zuschüssen des Staates abhängig (daneben erhält sie Gelder aus dem Ausland, unter anderem aus Deutschland). Auch müssen Priester keine Steuern zahlen und bekommen vom Staat eine Sozial- und Krankenversicherung gezahlt. Dafür musste der Staat nach dem Zerfall der Sowjetunion kein Eigentum an die Kirche zurückgeben. Somit kann auch der Staat Druck auf die Katholische Kirche ausüben, denn ohne finanzielle Hilfe käme sie laut Malinauskas in große Schwierigkeiten.

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news-881 Mon, 24 Sep 2018 22:15:39 +0200 Emigration und Solidarität https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/emigration-und-solidaritaet/ Arbeitsemigration junger Menschen, Einkommensungleichheit und die Alterung der Gesellschaft sind laut Caritas große soziale Herausforderungen Seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1991 hat Litauen einen rasanten und prinzipiell erfolgreichen Transformationsprozess durchlebt. In einem Hintergrundgespräch mit Arūnas Kučikas, dem Vorsitzenden des litauischen Caritasrates und Diözesan-Caritasdirektor in der Erzdiözese Kaunas, und Deimantė Bukeikaitė, der Genrealsekretärin der Caritas in Litauen, informierten wir uns heute über aktuelle sozialpolitische Fragen im Land.

Das zentrale Gesprächsthema war die Arbeitsemigration von jungen Menschen ins Ausland. Seit dem EU-Beitritt 2004 sind über 500.000 Litauer*innen ausgewandert, vor allem aufgrund besserer Arbeitsbedingungen und erhoffter Zukunftschancen. Die Auswanderung trägt ganz wesentlich zum demografischen Wandel bei, belastet die betroffenen Familien und sorgt in einigen Branchen für einen Fachkräftemangel. Durch ein stabiles Wirtschaftswachstum hat sich die Situation in den letzten Jahren etwas entspannt, bleibt aber die größte Herausforderung des Landes.

Arūnas Kučikas verwies zudem auf die enormen Einkommensunterschiede in Litauen, die zu einem weit verbreiteten Ungerechtigkeitsempfinden führen würden. Das Armutsrisiko liegt bei über 25 Prozent. Vor diesem Hintergrund werden Fragen der gesellschaftlichen Solidarität und des Zusammenhaltes derzeit intensiv öffentlich diskutiert, was der Experte ausdrücklich begrüßte.

Während des zweistündigen Treffens sprachen wir außerdem über die Lebensumstände in strukturschwachen ländlichen Gebieten und über die Rolle freier Träger in der Wohlfahrtspflege. Interessant waren aus deutscher Perspektive insbesondere die litauischen Überlegungen zur näheren Anbindung der Caritas-Arbeit an die katholischen Pfarrgemeinden im Land.

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news-880 Mon, 24 Sep 2018 22:00:42 +0200 Fünf Prinzipien der Jugendverbandsarbeit https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/fuenf-prinzipien-der-jugendverbandsarbeit/ Treffen mit dem in 1911 gegründeten litauischen Jugendverband Ateitis Am Sonntag ging es für die Teilnehmer*innen des Fachkräfteaustausches von Vilnius mit dem Zug weiter nach Kaunas. Dort trafen wir drei Vertreter*innen des litauischen Jugendverbandes Ateitis. Der seit 1911 bestehende Jugendverband folgt in seiner Arbeit folgenden fünf Prinzipien: An erster Stelle steht der Glaube – alle Mitglieder sind Katholik*innen und feiern beispielsweise auf Zeltlagern jeden Tag gemeinsam Gottesdienst. Auch die Nationalität ist von großer Bedeutung, denn alle Mitglieder sind Litauer*innen, kommen also aus einer Nation, was sie verbindet. Wichtig ist auch die Familie; zum einen die eigene Familie und zum anderen sind sie als Mitglieder von Ateitis Teil der großen Jugendverbandsfamilie. Ateitis ist eine akademische Organisation, die mit all ihren Themen und Veranstaltungen versucht, den Horizont ihrer Mitglieder zu erweitern. Weiterhin spielt die Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle, denn Ateitis setzt sich zum Ziel im sozialen Leben der Gesellschaft aktiv zu sein und etwas zu verändern. Das Hauptanliegen von Ateitis ist es, alles im Namen Jesu Christi zu erneuern: „Everything renew in Christ.“

Obwohl Ateitis sich als Jugendorganisation sieht, denn Kinder und Jugendliche sind die eigentliche Zielgruppe, kann jede*r – auch noch in hohem Alter – Mitglied bleiben. So sind die Mitglieder in vier Altersgruppen (Kinder, Schüler, Studenten, Alumni) eingeteilt, denen jeweils ein eigenes Leitungsgremium vorsitzt. Der Jugendverband Ateitis ist demokratisch aufgebaut. Das heißt, dass die vier Leitungsgremien der einzelnen Altersgruppen sowie das oberste Gremium auf der jährlichen Hauptversammlung von den Mitgliedern gewählt werden. Der Fokus des Verbandes liegt auf der Arbeit mit Kindern. Es gibt unter anderem wöchentliche Gruppenstunden sowie jährlich ein zweiwöchentliches Camp für die kleineren Kinder mit Workshops, Gottesdiensten und jeder Menge Spaß zusammen. Für Schulkinder veranstaltet Ateitis dreimal im Jahr mehrtägige Bildungscamps, bei denen jeweils ein bestimmtes Thema im Fokus steht und zu denen Experten, wie Professoren der Universitäten, eingeladen werden.

Neben der non-formalen Bildung ist im Jugendverband Ateitis Freundschaft von ganz zentraler Bedeutung – in der Gemeinschaft tiefere Einblicke in verschiedenste Themen zu erlangen, kennzeichnet den Verband.

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news-879 Sun, 23 Sep 2018 18:21:32 +0200 Ein gedanklicher Ausflug nach Belarus https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/ein-gedanklicher-ausflug-nach-belarus/ Über die schwierigen Bedingungen für zivilgesellschaftliches Engagement im Nachbarland Litauens berichtet unter anderem der belarussiche Jugendring Belarus, im deutschen Volksmund auch Weißrussland genannt, war Thema zweier Treffen. Am Freitag trafen wir uns mit Tatsiana Chulitskaya, einer Dozentin für Politikwissenschaft der European Humanities University und dem Präsidenten der Studentenorganisation, Timofei, der seit zwei Jahren an der European Humanities University eingeschrieben ist.

Die beiden gaben uns einen sehr interessanten Einblick in die geschichtliche Entwicklung von Belarus. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab es 1994 die ersten und laut Aussage unserer Gesprächspartner einzigen demokratischen Präsidentschaftswahlen in Belarus. Legitimer Wahlsieger war Alexander Lukaschenko, der das Land seither regiert und seit Beginn seiner Amtszeit immer wieder Reformen durchführt um seine Macht zu festigen. So hat er beispielweise die Möglichkeit der Wiederwahl geöffnet, so dass es nun möglich ist, mehrmals hintereinander zum Präsidenten gewählt zu werden.

Die European Humanities University wurde ursprünglich in Belarus gegründet, aber aufgrund politischer Gründe kurze Zeit später geschlossen. Im Jahr 2004 wurde die Universität schließlich als Exiluniversität in Vilnius wiedereröffnet. Gleich im ersten Studienjahr verließen etwa 1.500 junge Leute Belarus um sich in der neuen Universität zu immatrikulieren. Die Universität wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt, besondere Hilfen kommen aus Schweden und Deutschland. Timofey erzählte, dass er zuerst in Minsk studierte und dort exmatrikuliert wurde, da er sich einer Studierendenorganisation anschloss und an Demonstrationen teilnahm. Auch im Umfeld von Präsidentschaftswahlen würden immer wieder Studenten exmatrikuliert und Angestellte in staatlichen Betrieben und Institutionen entlassen werden, wenn offensichtlich war, dass sie mit dem politischen System nicht einverstanden sind. So war es auch für Timofey die richtige Entscheidung, sich an der Exiluniversität in Vinius zu immatrikulieren, um dort in einem Umfeld studieren zu können, in der die Meinungs- und Lehrfreiheit nicht eingeschränkt ist und in dem es - ohne Konsequenzen befürchten zu müssen - möglich ist, sich in einer Studierendenorganisation auch politisch zu engagieren.

Eine gute Ergänzung zu diesem Bild brachte das Treffen mit dem belarussischen Jugendring RADA am Samstagvormittag. Dima, der Vorstand und Olga, die Geschäftsführerin des Jugendrings waren extra aus Minsk angereist, um sich mit uns zu treffen. 1996 in Belarus offiziell gegründet, wurde die Registrierung zehn Jahre später im Jahr 2006 wieder zurückgezogen. Bis 2012 wurde die Arbeit im Untergrund und auf europäischer Ebene weitergeführt und schließlich in Vilnius wieder offiziell registriert. Unterstützung in dieser schwierigen Phase erfuhr der Jugendring durch das European Youth Forum und auch von den Jugendringen in Deutschland und Schweden. Heute hat der belarussische Jugendring 20 Mitgliedsverbände aus den Bereichen Umweltschutz, Politik, Geschlechtergerechtigkeit, formeller und informeller Bildung sowie von Universitäten. Der Jugendring sieht sich als Plattform für Jugendverbände, um deren Austausch zu fördern und sie auch individueller unterstützen zu können. Daneben bietet er einmal im Jahr in einer sogenannten „Academy“ Management-Kurse für engagierte junge Erwachsene an, bei denen sie dafür geschult werden Führungsverantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Eine weitere wichtige Tätigkeit ist die Anfertigung von Studien zur Situation der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Belarus, da es solche bislang nicht gibt, ebenso wenig wie ein Ministerium, das die Jugendlichen als spezielle Zielgruppe ins Auge nimmt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass alle Teilnehmer*innen des Fachkräfteaustausches einen guten Einblick in dieses für die meisten von uns so fremde Land gewonnen haben. Die Aktivitäten der Exiluniversität, des Jugendringes und der belarussischen Regierung sind uns anschaulich vor Augen geführt worden. Demokratische Strukturen, die für unsere Jugendarbeit in Deutschland so selbstverständlich sind, müssen hier erst noch etabliert werden. Das Engagement unserer Gesprächspartner*innen für die Demokratie und ihr Land ist sehr beeindruckend.

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news-878 Sun, 23 Sep 2018 17:03:28 +0200 Einmal quer durch's Land https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/einmal-quer-durchs-land/ Bei einem Treffen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung geht es um die Perspektiven der Jugend, Wirtschafts-, Sozial- sowie Außenpolitik des Landes Am ersten Tag stand für die Teilnehmer*innen unseres Fachkräfteaustausches als erster Programmpunkt ein Gespräch mit Jolanta Steikūnaitė, der örtlichen Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung, an.

In dem Gespräch hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit einen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation Litauens zu bekommen, um einen möglichst guten Überblick und eine Grundlage für die weiteren Gespräche in den kommenden Tagen zu erhalten.

Schwerpunkt dieses ersten Gesprächs war vor allem die Situation der Jugend im Land, wie die geringen Zukunftschancen für Jugendlichen und junge Erwachsene in Litauen, die hohe Jugendarbeitslosigkeit (aktuell ca. 13%), Bildungsmöglichkeiten für junge Erwachsene, aber auch das Problem der Arbeitsmigration. So verlassen zahlreiche junge Menschen das Land, auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen oder Jobs. Die Bevölkerung Litauens ist u.a. auch aus diesen Gründen seit den 1990er Jahren von knapp vier auf knapp drei Millionen Einwohner zurückgegangen.

In den knapp zwei Stunden nahmen sich die Teilnehmer*innen des BDKJ aber auch Zeit um sich mit der Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung über Themen wie die Nato in Litauen, das Verhältnis zu Russland und seinen anderen baltischen Nachbarstaaten, die Wirtschafts- und Energiepolitik des Landes, die Geschichte des Landes seit 1990 und die Rolle der europäischen Union für Litauen auszutauschen und zu diskutieren.

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news-877 Sun, 23 Sep 2018 14:40:26 +0200 „Berufungspastoral für alle – neu denken!“ https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/berufungspastoral-fuer-alle-neu-denken/ Münster, 23. September. Im Vorfeld der Jugendsynode diskutierten am 22. September 30 Jugendvertreter*innen in Münster mit Bischof Dr. Felix Genn, der als einer von vier deutschen Bischöfen an der Jugendsynode im Oktober teilnehmen wird. Die Veranstaltung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) legte den Fokus auf aktuelle Fragen in der Berufungspastoral. Der Bischof von Münster und Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Felix Genn, freute sich über die Initiative des BDKJ, die Fragen der Berufungspastoral in den Mittelpunkt des Tages zu stellen. Genn zeigte sich offen für das, was die Teilnehmenden ihm mit auf den Weg nach Rom gaben. Dabei betonte er, dass er nicht mit einer vorgefertigten Meinung zur Synode fahre, sondern Wert auf die gemeinsamen Beratungen und Prozesse lege.

Pfarrer Dirk Bingener (BDKJ-Bundespräses), machte deutlich, dass man in den Jugendverbänden Wert darauf lege, in der Berufungspastoral alle jungen Menschen mitzudenken, denn sie alle seien auf vielfältige Weise - Berufene. „Insofern sind Jugendverbände Orte der Berufungspastoral. Denn hier erleben junge Menschen eine für sie tragfähige Gemeinschaft und authentische Begleiter*innen, die ihnen helfen, herauszufinden, wie sie ein Leben führen können, das sie erfüllt“, so Bingener.
 
Zur Sprache kam auch der fehlende Nachwuchs in den pastoralen Berufen der Kirche, ein klassisches Feld der Berufungspastoral. Dazu hatte die BDKJ-Hauptversammlung im Mai dieses Jahres den Beschluss „Kirche bewirbt sich!“ verabschiedet, indem der BDKJ ein klares Bekenntnis zur Zukunft aller pastoralen Berufe, freie Bewerbungsverfahren über Bistumsgrenzen hinweg, passende Studieninhalte, attraktive Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten sowie vielfältige Einsatzfelder für junge Menschen in der Kirche fordert.

Zu diesem Beschluss nahmen die Referent*innen des Tages: Daniela Engelhard (Leiterin des Seelsorgeamtes Osnabrück), Michael Maas (Direktor des Zentrums für Berufungs-pastoral) und Andreas Strüder (Mentor im Bistum Essen) Stellung. Katharina Karl (Pastoraltheologin in Münster/Benediktbeuern), hatte zuvor aus wissenschaftlicher Sicht in das Thema Berufung eingeführt.

Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender), der als „Auditor“ an der Jugendsynode teilnehmen wird, fasste für sich als Fazit des Tages zusammen: „Junge Menschen brauchen Räume in Kirche, in denen sie ihre Berufung entdecken können und ein geeignetes personales Angebot vorfinden. Dafür wird es notwendig sein, die Jugend- und Berufungspastoral zukünftig stärker als bisher zusammenzudenken.“

Die Veranstaltung in Münster zum Thema „Berufung“ bildete den Abschluss der vier Hearings des BDKJ im Jahr der Jugendsynode. Im Februar hatte der Bundesverband in Bonn mit Jugendbischof Stefan Oster diskutiert. Im August hatte der Dachverband der kath. Jugend nach Hannover zu einem Gespräch mit Weihbischof Johannes Wübbe zum Thema Jugendsozialarbeit eingeladen. Vor zwei Wochen hatte zudem im Rahmen eines Vernetzungstreffens in München ein Hearing mit Teilnehmenden der Vorsynode stattgefunden.

Hinweis an die Presse: Bilder der Veranstaltung finden Sie unten zum Download oder können via pressebdkjde angefordert werden. Kontakt: Christian Schnaubelt, Tel.: 0177-3077106

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news-876 Sun, 23 Sep 2018 08:10:53 +0200 Was bewegt Litauen historisch? https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/was-bewegt-litauen-historisch/ Ein Historiker klärt über die Beziehungen zu Russland und die Aufarbeitung der Sowjetvergangenheit und des Holocausts auf Am Freitagnachmittag ging es für uns in das Historische Institut Litauens, wo wir ein Gespräch mit dem Historiker Alvydas Nikzentaitis über die neuere Geschichte Litauens führen konnten. Nach einer kurzen Einführung in die litauische Geschichte von 1918 bis heute, ging es vor allem um die litauisch-russischen Beziehungen nach der Unabhängigkeit Litauens. Dabei gab es spannende Einblicke in die Bewegungen von russischen Oppositionellen, die von Litauen aus versuchen in das politische Geschehen Russlands einzugreifen und in politische Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Gleichzeitig wurde aber auch über das Verhältnis der beiden Staaten nach der Zeit der sowjetischen Okkupation nachgedacht, was heute stark von den Entwicklungen in der Ostukraine ab dem Jahr 2014 geprägt ist, so Nikzentaitis. „Sowjetzeit ist für uns leider noch nicht Geschichte, sie ist noch Gegenwart“ - so zitiert der Historiker einen Kollegen, der die Lage Litauens zusammenzufassen versucht.

Ein weiterer Teil unseres Gespräches war die Bedeutung des Holocaust im Zweiten Weltkrieg für Litauen und deren Aufarbeitung. Alvydas Nikzentaitis erwähnte in diesem Rahmen, dass ein großer Teil der Bevölkerung Litauens nach dem Zweiten Weltkrieg wenig an einer Aufarbeitung interessiert war und erst durch Eigeninitiativen, wie Gedenkmärsche, in den letzten Jahren ein gesteigertes Bewusstsein zu erkennen ist. Auch der Beitritt zur EU förderte die Aufarbeitung.

Mit diesem Einblick in die litauische Geschichte gab es einige neue Informationen und Perspektiven, die in den nächsten Tagen als gute Grundlage für weitere Gespräche dienen können.

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news-875 Thu, 20 Sep 2018 13:53:34 +0200 Litauen-Blog: Eindrücke vom Fachkräfteaustausch https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/litauen-blog-eindruecke-vom-fachkraefteaustausch/ Die Teilnehmer*innen des Fachkräfteaustauschs nach Litauen berichten von ihren Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen Fast 80 % der Litauer*innen sind katholisch. Damit ist Litauen das einzige ehemals sowjetische Land, in dem mehrheitlich Katholik*innen leben. Auf einer Reise nach Litauen vom 20. - 26. September 2018 wollen sich Vertreter*innen des BDKJ Einblicke in die kirchliche Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit, in aktuelle gesellschaftliche, politische und soziale Entwicklungen des Landes verschaffen.

Die Reiseroute geht von Vilnius nach Kaunas. Auf dem Programm stehen unter anderem der Austausch mit Jugendverbänden, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Wissenschaftler*innen. Dabei stehen Themen wie die Perspektiven der Jugend, die spannungsreiche Beziehung zu Russland und die heutige Erinnerungskultur in Litauen im Fokus.

Unterwegs berichten die Teilnehmer*innen in diesem Blog von ihren Erlebnissen.

Die Reise wird von der BDKJ-Bundesstelle veranstaltet und von Go East (Renovabis) und dem BMFSFJ gefördert.

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news-874 Fri, 14 Sep 2018 11:27:58 +0200 8000 junge Menschen im Einsatz für eine bessere Welt https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/8000-junge-menschen-im-einsatz-fuer-eine-bessere-welt/ Seit zehn Jahren bereiten katholische Träger Freiwillige auf den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“ vor. Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst „weltwärts“ feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Wegweisende Akteure bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Programms sind von Anfang an der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH) und MISEREOR. Gemeinsam haben die katholischen Träger in den vergangenen zehn Jahren rund 8000 junge Menschen in alle Welt entsendet. Dabei setzen die katholischen Träger vor allem auf langjährige Partnerschaften und die persönliche Begleitung der Freiwilligen. In einem jetzt veröffentlichten Thesenpapier machen die Träger ihre Haltung zum „weltwärts“-Programm deutlich und fordern in zehn Punkten unter anderem eine gleichberechtigte Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Entwicklungsministerium.

„Ich danke den vielen jungen Freiwilligen, die sich in den letzten zehn Jahren auf den Weg gemacht und sich für andere Menschen engagiert haben. Sie bilden bis heute eine lebendige Brücke zwischen uns und den Menschen des globalen Südens“, sagt BDKJ-Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener. „Gerade in Zeiten von zunehmendem Nationalismus ist es wichtig, dass junge Menschen andere Kulturen und Lebensrealitäten kennenlernen, Gastfreundschaft erfahren und davon zu Hause erzählen.“ 

Die Bedeutung der internationalen Freiwilligendienste für das Verständnis von Partnerschaft und Solidarität in der Weltkirche betont Hans Nirschl, stellvertretender Geschäftsführer der AGEH: „Die katholischen Entsendeorganisationen pflegen einen kontinuierlichen Partnerdialog. Darin besteht ein wichtiger Erfolgsfaktor für die hohe Qualität in entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten. Darüber hinaus ist ‚weltwärts‘ keine Einbahnstraße. Wir wünschen uns, dass viel mehr junge Menschen aus den Partnerorganisationen zu uns kommen können.“

Thomas Antkowiak, Geschäftsführer von MISEREOR, erklärt: „Seit Beginn des Programms ergänzen sich Staat, Kirchen und die zivilgesellschaftlichen Organisationen auf gute Weise bei der Umsetzung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes. Dennoch gibt es auch nach 10 Jahren Verbesserungsmöglichkeiten mit Blick auf eine gleichberechtigte Zusammenarbeit. Mit 13 Millionen Euro haben sich die katholischen Träger an der Durchführung von ‚weltwärts‘ beteiligt. Die Vielfalt der Träger ermöglicht zudem eine differenzierte Ansprache der Jugendlichen.“

Die AGEH ist der Personaldienst der deutschen Katholiken für internationale Zusammenarbeit. Sie vermittelt qualifiziertes und christlich motiviertes Fachpersonal aus Deutschland und anderen EU-Ländern in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit weltweit. Für Organisationen, die Freiwillige weltweit in Projekte von Südpartnern vermitteln, bietet die fid-Service- und Beratungsstelle der AGEH pädagogische Angebote, Beratung zu allen Fragen des Freiwilligendienstes, Qualitätsmanagement und Vernetzung.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

Als Werk für Entwicklungszusammenarbeit der katholischen Kirche kämpft MISEREOR für Gerechtigkeit, gegen Hunger, Krankheit und Ausgrenzung sowie deren Ursachen. Gemeinsam mit einheimischen Partnern unterstützen wir Menschen unabhängig ihres Glaubens, ihrer Kultur und ihrer Hautfarbe. Seit der Gründung 1958 wurden über 107.000 Projekte in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika gefördert. MISEREOR ist Mitglied im Bündnis Entwicklung Hilft: www.entwicklung-hilft.de.

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