Reformgruppen äußern sich zur Synodalverammlung

Bild von der Demo vor der 5. Synodalversammlung in Frankfurt

Nichts mehr auf die lange Bank schieben

Gemeinsam die Synodalen an die nötigen konkreten Umsetzungen von Beschlüssen erinnern und diese einfordern – das möchten die katholischen Reformkräfte zur 6. und letzten Synodalversammlung vom 29. bis 31. Januar 2026 in Stuttgart.

Acht Reformgruppen haben sich heute, am 27. Januar, im Rahmen eines Pressegesprächs den Fragen der Journalist*innen und Medienschaffenden gestellt. Ihnen allen ist wichtig: Der synodale Prozess in Deutschland muss weitergehen, ein Stillstand ist nicht hinnehmbar. Reformen dürfen nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden.

Das gemeinsame Auftreten von verschiedenen katholischen Verbänden und Organisationen zeigt einmal mehr, welch hoher Bedeutung der Synodalversammlung beigemessen wird. Alle Reformgruppen werden am Donnerstag, 29. Januar, ab 11:30 Uhr am Maritim-Hotel in Stuttgart sein und eine gemeinsame Aktion durchführen. Sie möchten mit den Synodalen ins Gespräch kommen und sie ermutigen, für eine konkrete Umsetzung der Ergebnisse des Synodalen Wegs und für eine synodale Kirche einzutreten. Die acht Reformgruppen stehen auch vor Ort für Interviews zur Verfügung.

Zitate aus dem Pressegespräch

  • Volker Andres, Düsseldorf, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) 

    Ich spreche hier für den BDKJ und die katholischen Jugendverbände. Auch junge Menschen fordern Reformen. Die strukturellen Ursachen für Missbrauch sind noch nicht beseitigt. Auch ist es wichtig, den zukünftigen Prozessen auf eine geschlechter- und generationengerechte Besetzung von Gremien zu achten.

    Ich möchte an dieser Stelle die großartige Arbeit der jungen Synodalen, der „15 unter 30“ hervorheben. Sie bereicherten die Arbeit des Synodalen Weges immens. Durch ihre Arbeit spendeten sie vielen Menschen Mut und Hoffnung, dass diese Kirche auch ein Ort für sie sein möchte und die Kirche eine gute Zukunft hat. Sie haben damit gezeigt, wie wertvoll junge Stimmen für die Prozesse und Gegenwart und Zukunft der Kirche sind. Besonders den jungen Synodalen möchte ich daher für ihr großartiges Engagement danken." 

     
  • Christian Weisner, Dachau, Bundesteam KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche
    „Wir Reformkräfte sprechen für die große Mehrheit der Katholikinnen und Katholiken in Deutschland. Der deutsche Synodale Weg ist kein Sonderweg. Allerdings hat der vatikanische Eingriff in die Satzung der künftigen Synodalkonferenz deutlich gemacht, dass verbindliche Synodalität innerhalb des bestehenden hierarchischen Kirchenrechts kaum möglich ist.“

     
  • Ulrike Göken-Huismann, Düsseldorf, stv. Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e. V. und Mitglied des Synodalen Weges
    Die kfd appelliert an die Verantwortlichen in der katholischen Kirche in Deutschland, die Umsetzung der Grund- und Handlungstexte nicht auf die lange Bank zu schieben. Klare konkrete Schritte sind dringend nötig. Wir erwarten den Einsatz der 6. Synodalversammlung für die Zulassung zu allen Diensten und Ämtern für Frauen.“

     
  • Dorothee Sandherr-Klemp, Köln, Geistliche Beirätin des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB)
    „Gerade in einer Zeit der entfesselten politischen Machtspiele und des Machtmissbrauchs, in einer Hoch-Zeit der vermeintlich starken Männer und selbsternannten Führer, die das Recht des Stärkeren einfordern, brauchen wir dringend das jesuanische ‚Bei euch aber soll es nicht so sein‘: Genau dafür steht der Synodale Weg!“

     
  • Katharina Hubrich, Osnabrück, seit Beginn engagiert bei Maria 2.0
    „Besonders zwei Punkte liegen uns am Herzen:
     Der Umgang mit Überlebenden sexualisierter Gewalt muss entbürokratisiert und von großzügigen Entschädigungen geprägt sein. Was wäre es für ein Zeichen für die Situation von Frauen weltweit, wenn die katholische Kirche die Rechte von Frauen denen der Männer gleichstellen würde!“
     
  • Rainer Teuber, Essen, Mitorganisator und Sprecher, #OutInChurch e.V.
    „Es kommt also nun einerseits auf die Verantwortlichen in den Bistümern an. Andererseits sind alle gefordert, denen an einer diskriminierungsfreien Kirche gelegen ist, denn Kulturwandel erfordert ein zusammenwirken von vielen Menschen auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Wirkungskreisen.“

     
  • Paul-G. Ulbrich, München, Sprechendenteam Gemeindeinitiative.org
    „Kirche muss zukünftig in enger Orientierung an Jesu Handeln wieder von den Menschen und ihren Bedürfnissen her gestaltet werden. Das Kleben an einem männerbündisch-hierarchisch-absolutistischen Klerikalsystem, das eine Zweiklassenkirche schuf, ist geschichtlich gewachsen und somit veränderbar.“

     
  • Dr. Martin Schockenhoff, Stuttgart, Leitungsteam pro concilio
    „Reformen müssen in den Kirchengemeinden ankommen und sich dort auswirken. Ohne Reformen können örtliche Kirchengemeinden als Glaubensgemeinschaften nicht überleben. In Anlehnung an Karl Rahner: Sie werden reformiert sein, oder sie werden nicht mehr sein.“

     

 

 

 

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