„Ermöglichen statt Vorschreiben“: Modellprojekt zur Umsetzung der Vision 2030 gestartet

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In diesen Tagen erhalten rund 6000 Jugendliche in Hessen Post. Dieses Mal nicht von der Bundeswehr, sondern vom hessischen Ministerpräsident Boris Rhein und der hessischen Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales Heike Hofmann. Boris Rhein ist Schirmherr des Pilotprojekts MACH. DEIN. JAHR., das die Freunde Waldorf Freiwilligendienste federführend umsetzen. Als Projektpartner gestaltet unter anderem der Bund der Deutschen Katholischen Jugend das Projekt aktiv mit. Mit dem Versand der Einladungsschreiben und Gutscheine in den Modellregionen Odenwaldkreis und Frankfurt Kalbach-Riedberg beginnt die erste Phase des Pilotprojekts. Als katholische Freiwilligendienstträger sind der BDKJ Mainz, der DiCV Mainz (beide Odenwaldkreis) und die Fachstelle Freiwilligendienste Bistum Limburg (Frankfurt am Main) in den hessischen Modellregionen aktiv. Nach Erhalt der Gutscheine können die Jugendlichen freiwillig Kontakt zum Beratungsnetzwerk oder direkt zu möglichen Einsatzstellen aufnehmen, sich formal bewerben und anschließend bei Interesse eine Vereinbarung in den bestehenden Dienstformaten abschließen, z.B. FSJ, BFD oder FÖJ.

„Das Projekt bietet aus unserer Sicht einen attraktiven und solidarischen Gegenentwurf zur Dienstpflichtdebatte und stärkt die zivilgesellschaftliche Teilhabe junger Menschen. Wir sehen darin einen wichtigen Beitrag zur Wirklichkeitswerdung einer Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit. Hierzu gehören für uns ein Rechtsanspruch auf Förderung einer jeden Freiwilligendienstvereinbarung, ein auskömmliches Taschengeld sowie eine breit angelegte Informationskampagne über die Möglichkeiten eines freiwilligen Engagements!“, erläutert BDKJ-Bundesvorsitzender Henner Gädtke.

Das gesamte Projekt wird zudem wissenschaftlich begleitet, um seine Wirksamkeit messbar zu machen: Untersucht wird beispielsweise, ob sich mehr Jugendliche für einen Freiwilligendienst entscheiden und welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind. Der BDKJ-Hauptausschuss hatte zuletzt im Januar 2026 unter anderem die Forderung nach einer Überarbeitung der Förderrichtlinie Jugendfreiwilligendienste und der Erarbeitung eines Freiwilligendienste-Stärkungsgesetz unterstrichen; Positionen, die im Dezember 2025 der Deutsche Bundestag und im Februar 2026 auch Bundesjugendministerin Karin Prien aufgegriffen haben. „Wir freuen uns, dass Heike Hofmann und Boris Rhein das Anliegen teilen, jungen Menschen auf freiwilliger Basis Engagement, Erfahrung und Orientierung zu ermöglichen, statt den Diskurs um einen verpflichtenden Dienst zu befeuern. Wir erwarten hier auch eine entsprechende Ausstrahlung auf die Bundespolitik“, schließt Gädtke ab.

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