Aktuelles aus dem BDKJ http://www.bdkj.de de-de BDKJ Fri, 19 Oct 2018 04:10:43 +0200 Fri, 19 Oct 2018 04:10:43 +0200 TYPO3 EXT:news news-889 Mon, 08 Oct 2018 10:22:06 +0200 Die Kirche der Gegenwart muss anders aussehen! https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/die-kirche-der-gegenwart-muss-anders-aussehen/ Statement des BDKJ zur Verweigerung des „Nihil obstat“ für Prof. Wucherpfennig. Zu der gestern durch die Presse bekannt gewordenen Verweigerung des „Nihil obstat“ (Unbedenklichkeitsbescheinigung) durch die Kongregation für die Glaubenslehre für den Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, Jesuitenpater Ansgar Wucherpfennig, nimmt der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie in Rom wie folgt Stellung:

„Während wir in Rom auf der Jugendsynode – auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus – ganz offen unsere Meinung austauschen, wurde gestern durch Presseartikel bekannt, wie mit Geistlichen umgegangen wird, die mutig deutlich machen, was sich junge Menschen von der Kirche wünschen. Prof. Wucherpfennig hatte eine wertschätzende Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zum Ausdruck gebracht.

Wir halten es für einen unerträglichen Vorgang, Prof. Wucherpfennig deshalb das ‚Nihil obstat‘ zu verweigern. Hier missbrauchen Akteure der Kirche ihre Macht. Es wird versucht, einen Menschen kaltzustellen. Ein solches Vorgehen lehnen wir entschieden ab.

Das alles passiert an der Hochschule Sankt Georgen, an der sich viele junge Menschen aus unterschiedlichen deutschen Bistümern auf einen pastoralen Dienst in der Kirche vorbereiten. Damit hat dieser Vorgang große Signalwirkung im Hinblick auf den hauptberuflichen Nachwuchs in der Kirche sowie die theologisch-wissenschaftliche Landschaft in Deutschland.

Wir sind dem Bischof von Limburg, Georg Bätzing, ebenso dankbar wie dem Provinzial der Jesuiten, Johannes Siebner SJ. Beide haben sich laut eines Presseberichts für den Rektor der Hochschule stark gemacht. Wir bitten Papst Franziskus darum, sich persönlich in den Vorgang einzuschalten. Wir halten eine Rückgabe des ‚Nihil obstat‘ und eine öffentliche Aufklärung des Vorgangs für notwendig.

Wieder einmal geht es um die Glaubwürdigkeit der Kirche – diesmal während der Jugendsynode, auf der gerade einmal mehr deutlich wird, dass junge Menschen eine authentische und an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientierte Kirche wünschen. Eine Kirche mit Sprechverboten und ohne eine vielfältige Diskussionskultur ist eine Kirche der Vergangenheit. Die Kirche der Gegenwart muss anders aussehen.“

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news-888 Fri, 05 Oct 2018 16:11:41 +0200 Jugendsynode: Thomas Andonie spricht vor Papst und Bischöfen https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/jugendsynode-thomas-andonie-spricht-vor-papst-und-bischoefen/ BDKJ-Bundesvorsitzender und Auditor thematisiert in seinem Statement unter anderem die sexualisierte Gewalt durch Kleriker und die Rolle der Frau. Am heutigen Freitagvormittag hat Thomas Andonie, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Auditor bei der Jugendsynode in Rom, sein Statement in der Synodenaula gehalten. Vor dem Papst und den anwesenden Bischöfen sprach er als erstes Thema die sexualisierte Gewalt durch Kleriker an. Die weiteren Punkte seines Statements waren die Rolle der Frau, die Sexualmoral der Kirche und die Begleitung junger Menschen. Lesen Sie hier seine Rede in voller Länge:

„Sehr geehrter Papst Franziskus, liebe Teilnehmende der Synode,

ich bin Thomas Andonie, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, und vertrete über 660.000 junge Menschen, die in Deutschland in katholischen Jugendverbänden engagiert sind.

Aktuell treibt uns ein Thema besonders um: In Deutschland werden fünf Prozent aller Diözesanpriester von Mitte des letzten Jahrhunderts bis 2014 beschuldigt, sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ausgeübt zu haben. Und nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, in Mexiko, in Australien, in Chile, überall ist es passiert und wir müssen davon ausgehen, dass es weiterhin passiert. Das ist eine Katastrophe.

Es braucht jetzt ein Hören auf und die Sorge um die Betroffenen, angemessene Entschädigungszahlungen, unabhängige Untersuchungen der Vertuschung, Übernahme der Verantwortung, Entfernung der Täter aus dem kirchlichen Dienst und standardisierte und strukturell abgesicherte Präventionsmaßnahmen. Aber: Das reicht nicht! Wir müssen klerikalistische Strukturen aufdecken. Es geht nicht um Einzelfälle, das Problem liegt im System! Keine Begründung für kirchenrechtliche Regelungen kann sich halten, wenn klar wird, dass durch sie sexualisierte Gewalt begünstigt wurde. Es gibt keinen Paragraphen im Kirchenrecht, der heiliger ist als die Würde eines Menschen! Jetzt zählen keine Worte mehr, es zählen nur noch Taten. Wenn die Kirche dieses Unrecht nicht entschlossen bekämpft und beendet, wird sie ihre Glaubwürdigkeit und das Vertrauen – besonders der jungen Menschen – nicht wiedererlangen. Dann ist alles umsonst, was wir hier besprechen.

Neben diesem wichtigen Thema möchte ich noch drei weitere ansprechen, die für junge Menschen das Thema ‚authentisch Kirche sein’ im Kern betreffen.

1. Zur Rolle der Frau: Wir können nicht weiterhin fünfzig Prozent der Bevölkerung von der Leitung der Kirche ausschließen. Viele junge Frauen finden aufgrund dieser Ungerechtigkeit in der Kirche keine Heimat mehr. Und mit der Frage der Leitung hängt auch die Frage der Weihe zusammen. In den Jugendverbänden arbeiten Frauen und Männer, Laien und Priester bereits gleichberechtigt und geschlechterparitätisch zusammen und zeigen, wie bereichernd es ist, so vielfältig Kirche zu sein.

2. Zur Sexualmoral der Kirche: Ein Großteil der jungen Menschen lehnt die Sexualmoral der Kirche, vor allem ihre Haltung zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und zu vorehelichem Geschlechtsverkehr, ab. Sie verstehen sehr gut, was die Kirche von ihnen fordert, vertreten aber– als getaufte und gefirmte Christinnen und Christen – schlichtweg eine andere Auffassung. Dabei sind ihnen Werte wie Treue und Verantwortung füreinander übrigens besonders wichtig. Nur wenn die Kirche bereit ist, diese Lebenswirklichkeiten anzuerkennen, wird sie in diesen wichtigen Fragen mit jungen Menschen neu ins Gespräch kommen können.

3. Zur Begleitung: In unseren Jugendverbänden unterstützen sich junge Menschen gegenseitig dabei, ihre Berufung zu finden. Dies entspricht unserem Grundsatz: Jugend leitet Jugend! Dazu brauchen sie allerdings eine gute Ausbildung und die Unterstützung guter Seelsorgerinnen und Seelsorger. Es bereitet uns große Sorge, dass in Deutschland immer weniger Menschen bereit sind, einen pastoralen Beruf zu ergreifen. Auch hier braucht es Veränderungen, um ein gutes personales Angebot für junge Menschen vorzuhalten! Berufungspastoral muss in ihrer Breite gedacht werden und selbstverständlicher Bestandteil einer vielfältigen Jugendpastoral sein.

Wir wissen, dass die Verwirklichung einer ‚authentischen Kirche’ auch in unserer Verantwortung liegt. Diesen Auftrag nehmen wir an! Und genau deshalb spreche ich hier offen zu Ihnen: Wir brauchen mehr Mitbestimmung durch junge Menschen! Lassen Sie uns offen diskutieren. Gehen Sie die Probleme, die ich benannt habe, konkret an. Fördern Sie die Dezentralisierung. Es ist Zeit, dem Auftrag Jesu und seinem Reich besser zu entsprechen! Vielen Dank.“

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news-887 Wed, 26 Sep 2018 17:22:49 +0200 „Post für den Papst“ - persönlich zugestellt! https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/post-fuer-den-papst-persoenlich-zugestellt/ BDKJ-Bundesvorstand übergibt im Vorfeld der Jugend-Synode tausende Postkarten mit Jugendwünschen an Papst Franziskus (Rom/ Düsseldorf, 26. September). Der Bundesverband der katholischen Jugend übergab in Rom tausende Postkarten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Papst Franziskus. Bei der Generalaudienz am heutigen Mittwoch überreichten Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender) und Pfarrer Dirk Bingener (BDKJ-Bundespräses) im Vorfeld der Jugendsynode persönlich die Postkarten der Aktion „Post an den Papst“. Der Papst nahm die bundesweit von jungen Katholik’innen erstellen Postkarten an und zeigte sich interessiert für die darin geforderten Anliegen der katholischen Jugend aus Deutschland.

„Lieber Papst Franziskus…“ so lautet die Aufschrift jeder Karte und viele nutzten die Chance dem Papst direkt zu schreiben: "Ich wünsche mir Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit und damit Perspektive für die Zukunft", so Johannes (19)."Die Gottesdienste sollten lockerer und fröhlicher werden. Außerdem sollten Pfarrer heiraten dürfen, auch Frauen sollten Pfarrer werden", so Lina (14). Neben diesen häufig genannten Veränderungswünschen gab es für den Papst aber oft einfach auch Lob und Ermutigung, beispielsweise von Alessia (14): "Ich finde du machst einen tollen Job!"

Pfarrer Dirk Bingener (BDKJ-Bundespräses) freut sich über die große Resonanz der Aktion: „Die vielen persönlichen Zeilen an den Papst zeigen, dass jungen Menschen etwas an der Kirche liegt und sie bereit sind, ihre Meinung zu sagen und sich aktiv einzubringen.“

Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender), der als „Auditor“ bei der Jugendsynode die Themen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Beratungen einbringen wird, erklärte zum Inhalt der Postkarten: „Neben einem häufig geäußerten grundsätzlichen Wunsch nach Veränderung beispielsweise im Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gab es auch sehr viele konkrete Themen: Junge Menschen wünschen sich eine jungendgerechte Liturgie und zeitgemäße Sprache, mehr Mitbestimmung in der Pfarrei, Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement und gute Seelsorger*innen".

Der Start der Postkartenaktion erfolgte auf dem Katholikentag 2018 in Münster und auch danach gingen zahlreiche Karten in der BDKJ-Bundesstelle in Düsseldorf ein. Absender waren sowohl Jugendverbandsgruppen als auch Jugendliche aus Schulen, Firm- und Jugendgruppen der Pfarreien.

Foto: Vatican Media

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news-886 Wed, 26 Sep 2018 12:17:19 +0200 Schaukeln, Papst und Pastoral https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/schaukeln-papst-und-pastoral/ Ein Treffen mit dem Jugendzentrum legt viele Gemeinsamkeiten zu Tage Letzter Tag in Kaunas. Nach dem Besuch im Fort IX und dem Austausch mit der Kolping geht es zum letzten Termin.

Wir laufen die Hauptstraße auf und ab und finden den Eingang zum Jugendzentrum nicht. Oder vielleicht doch. Das Navi führt uns immer wieder zu einem Laden, an dem bunte Tücher, Räucherkerzen und Patchwork Decken im Eingang hängen. Eigentlich kann es das nicht sein, wir Fragen aber nach. Die Dame nickt und führt uns quer durch den Laden durch eine große Holztür zu einer noch größeren Holztreppe. Die Gruppe geht hoch und zwei junge Frauen stehen in der Tür und begrüßen uns sehr freundlich. Wir halten uns links und gehen in einen großen Raum in dem mitten drin eine Schaukel hängt. Davor steht ein Tisch voller Snacks, Getränken und einer winkenden Papstfigur. Wir setzen uns und die zwei Damen, von denen eine noch ganz heiser vom Papstbesuch ist, erzählen uns. Über Jugendliche, das Zentrum, die Diözesen in Litauen und die „Probleme“ mit der Jugend. Thematisch kommt uns das irgendwie vertraut vor. Wir lachen viel und berichten uns über die Kirche in beiden Ländern. Was sind unsere Herausforderungen? Was braucht die Jugend? Was wollen wir für Jugendliche in unserer Kirche erreichen? Auch da können wir viele Parallelen feststellen. Junge Menschen verlassen ihre Gemeinden für Studium und Ausbildung, die Pastoral vor Ort wird nicht mehr so gelebt wie früher, die Kirche scheint zu veralten.

In diesen wunderschönen Räumlichkeiten sind sich jedoch alle einig. Die Kirche veraltet nicht. Es gibt viele junge, engagierte Menschen. Klar scheint aber auch: Wir müssen uns verändern. Das Kirchen- und Gemeindeleben funktioniert nicht mehr wie vor 20 Jahren. Wir brauchen eine Anpassung. Und: Die Kirche ist es uns allen Wert nach Wegen zu suchen wie dies geschehen kann.

Gegen Ende dieses guten und wertschätzenden Gesprächs steht eine der beiden Damen auf und holt eine Tüte. Sie zieht eine kleine Glühbirne als Schlüsselanhänger aus der Tüte, knipst diese an und zeigt sie uns. „Ihr seid das Licht der Welt!“ sagt sie. Wir lächeln einander an. Bedanken uns, schießen noch ein Foto und gehen zurück. Die große Holztreppe hinunter. Dieses Mal durch ein wunderschönes, altes Metalltor hinaus. Dieses Gespräch wirkt noch und alle Lichter leuchten nun ein klein wenig heller.

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news-885 Wed, 26 Sep 2018 12:14:22 +0200 Bildungsarbeit im Blick https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/bildungsarbeit-im-blick/ Das Kolpingwerk Litauen engagiert sich sich in der außerschulischen politischen Bildungsarbeit Lina Kalibataitė und Liauda Mazeikiene vom Kolpingwerk Litauen stellten uns in Rahmen eines gemeinsamen Mittagsessens drei Projekte in Kaunas vor: eine Fachhochschule, einen Kindergarten und eine Grundschule. Interessant waren gemeinsame Überlegungen über die außerschulische politische Bildungsarbeit. Das Kolpingwerk bietet für Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Regionen Seminare zum politischen System Litauens und entsprechende Planspiele an.

Die einzelnen Kolpingfamilien in den Gemeinden organisieren eigene Projekte und verfügen teilweise über internationale Partnerschaften. Eine eigenständige Kolpingjugend gibt es seit 2014 nicht mehr, da nicht genügend aktive Jugendliche zur Mitarbeit motiviert werden konnten. Im Gespräch tauschten wir uns über die kurze Bindungsdauer von Ehrenamtlichen an Verbände aus und diskutierten über mögliche strukturelle Folgen dieser Entwicklung.

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news-884 Tue, 25 Sep 2018 20:14:16 +0200 Theologie, Kaffee und Rock'n Roll https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/theologie-kaffee-und-rockn-roll/ Eine außergewöhnliche Begegnung an der theologischen Fakultät Montagmorgen, 10 Uhr 30. Nach einer guten und erholsamen ersten Nacht in Kaunas und einem super Frühstück stehen wir vor einem L-Förmigen Uni Gebäude.

Die Gruppe ist gut gelaunt, nach einem ca. fünfzehn-minütigen Spaziergang, als plötzlich ein Mann mittleren Alters, mit Halbglatze und Pferdeschwanz, freudestrahlend und mit einem coolen „Hey Guys, nice to meet you“ aus der alten Tür kommt.

Der Mann, Prof. Dr. Benas Ulevičius reicht uns allen die Hand und hat gleich viele Fragen! Die erste: „Coffee or Tea?“. Als geklärt ist, dass wir 4x Tee und 3x Kaffee wollen ziehen wir los. „Let´s go and Rock ´n Roll“ sagt der Professor und erkundet mit uns das Unigelände. Wir erfahren viel über die Geschichte der Uni, die Studierenden, sehen frisch renovierte und alte historische Räumlichkeiten.

Es gibt ca. 100 Studierende an der Fakultät, man lernt in verschiedenen Fächern, u.a. besuchen die Studierenden je eine Veranstaltung der Medizin und der Sozialwissenschaften. Die Uni hat den Anspruch, dass ihre Studierenden keine „Fachidioten“ werden. Viele Studierende sind konvertiert oder stammen aus charismatischen Bewegungen innerhalb der katholischen Kirche in Litauen. Es gibt wenig Erasmus-Studierende, weil Litauen so unattraktiv sei – Wir seien aber alle herzlich eingeladen! Diese Einladung wurde übrigens mehrfach ausgesprochen. „Wieso treffen wir uns eigentlich nicht mit Studierenden?“ fragt der Professor. Gute Frage! Vielleicht beim nächsten Mal.

Der Professor sagt mehrfach, dass wir doch bitte Fragen stellen sollen – er erzählt doch so gern! Also los: Wie finanziert sich die Kirche in Litauen? Welche Jugendverbände sind in der Kirche aktiv? Wie wird der Glaube innerhalb der Fakultät gelebt? Viele Fragen bewegen die Gruppe und den Professor.* Es ist ein sehr lebendiges Gespräch, das immer wieder nachdenklich macht oder zum gemeinsamen Lachen einlädt. Wir fühlen uns wohl; bei Tee, Kaffee, Schokolade und Plätzchen vergehen zwei Stunden wie im Flug!

Verunsichert wird der Professor noch einmal am Ende, als wir alle die letzten Worte in unsere Notizbücher schreiben und er lacht. „Sind sie vielleicht doch zum Studieren hier? Meine Student*innen schreiben bei meinen Vorlesungen nie so viel mit!“. Wir lachen zusammen. Er schaut irgendwie zufrieden. Rennt in sein Büro, kommt zurück und schenkt uns noch CDs seiner geistlichen Rockband. Er wünscht uns noch ein schönes Leben. Wir ihm auch. Wir verlassend das alte Gebäude, es beginnt zu regnen. „Wahnsinn, was für ein  bemerkenswerter Typ.“ sagt eine Teilnehmerin. „Ja“ sagt ein anderer, „wirklich sympathisch. Von ihm kann man viel lernen.“. Wir ziehen unsere Kapuzen auf und gehen los.

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news-883 Tue, 25 Sep 2018 13:45:00 +0200 Verantwortung übernehmen, Strukturen erneuern! Präventionsarbeit der Jugendverbände absichern https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/verantwortung-uebernehmen-strukturen-erneuern-praeventionsarbeit-der-jugendverbaende-absichern/ BDKJ bezieht Stellung zu Studie der DBK über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche (Fulda / Düsseldorf, 25.09.2018) Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am heutigen Tag die Ergebnisse der Studie über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Dachverband der katholischen Jugendverbände fordert einen neuen Umgang mit Sexualität in der Kirche und eine strukturelle Absicherung der bestehenden Präventionsarbeit.

Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender): „Die veröffentlichten Zahlen erschüttern uns. Sexualisierte Gewalt ist durch nichts entschuldbar, unter ihren Folgen leiden die Betroffenen häufig ein Leben lang. Daher ist es wichtig den Blick zuerst auf die Betroffenen und ihre Bedürfnisse zu lenken.“ Betroffene gehen unterschiedlich mit dem Erlittenen um und brauchen hierbei individuelle Unterstützung. „Für uns als BDKJ ist klar: Unsere Solidarität gilt den Betroffenen sexualisierter Gewalt. Strukturen, die Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt begünstigen, müssen aufgedeckt und verändert werden“, betont Andonie.

Zu den notwendigen Veränderungen zählt für den BDKJ auch ein Aufbrechen des Klerikalismus und der patriarchalen Strukturen, die Machtmissbrauch begünstigen. Andonie: „Wir brauchen eine andere Verteilung von Macht in unserer Kirche, das bedeutet unter anderem, dass Laien mehr Einfluss bekommen müssen. Das Ziel muss ein partnerschaftliches Miteinander von Priestern und Laien, Frauen und Männern, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in unserer Kirche sein.“

Zwingend notwendig ist auch ein anderer Umgang mit Sexualität. „Sexualität ist Teil unseres Lebens. Wir müssen alle lernen, wertschätzend mit ihr umzugehen und unsere eigenen Grenzen und die unseres Gegenübers zu kennen. Nur auf dieser Grundlage kann eine Abgrenzung zur Gewalt stattfinden.“ Beziehungsethische Grundsätze wie die Achtung der Würde und der Grenzen des Gegenübers, Einvernehmlichkeit, Gegenseitigkeit und Unversehrtheit sind Grundlage gelingender Sexualität. Diese Grundsätze werden zum Beispiel in den sexualpädagogischen Seminaren der katholischen Jugendverbände vermittelt. Der BDKJ fordert, dass nicht nur dort, sondern auch in anderen Teilen der Kirche – gerade in der Ausbildung von Priestern – mehr über Sexualität gesprochen werden muss: „Wir wissen, dass es in einigen Priesterseminaren in den letzten Jahren Fortschritte gab, Sexualität stärker zum Thema zu machen. Wir sehen hier aber trotzdem noch Nachholbedarf, gerade im Bezug darauf wie offen über bestimmte Fragen der Sexualmoral gesprochen werden kann“, so Andonie.

Ein Sprechen über Sexualität ist auch ein erster Schritt hin zu gelungener Präventionsarbeit. „In den Jugendverbänden schulen wir unsere Mitglieder schon seit vielen Jahren im Bereich Prävention sexualisierter Gewalt. Die Achtung von Grenzen und eine Kultur des Vertrauens stehen hier ebenso im Mittelpunkt wie das Ernstnehmen von Verdachtsfällen und die Einhaltung klarer Interventionskonzepte. Diese gute Arbeit geschieht in unseren Verbänden häufig zusätzlich zum Alltagsgeschäft. Wir benötigen dafür dringend eine dauerhafte strukturelle Absicherung dieser wichtigen Arbeit!“

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news-882 Tue, 25 Sep 2018 00:14:17 +0200 Privilegien und Widersprüche https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/privilegien-und-widersprueche/ Über die Herausforderungen in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Litauen Wie arbeiten Kirche und Staat in Litauen zusammen (oder auch nicht)? Diese Frage und weitere zum Thema konnte uns Vygantas Malinauskas, einer von zwei Anwälten der Litauischen Bischofskonferenz bei einem abendlichen Treffen in Kaunas beantworten. Die Katholische Kirche ist in Litauen als traditionelle Religion anerkannt. Im Vergleich zu anderen Kirchen, wie der orthodoxen oder der evangelischen, hat sie dabei eine Sonderstellung, die auf eine Vereinbarung mit dem Heiligen Stuhl zurückgeht. Daraus ergibt sich bereits eine der großen Herausforderungen, vor denen dir Kirche heute steht: Warum hat die Kirche besondere Privilegien; warum sind nicht alle Religionen gleichgestellt? Diese Fragen werden unter anderem von Juristen aufgeworfen. Des Weiteren gibt es Stimmen, die fordern, dass die Kirche aus dem politischen Diskurs ausgeschlossen werden sollte. Die Politik sollte von religiösen Argumenten nicht beeinflusst werden.

Bemerkenswert ist, dass in der litauischen Verfassung  kein Wort darüber steht, dass Staat und Kirche getrennt werden sollten. Dieser Grundsatz ist nichtsdestotrotz fest verankert, da noch zu Sowjetzeiten eine strenge Trennung erfolgte; Kirche agierte in der Sowjetunion vor allem im Untergrund. Auch die allgemeine Bevölkerung – obwohl sie mehrheitlich katholisch ist – ist eher gegen den Einfluss von Kirche auf die Politik. Die Katholische Kirche kann heute insbesondere in ethischen Fragen die Gesetzgebung in Litauen beeinflussen, z. B. die künstliche Fortpflanzung und Abtreibung betreffend. Dabei ist sie nicht immer so erfolgreich wie gewünscht. Progressivere Kräfte üben ebenfalls Druck auf die Regierung aus, sodass z. B. die Debatte um Liberalisierung oder Einschränkungen in der Reproduktionsmedizin andauert.

Die Beziehung der Kirche zum Staat ist ambivalent. Die Litauische Katholische Kirche ist arm und von relativ geringen Zuschüssen des Staates abhängig (daneben erhält sie Gelder aus dem Ausland, unter anderem aus Deutschland). Auch müssen Priester keine Steuern zahlen und bekommen vom Staat eine Sozial- und Krankenversicherung gezahlt. Dafür musste der Staat nach dem Zerfall der Sowjetunion kein Eigentum an die Kirche zurückgeben. Somit kann auch der Staat Druck auf die Katholische Kirche ausüben, denn ohne finanzielle Hilfe käme sie laut Malinauskas in große Schwierigkeiten.

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news-881 Mon, 24 Sep 2018 22:15:39 +0200 Emigration und Solidarität https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/emigration-und-solidaritaet/ Arbeitsemigration junger Menschen, Einkommensungleichheit und die Alterung der Gesellschaft sind laut Caritas große soziale Herausforderungen Seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit 1991 hat Litauen einen rasanten und prinzipiell erfolgreichen Transformationsprozess durchlebt. In einem Hintergrundgespräch mit Arūnas Kučikas, dem Vorsitzenden des litauischen Caritasrates und Diözesan-Caritasdirektor in der Erzdiözese Kaunas, und Deimantė Bukeikaitė, der Genrealsekretärin der Caritas in Litauen, informierten wir uns heute über aktuelle sozialpolitische Fragen im Land.

Das zentrale Gesprächsthema war die Arbeitsemigration von jungen Menschen ins Ausland. Seit dem EU-Beitritt 2004 sind über 500.000 Litauer*innen ausgewandert, vor allem aufgrund besserer Arbeitsbedingungen und erhoffter Zukunftschancen. Die Auswanderung trägt ganz wesentlich zum demografischen Wandel bei, belastet die betroffenen Familien und sorgt in einigen Branchen für einen Fachkräftemangel. Durch ein stabiles Wirtschaftswachstum hat sich die Situation in den letzten Jahren etwas entspannt, bleibt aber die größte Herausforderung des Landes.

Arūnas Kučikas verwies zudem auf die enormen Einkommensunterschiede in Litauen, die zu einem weit verbreiteten Ungerechtigkeitsempfinden führen würden. Das Armutsrisiko liegt bei über 25 Prozent. Vor diesem Hintergrund werden Fragen der gesellschaftlichen Solidarität und des Zusammenhaltes derzeit intensiv öffentlich diskutiert, was der Experte ausdrücklich begrüßte.

Während des zweistündigen Treffens sprachen wir außerdem über die Lebensumstände in strukturschwachen ländlichen Gebieten und über die Rolle freier Träger in der Wohlfahrtspflege. Interessant waren aus deutscher Perspektive insbesondere die litauischen Überlegungen zur näheren Anbindung der Caritas-Arbeit an die katholischen Pfarrgemeinden im Land.

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news-880 Mon, 24 Sep 2018 22:00:42 +0200 Fünf Prinzipien der Jugendverbandsarbeit https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/fuenf-prinzipien-der-jugendverbandsarbeit/ Treffen mit dem in 1911 gegründeten litauischen Jugendverband Ateitis Am Sonntag ging es für die Teilnehmer*innen des Fachkräfteaustausches von Vilnius mit dem Zug weiter nach Kaunas. Dort trafen wir drei Vertreter*innen des litauischen Jugendverbandes Ateitis. Der seit 1911 bestehende Jugendverband folgt in seiner Arbeit folgenden fünf Prinzipien: An erster Stelle steht der Glaube – alle Mitglieder sind Katholik*innen und feiern beispielsweise auf Zeltlagern jeden Tag gemeinsam Gottesdienst. Auch die Nationalität ist von großer Bedeutung, denn alle Mitglieder sind Litauer*innen, kommen also aus einer Nation, was sie verbindet. Wichtig ist auch die Familie; zum einen die eigene Familie und zum anderen sind sie als Mitglieder von Ateitis Teil der großen Jugendverbandsfamilie. Ateitis ist eine akademische Organisation, die mit all ihren Themen und Veranstaltungen versucht, den Horizont ihrer Mitglieder zu erweitern. Weiterhin spielt die Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle, denn Ateitis setzt sich zum Ziel im sozialen Leben der Gesellschaft aktiv zu sein und etwas zu verändern. Das Hauptanliegen von Ateitis ist es, alles im Namen Jesu Christi zu erneuern: „Everything renew in Christ.“

Obwohl Ateitis sich als Jugendorganisation sieht, denn Kinder und Jugendliche sind die eigentliche Zielgruppe, kann jede*r – auch noch in hohem Alter – Mitglied bleiben. So sind die Mitglieder in vier Altersgruppen (Kinder, Schüler, Studenten, Alumni) eingeteilt, denen jeweils ein eigenes Leitungsgremium vorsitzt. Der Jugendverband Ateitis ist demokratisch aufgebaut. Das heißt, dass die vier Leitungsgremien der einzelnen Altersgruppen sowie das oberste Gremium auf der jährlichen Hauptversammlung von den Mitgliedern gewählt werden. Der Fokus des Verbandes liegt auf der Arbeit mit Kindern. Es gibt unter anderem wöchentliche Gruppenstunden sowie jährlich ein zweiwöchentliches Camp für die kleineren Kinder mit Workshops, Gottesdiensten und jeder Menge Spaß zusammen. Für Schulkinder veranstaltet Ateitis dreimal im Jahr mehrtägige Bildungscamps, bei denen jeweils ein bestimmtes Thema im Fokus steht und zu denen Experten, wie Professoren der Universitäten, eingeladen werden.

Neben der non-formalen Bildung ist im Jugendverband Ateitis Freundschaft von ganz zentraler Bedeutung – in der Gemeinschaft tiefere Einblicke in verschiedenste Themen zu erlangen, kennzeichnet den Verband.

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news-879 Sun, 23 Sep 2018 18:21:32 +0200 Ein gedanklicher Ausflug nach Belarus https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/ein-gedanklicher-ausflug-nach-belarus/ Über die schwierigen Bedingungen für zivilgesellschaftliches Engagement im Nachbarland Litauens berichtet unter anderem der belarussiche Jugendring Belarus, im deutschen Volksmund auch Weißrussland genannt, war Thema zweier Treffen. Am Freitag trafen wir uns mit Tatsiana Chulitskaya, einer Dozentin für Politikwissenschaft der European Humanities University und dem Präsidenten der Studentenorganisation, Timofei, der seit zwei Jahren an der European Humanities University eingeschrieben ist.

Die beiden gaben uns einen sehr interessanten Einblick in die geschichtliche Entwicklung von Belarus. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gab es 1994 die ersten und laut Aussage unserer Gesprächspartner einzigen demokratischen Präsidentschaftswahlen in Belarus. Legitimer Wahlsieger war Alexander Lukaschenko, der das Land seither regiert und seit Beginn seiner Amtszeit immer wieder Reformen durchführt um seine Macht zu festigen. So hat er beispielweise die Möglichkeit der Wiederwahl geöffnet, so dass es nun möglich ist, mehrmals hintereinander zum Präsidenten gewählt zu werden.

Die European Humanities University wurde ursprünglich in Belarus gegründet, aber aufgrund politischer Gründe kurze Zeit später geschlossen. Im Jahr 2004 wurde die Universität schließlich als Exiluniversität in Vilnius wiedereröffnet. Gleich im ersten Studienjahr verließen etwa 1.500 junge Leute Belarus um sich in der neuen Universität zu immatrikulieren. Die Universität wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt, besondere Hilfen kommen aus Schweden und Deutschland. Timofey erzählte, dass er zuerst in Minsk studierte und dort exmatrikuliert wurde, da er sich einer Studierendenorganisation anschloss und an Demonstrationen teilnahm. Auch im Umfeld von Präsidentschaftswahlen würden immer wieder Studenten exmatrikuliert und Angestellte in staatlichen Betrieben und Institutionen entlassen werden, wenn offensichtlich war, dass sie mit dem politischen System nicht einverstanden sind. So war es auch für Timofey die richtige Entscheidung, sich an der Exiluniversität in Vinius zu immatrikulieren, um dort in einem Umfeld studieren zu können, in der die Meinungs- und Lehrfreiheit nicht eingeschränkt ist und in dem es - ohne Konsequenzen befürchten zu müssen - möglich ist, sich in einer Studierendenorganisation auch politisch zu engagieren.

Eine gute Ergänzung zu diesem Bild brachte das Treffen mit dem belarussischen Jugendring RADA am Samstagvormittag. Dima, der Vorstand und Olga, die Geschäftsführerin des Jugendrings waren extra aus Minsk angereist, um sich mit uns zu treffen. 1996 in Belarus offiziell gegründet, wurde die Registrierung zehn Jahre später im Jahr 2006 wieder zurückgezogen. Bis 2012 wurde die Arbeit im Untergrund und auf europäischer Ebene weitergeführt und schließlich in Vilnius wieder offiziell registriert. Unterstützung in dieser schwierigen Phase erfuhr der Jugendring durch das European Youth Forum und auch von den Jugendringen in Deutschland und Schweden. Heute hat der belarussische Jugendring 20 Mitgliedsverbände aus den Bereichen Umweltschutz, Politik, Geschlechtergerechtigkeit, formeller und informeller Bildung sowie von Universitäten. Der Jugendring sieht sich als Plattform für Jugendverbände, um deren Austausch zu fördern und sie auch individueller unterstützen zu können. Daneben bietet er einmal im Jahr in einer sogenannten „Academy“ Management-Kurse für engagierte junge Erwachsene an, bei denen sie dafür geschult werden Führungsverantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Eine weitere wichtige Tätigkeit ist die Anfertigung von Studien zur Situation der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Belarus, da es solche bislang nicht gibt, ebenso wenig wie ein Ministerium, das die Jugendlichen als spezielle Zielgruppe ins Auge nimmt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass alle Teilnehmer*innen des Fachkräfteaustausches einen guten Einblick in dieses für die meisten von uns so fremde Land gewonnen haben. Die Aktivitäten der Exiluniversität, des Jugendringes und der belarussischen Regierung sind uns anschaulich vor Augen geführt worden. Demokratische Strukturen, die für unsere Jugendarbeit in Deutschland so selbstverständlich sind, müssen hier erst noch etabliert werden. Das Engagement unserer Gesprächspartner*innen für die Demokratie und ihr Land ist sehr beeindruckend.

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news-878 Sun, 23 Sep 2018 17:03:28 +0200 Einmal quer durch's Land https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/einmal-quer-durchs-land/ Bei einem Treffen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung geht es um die Perspektiven der Jugend, Wirtschafts-, Sozial- sowie Außenpolitik des Landes Am ersten Tag stand für die Teilnehmer*innen unseres Fachkräfteaustausches als erster Programmpunkt ein Gespräch mit Jolanta Steikūnaitė, der örtlichen Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung, an.

In dem Gespräch hatten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit einen Einblick in die politische und gesellschaftliche Situation Litauens zu bekommen, um einen möglichst guten Überblick und eine Grundlage für die weiteren Gespräche in den kommenden Tagen zu erhalten.

Schwerpunkt dieses ersten Gesprächs war vor allem die Situation der Jugend im Land, wie die geringen Zukunftschancen für Jugendlichen und junge Erwachsene in Litauen, die hohe Jugendarbeitslosigkeit (aktuell ca. 13%), Bildungsmöglichkeiten für junge Erwachsene, aber auch das Problem der Arbeitsmigration. So verlassen zahlreiche junge Menschen das Land, auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen oder Jobs. Die Bevölkerung Litauens ist u.a. auch aus diesen Gründen seit den 1990er Jahren von knapp vier auf knapp drei Millionen Einwohner zurückgegangen.

In den knapp zwei Stunden nahmen sich die Teilnehmer*innen des BDKJ aber auch Zeit um sich mit der Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung über Themen wie die Nato in Litauen, das Verhältnis zu Russland und seinen anderen baltischen Nachbarstaaten, die Wirtschafts- und Energiepolitik des Landes, die Geschichte des Landes seit 1990 und die Rolle der europäischen Union für Litauen auszutauschen und zu diskutieren.

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news-877 Sun, 23 Sep 2018 14:40:26 +0200 „Berufungspastoral für alle – neu denken!“ https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/berufungspastoral-fuer-alle-neu-denken/ Münster, 23. September. Im Vorfeld der Jugendsynode diskutierten am 22. September 30 Jugendvertreter*innen in Münster mit Bischof Dr. Felix Genn, der als einer von vier deutschen Bischöfen an der Jugendsynode im Oktober teilnehmen wird. Die Veranstaltung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) legte den Fokus auf aktuelle Fragen in der Berufungspastoral. Der Bischof von Münster und Vorsitzende der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Felix Genn, freute sich über die Initiative des BDKJ, die Fragen der Berufungspastoral in den Mittelpunkt des Tages zu stellen. Genn zeigte sich offen für das, was die Teilnehmenden ihm mit auf den Weg nach Rom gaben. Dabei betonte er, dass er nicht mit einer vorgefertigten Meinung zur Synode fahre, sondern Wert auf die gemeinsamen Beratungen und Prozesse lege.

Pfarrer Dirk Bingener (BDKJ-Bundespräses), machte deutlich, dass man in den Jugendverbänden Wert darauf lege, in der Berufungspastoral alle jungen Menschen mitzudenken, denn sie alle seien auf vielfältige Weise - Berufene. „Insofern sind Jugendverbände Orte der Berufungspastoral. Denn hier erleben junge Menschen eine für sie tragfähige Gemeinschaft und authentische Begleiter*innen, die ihnen helfen, herauszufinden, wie sie ein Leben führen können, das sie erfüllt“, so Bingener.
 
Zur Sprache kam auch der fehlende Nachwuchs in den pastoralen Berufen der Kirche, ein klassisches Feld der Berufungspastoral. Dazu hatte die BDKJ-Hauptversammlung im Mai dieses Jahres den Beschluss „Kirche bewirbt sich!“ verabschiedet, indem der BDKJ ein klares Bekenntnis zur Zukunft aller pastoralen Berufe, freie Bewerbungsverfahren über Bistumsgrenzen hinweg, passende Studieninhalte, attraktive Arbeitsbedingungen und Aufstiegsmöglichkeiten sowie vielfältige Einsatzfelder für junge Menschen in der Kirche fordert.

Zu diesem Beschluss nahmen die Referent*innen des Tages: Daniela Engelhard (Leiterin des Seelsorgeamtes Osnabrück), Michael Maas (Direktor des Zentrums für Berufungs-pastoral) und Andreas Strüder (Mentor im Bistum Essen) Stellung. Katharina Karl (Pastoraltheologin in Münster/Benediktbeuern), hatte zuvor aus wissenschaftlicher Sicht in das Thema Berufung eingeführt.

Thomas Andonie (BDKJ-Bundesvorsitzender), der als „Auditor“ an der Jugendsynode teilnehmen wird, fasste für sich als Fazit des Tages zusammen: „Junge Menschen brauchen Räume in Kirche, in denen sie ihre Berufung entdecken können und ein geeignetes personales Angebot vorfinden. Dafür wird es notwendig sein, die Jugend- und Berufungspastoral zukünftig stärker als bisher zusammenzudenken.“

Die Veranstaltung in Münster zum Thema „Berufung“ bildete den Abschluss der vier Hearings des BDKJ im Jahr der Jugendsynode. Im Februar hatte der Bundesverband in Bonn mit Jugendbischof Stefan Oster diskutiert. Im August hatte der Dachverband der kath. Jugend nach Hannover zu einem Gespräch mit Weihbischof Johannes Wübbe zum Thema Jugendsozialarbeit eingeladen. Vor zwei Wochen hatte zudem im Rahmen eines Vernetzungstreffens in München ein Hearing mit Teilnehmenden der Vorsynode stattgefunden.

Hinweis an die Presse: Bilder der Veranstaltung finden Sie unten zum Download oder können via pressebdkjde angefordert werden. Kontakt: Christian Schnaubelt, Tel.: 0177-3077106

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news-876 Sun, 23 Sep 2018 08:10:53 +0200 Was bewegt Litauen historisch? https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/was-bewegt-litauen-historisch/ Ein Historiker klärt über die Beziehungen zu Russland und die Aufarbeitung der Sowjetvergangenheit und des Holocausts auf Am Freitagnachmittag ging es für uns in das Historische Institut Litauens, wo wir ein Gespräch mit dem Historiker Alvydas Nikzentaitis über die neuere Geschichte Litauens führen konnten. Nach einer kurzen Einführung in die litauische Geschichte von 1918 bis heute, ging es vor allem um die litauisch-russischen Beziehungen nach der Unabhängigkeit Litauens. Dabei gab es spannende Einblicke in die Bewegungen von russischen Oppositionellen, die von Litauen aus versuchen in das politische Geschehen Russlands einzugreifen und in politische Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Gleichzeitig wurde aber auch über das Verhältnis der beiden Staaten nach der Zeit der sowjetischen Okkupation nachgedacht, was heute stark von den Entwicklungen in der Ostukraine ab dem Jahr 2014 geprägt ist, so Nikzentaitis. „Sowjetzeit ist für uns leider noch nicht Geschichte, sie ist noch Gegenwart“ - so zitiert der Historiker einen Kollegen, der die Lage Litauens zusammenzufassen versucht.

Ein weiterer Teil unseres Gespräches war die Bedeutung des Holocaust im Zweiten Weltkrieg für Litauen und deren Aufarbeitung. Alvydas Nikzentaitis erwähnte in diesem Rahmen, dass ein großer Teil der Bevölkerung Litauens nach dem Zweiten Weltkrieg wenig an einer Aufarbeitung interessiert war und erst durch Eigeninitiativen, wie Gedenkmärsche, in den letzten Jahren ein gesteigertes Bewusstsein zu erkennen ist. Auch der Beitritt zur EU förderte die Aufarbeitung.

Mit diesem Einblick in die litauische Geschichte gab es einige neue Informationen und Perspektiven, die in den nächsten Tagen als gute Grundlage für weitere Gespräche dienen können.

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news-875 Thu, 20 Sep 2018 13:53:34 +0200 Litauen-Blog: Eindrücke vom Fachkräfteaustausch https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/litauen-blog-eindruecke-vom-fachkraefteaustausch/ Die Teilnehmer*innen des Fachkräfteaustauschs nach Litauen berichten von ihren Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnissen Fast 80 % der Litauer*innen sind katholisch. Damit ist Litauen das einzige ehemals sowjetische Land, in dem mehrheitlich Katholik*innen leben. Auf einer Reise nach Litauen vom 20. - 26. September 2018 wollen sich Vertreter*innen des BDKJ Einblicke in die kirchliche Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit, in aktuelle gesellschaftliche, politische und soziale Entwicklungen des Landes verschaffen.

Die Reiseroute geht von Vilnius nach Kaunas. Auf dem Programm stehen unter anderem der Austausch mit Jugendverbänden, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Wissenschaftler*innen. Dabei stehen Themen wie die Perspektiven der Jugend, die spannungsreiche Beziehung zu Russland und die heutige Erinnerungskultur in Litauen im Fokus.

Unterwegs berichten die Teilnehmer*innen in diesem Blog von ihren Erlebnissen.

Die Reise wird von der BDKJ-Bundesstelle veranstaltet und von Go East (Renovabis) und dem BMFSFJ gefördert.

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Litauen-Blog
news-874 Fri, 14 Sep 2018 11:27:58 +0200 8000 junge Menschen im Einsatz für eine bessere Welt https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/8000-junge-menschen-im-einsatz-fuer-eine-bessere-welt/ Seit zehn Jahren bereiten katholische Träger Freiwillige auf den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „weltwärts“ vor. Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst „weltwärts“ feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Wegweisende Akteure bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Programms sind von Anfang an der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH) und MISEREOR. Gemeinsam haben die katholischen Träger in den vergangenen zehn Jahren rund 8000 junge Menschen in alle Welt entsendet. Dabei setzen die katholischen Träger vor allem auf langjährige Partnerschaften und die persönliche Begleitung der Freiwilligen. In einem jetzt veröffentlichten Thesenpapier machen die Träger ihre Haltung zum „weltwärts“-Programm deutlich und fordern in zehn Punkten unter anderem eine gleichberechtigte Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Entwicklungsministerium.

„Ich danke den vielen jungen Freiwilligen, die sich in den letzten zehn Jahren auf den Weg gemacht und sich für andere Menschen engagiert haben. Sie bilden bis heute eine lebendige Brücke zwischen uns und den Menschen des globalen Südens“, sagt BDKJ-Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener. „Gerade in Zeiten von zunehmendem Nationalismus ist es wichtig, dass junge Menschen andere Kulturen und Lebensrealitäten kennenlernen, Gastfreundschaft erfahren und davon zu Hause erzählen.“ 

Die Bedeutung der internationalen Freiwilligendienste für das Verständnis von Partnerschaft und Solidarität in der Weltkirche betont Hans Nirschl, stellvertretender Geschäftsführer der AGEH: „Die katholischen Entsendeorganisationen pflegen einen kontinuierlichen Partnerdialog. Darin besteht ein wichtiger Erfolgsfaktor für die hohe Qualität in entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten. Darüber hinaus ist ‚weltwärts‘ keine Einbahnstraße. Wir wünschen uns, dass viel mehr junge Menschen aus den Partnerorganisationen zu uns kommen können.“

Thomas Antkowiak, Geschäftsführer von MISEREOR, erklärt: „Seit Beginn des Programms ergänzen sich Staat, Kirchen und die zivilgesellschaftlichen Organisationen auf gute Weise bei der Umsetzung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes. Dennoch gibt es auch nach 10 Jahren Verbesserungsmöglichkeiten mit Blick auf eine gleichberechtigte Zusammenarbeit. Mit 13 Millionen Euro haben sich die katholischen Träger an der Durchführung von ‚weltwärts‘ beteiligt. Die Vielfalt der Träger ermöglicht zudem eine differenzierte Ansprache der Jugendlichen.“

Die AGEH ist der Personaldienst der deutschen Katholiken für internationale Zusammenarbeit. Sie vermittelt qualifiziertes und christlich motiviertes Fachpersonal aus Deutschland und anderen EU-Ländern in Projekte der Entwicklungszusammenarbeit weltweit. Für Organisationen, die Freiwillige weltweit in Projekte von Südpartnern vermitteln, bietet die fid-Service- und Beratungsstelle der AGEH pädagogische Angebote, Beratung zu allen Fragen des Freiwilligendienstes, Qualitätsmanagement und Vernetzung.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

Als Werk für Entwicklungszusammenarbeit der katholischen Kirche kämpft MISEREOR für Gerechtigkeit, gegen Hunger, Krankheit und Ausgrenzung sowie deren Ursachen. Gemeinsam mit einheimischen Partnern unterstützen wir Menschen unabhängig ihres Glaubens, ihrer Kultur und ihrer Hautfarbe. Seit der Gründung 1958 wurden über 107.000 Projekte in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika gefördert. MISEREOR ist Mitglied im Bündnis Entwicklung Hilft: www.entwicklung-hilft.de.

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news-873 Sat, 08 Sep 2018 10:48:46 +0200 Mehr Mitbestimmung, Transparenz und Mut zur Veränderung https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/mehr-mitbestimmung-transparenz-und-mut-zur-veraenderung/ Gemeinsame Erklärung zur Jugendsynode aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz. Verantwortliche der katholischen Jugendarbeit aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz haben im Vorfeld der Jugendsynode eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie klar Position zu aktuellen Themen in der Kirche beziehen. In dem Papier sprechen sich die Verantwortlichen der Länder unter anderem für mehr Mitbestimmung junger Menschen, für die Anerkennung von sexueller Orientierung und Geschlechtervielfalt und für eine transparente Kirche aus. Unterzeichnet ist die Erklärung von der Katholischen Jungschar Südtirols (KJS), Südtirols Katholischer Jugend (SKJ), der Katholischen Jugend Österreichs (KJÖ), dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Vertreter*innen der Jugendpastoral aus der Schweiz.

Die gemeinsame Erklärung ist das Ergebnis des ersten Vernetzungstreffens von Vertreter*innen kirchlicher Jugendarbeit aus dem deutschsprachigen Raum, das vom 7. bis 9. September in München stattfand. Der BDKJ hatte das Treffen organisiert, um eine gemeinsame Position der deutschsprachigen katholischen Jugendarbeit für die im Oktober anstehende Jugendsynode zu entwickeln und die Möglichkeiten eines dauerhaften Austausches zu prüfen. Eingeladen waren dazu Akteur*innen der Jugendpastoral aus Österreich, der Schweiz, Südtirol und Deutschland.

„Mit diesem Papier bringen wir die Perspektive von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die aktuellen Diskussionen ein. Jungen Menschen müssen eigene Räume in Kirche zur Verfügung stehen, und es muss für sie eine Mitsprache in allen Angelegenheiten möglich sein. Ich freue mich auf den zukünftigen, intensiven Austausch mit unseren Freund*innen aus Österreich, Südtirol und der Schweiz“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzender Thomas Andonie.

Magdalena Bachleitner, ehrenamtliche Vorsitzende der Katholischen Jugend Österreichs (KJÖ), erklärt: „Der Austausch mit anderen Ländern zeigt uns einerseits neue Perspektiven auf, andererseits wird deutlich, dass die Themen, die uns unter den Nägeln brennen, auch die anderen Länder beschäftigen. Die offene Gesprächskultur und den Mut, heikle Themen anzusprechen, wie wir das an diesem Wochenende gelebt haben, wünschen wir auch den Bischöfen und Synodenvätern.“

Auch für Viktor Diethelm vom Kompetenzzentrum Jugend der Deutschschweiz ist die gemeinsame Erklärung ein wichtiger Schritt: „Das Positionspapier spiegelt die Sichtweisen junger Menschen gegenüber der katholischen Kirche wieder. Diese konnten durch verschiedene Aktionen in der Schweiz erfasst werden. Das Vernetzungstreffen zeigte die große Übereinstimmung im deutschsprachigen Raum auf und fordert ein vernetztes Engagement für die Jugend in der katholischen Kirche. Dies soll unbedingt über dieses Treffen hinaus weitergeführt werden.“

Ähnlich sieht es die Vorsitzende der Katholischen Jungschar Südtirols, Verena Dariz: „Das Treffen in München zeigt einmal mehr: Wir Kinder und Jugendliche wollen Kirche mitgestalten und zwar wie! Wir sind gestärkt und motiviert nach Hause gefahren und freuen uns sehr auf die nächste Zusammenarbeit.“

Ein wichtiger Teil des Vernetzungstreffens war das öffentliche Hearing „Synodale Kirche – nur mit uns!“ am Samstag, 8. September, an dem rund 40 Jugendverbandler*innen und Interessierte teilnahmen. Im Rahmen des Hearings berichteten deutschsprachige Teilnehmer*innen von ihren spannenden Eindrücken der Vorsynode in Rom. In mehreren Workshops wurden dabei vier Themen diskutiert, die bei der Vorsynode sehr präsent waren und den Weg in das Arbeitsdokument der Jugendsynode gefunden haben: Politisches Engagement und Mitbestimmung, Rechte von Frauen in Kirche und Gesellschaft, Geistliche Begleitung und pastorale Berufe, Unterschiedlichkeit und Dezentralisierung.

Gefördert wurde das Vernetzungstreffen als internationaler Fachkräfteaustausch aus Mitteln des Kinder- und Jugendplanes des Bundes. 

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

Die Katholische Jugend Österreich ist die offizielle Jugendorganisation der römisch-katholischen Kirche in Österreich und gestaltet die kirchliche Jugendarbeit.

Südtirols Katholische Jugend ist eine selbstständige Jugendorganisation und beschäftigt sich mit der außerschulischen, kirchlichen Jugendarbeit in Südtirol auf Landes-, Bezirks- und Ortsebene.

Die Katholische Jungschar Südtirols ist mit knapp 300 Jungschar- und MinistrantInnengruppen und der Vielzahl an Sternsingengruppen die größte Kinderorganisation in Südtirol, die sich mit der außerschulischen kirchlichen Arbeit mit Kindern im Alter von 8 bis 13 Jahren beschäftigt.

Die Vertreter*innen aus der Schweiz repräsentieren Akteure auf deutschschweizer und kantonaler Ebene.

 

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news-872 Thu, 30 Aug 2018 10:54:14 +0200 Ausgezeichnete Jugendarbeit https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/ausgezeichnete-jugendarbeit/ BDKJ erhält den Herbert Haag Preis 2019 für seine lebensbejahende, weltoffene Art und seinen großen Beitrag zur Zukunft von Kirche und Gesellschaft. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wird am 24. März 2019 im schweizerischen Luzern mit dem Herbert Haag Preis ausgezeichnet. Die Herbert Haag Stiftung für Freiheit in der Kirche würdigt damit die Arbeit des BDKJ und seinen „großen Beitrag zur Zukunft von Kirche und Gesellschaft“. Die jugendliche, fröhliche, lebensbejahende und weltoffene Art des Verbands stehe in heiterem Kontrast zu gängigen Vorstellungen von Kirche, so die Begründung weiter. Die Stiftung zeichnet Menschen aus, die sich für Freiheit und Menschlichkeit innerhalb der Kirche einsetzen und richtet Anerkennungspreise an Personen und Institutionen im In- und Ausland, die sich durch freie Meinungsäußerung oder mutiges Handeln in der Christenheit exponiert haben.

„Wir freuen uns sehr über diesen Preis. Er ist eine Auszeichnung für das wertvolle Engagement in den katholischen Jugendverbänden in ganz Deutschland. Unermüdlich bringen sich tagtäglich Jugendliche und junge Erwachsene ehrenamtlich für Kinder und Gleichaltrige ein. Durch Gruppenstunden, Jugendfreizeiten und Jugendgottesdienste gestalten sie die Welt und machen sie so jeden Tag ein Stückchen besser“, sagt der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie. „Der Preis zeigt, dass der unbezahlbare Einsatz aus dem Glauben heraus in Kirche und Gesellschaft wirkt und sichtbar ist.“

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 24. März 2019, um 15.30 Uhr, im Hotel Schweizerhof in Luzern statt. Dotiert ist der Preis mit 10.000 Euro. Neben dem BDKJ wird auch die Schweizer JUBLA, der größte katholische Kinder- und Jugendverband der Schweiz, ausgezeichnet. Der BDKJ-Bundesvorstand gratuliert der JUBLA herzlich.

In der Begründung für die Preisverleihung heißt es: „Keine Organisation überlebt ohne junge Menschen in ihren Reihen. Das gilt auch für die Kirche, selbst wenn ihr Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit häufiger durch ältere Herren geprägt ist. Dabei sind es Zehntausende, in Deutschland Hunderttausende von jungen Menschen, die Woche für Woche zu kreativem Tun zusammenkommen und auf ihre Weise Kirche leben. Und Tausende – in Deutschland Zehntausende – entwickeln als jugendliche Leitungspersonen Initiativen und Phantasie und erfahren früh, was es heisst, für andere Verantwortung wahrzunehmen. Auf diese Weise wachsen junge Menschen allmählich auch in eine gesellschaftliche Verantwortung in Kultur und Politik hinein (…).

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news-871 Mon, 13 Aug 2018 10:39:38 +0200 Anliegen aller Jugendlichen mitnehmen https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/anliegen-aller-jugendlichen-mitnehmen/ BDKJ-Hearing zur Jugendsynode mit Weihbischof Wübbe: Anliegen junger Menschen aus der Jugendsozialarbeit Gehör verschaffen! Mehr als 30 junge Menschen und Verantwortliche aus Einrichtungen der Jugendsozialarbeit haben am Samstag, 11. August, unter dem Motto „Unser gemeinsames Haus – Baustelle ´Kirche für alle´“ mit Weihbischof Johannes Wübbe diskutiert. Sie nutzten die Gelegenheit, ihm die Anliegen von Jugendlichen aus unterschiedlichen Lebenswelten zu schildern und ihm diese mit auf den Weg zur Jugendsynode zu geben. Weihbischof Wübbe, Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), wird als Vertreter der DBK an der Jugendsynode teilnehmen, die vom 3. bis zum 28. Oktober zum Thema „Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“ in Rom tagt.

Der Osnabrücker Weihbischof freute sich über die vielfältigen Vorschläge der jungen Menschen und die gute Gesprächskultur. „Ich werde die vielen guten Anregungen und Ideen mit nach Rom nehmen, um sie dort in die Synode einzubringen“, so Wübbe. Auch Thomas Andonie, BDKJ-Bundesvorsitzender, zeigte sich mit den „intensiven und offenen Gesprächen“ sehr zufrieden. „Ich freue mich, dass Jugendverbände und die Jugendsozialarbeit gemeinsam am Tisch saßen und die Anliegen der Jugendlichen aus der Zielgruppe der Jugendsozialarbeit mit eingeflossen sind. So leistet der BDKJ seinen Beitrag, dass die Teilhabe aller junger Menschen an der Jugendsynode gelingt“, sagte Andonie.

Das Gesprächsangebot hatte bei Vertreter*innen aus den Jugendverbänden sowie aus der Jugendsozialarbeit eine positive Resonanz ausgelöst. Im Tagungshaus St. Clemens in Hannover wurden zentrale Fragen diskutiert: Warum wollen wir Demokratie in der Kirche? Wie gestalten wir Kirche vor Ort? Wie können wir die Anliegen aller Jugendlichen einbringen? Wie kommen wir zu gemeinsamen Entscheidungen?

Pia Focke, Diözesanvorsitzende des BDKJ im Bistum Osnabrück, resümierte: „Wir konnten die Bedeutung der Jugendverbände für die Demokratieentwicklung in der Kirche und unsere Vision einer demokratischen und geschwisterlichen Kirche einbringen.“ Theresa Wuitschick, BDKJ-Diözesanvorsitzende in Hildesheim, erhofft sich von der Synode einen Fortschritt für alle jungen Menschen: „Ich hoffe, dass von der Synode das Signal ausgeht, die Anliegen und Interessen aller Jugendlichen auf allen kirchlichen Ebenen zu hören und umzusetzen.“

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news-870 Tue, 07 Aug 2018 15:26:07 +0200 Attraktive Angebote, keine Pflichtdienste https://www.bdkj.de/aktuelles/artikel/attraktive-angebote-keine-pflichtdienste/ Der BDKJ spricht sich gegen eine allgemeine Wehrpflicht und einen allgemeinen Pflichtdienst aus. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat sich erneut gegen die Einführung einer allgemeinen Wehrplicht und eines allgemeinen Pflichtdienstes ausgesprochen. Das bekräftigte der BDKJ-Bundesvorstand und die „aktion kaserne“ bei ihrem heutigen Treffen mit dem Wehrbeauftragten Dr. Hans-Peter Bartels in Berlin, der die Anliegen des BDKJ begrüßte und ähnlich bewertete.

„Die Allgemeine Wehrpflicht stellt einen Eingriff in verfassungsmäßig garantierte Freiheitsrechte junger Menschen dar, der nur durch eine überragende sicherheitspolitische Notwendigkeit zu rechtfertigen ist“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Thomas Andonie. „Angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen bedarf es hochspezialisierter Streitkräfte. Daher ist für uns nicht nachvollziehbar, wie und warum dies nur mithilfe kurzdienender, junger Menschen bewerkstelligt werden kann.“

„Den Eingriff in die Freiheitsrechte junger Menschen und ihrer individuellen Lebensplanung sehen wir auch bei einem verpflichtenden Gesellschaftsdienst, wie er aktuell diskutiert wird. Daher halten wir an unserer berechtigten Forderung fest. Wir wollen, dass die bestehenden Freiwilligendienste ausgebaut werden. Katholische Träger von Freiwilligendiensten bieten jungen Menschen ein Angebot, sich aus freien Stücken für ein Jahr – und länger – für die Gesellschaft zu engagieren“, so Andonie weiter. „Die Freiwilligendienste gilt es zu stärken und besser zu fördern. Sie dürfen nicht verzweckt werden, um personelle Engpässe in der Pflege zu überbrücken. Es ist sicherzustellen, dass die Tätigkeiten der Freiwilligen auch dem Profil eines Freiwilligendienstes entsprechen und weiterhin als Bildungsprogramme konzipiert sind. So wird die Arbeitsmarktneutralität gewährleistet und die Dienste werden nicht als arbeitsmarktpolitische Maßnahmen missbraucht“, sagte der BDKJ-Bundesvorsitzende.

Ähnliches sei auch für den freiwilligen Wehrdienst wünschenswert: Wenn es gelänge, ihn noch stärker als einen Beitrag junger Menschen zu gestalten, der sowohl für die Bundeswehr als auch für die jungen Menschen selbst sinnvoll ist, dann würden sich genügend Interessierte dafür finden.

Die „aktion kaserne“ ist eine Initiative der Jugendverbände im BDKJ für junge Soldat*innen.

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

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