(Stuttgart, 31.01.2026) Am Samstagmittag endete die sechste Synodalversammlung des Synodalen Weges in Stuttgart. Damit endet auch das erste Kapitel des Synodalen Weges. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zieht ein gemischtes Fazit und mahnt weitere Schritte an.
„Die jungen Synodalen haben durch ihren Einsatz den Synodalen Weg bis hierher geprägt. Dies wurde hier in Stuttgart auch von vielen Synodalen anerkannt und betont. Dennoch mussten wir uns intensiv dafür einsetzen, dass es eine feste Quote für junge Menschen in der Synodalkonferenz gibt”, erklärt der BDKJ-Bundesvorsitzende Volker Andres. „Nun wurde wenigstens beschlossen, dass mindestens fünf Personen der hinzuzuwählenden unter 30 Jahre alt sein müssen. Das ist weniger als die 30 %, die wir zurecht fordern ‒ aber besser als nichts. Auch dass zumindest 13 Frauen gewählt werden müssen, ist wahnsinnig wichtig. Das große Aber, das hier bleibt: Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit nur auf die Wahl der ‘weiteren Gläubigen’, also lediglich einem Drittel der gesamten Konferenz, anzuwenden, ist viel zu wenig.”
„Die Versammlung hat sich vor allem mit einem Rückblick auf den bisherigen Weg der letzten Jahre befasst, welcher durchaus auch selbstkritisch betrachtet wurde. Die Evaluation hat gezeigt, dass Veränderungen in der Kirche bewirkt werden konnten. Das Monitoring der Umsetzung der Beschlüsse hat aber auch klargemacht, dass zwar einige Dinge angegangen wurden, aber auch sehr viele Beschlüsse noch offen sind”, erklärt BDKJ-Bundesvorsitzender Volker Andres. „Nur knapp über 30 Prozent der Beschlüsse sind schon umgesetzt, da ist Luft nach oben. Leider wurde auch nicht transparent gemacht, welche Rückmeldung aus welchem Bistum kommt. So haben die Gläubigen nicht die Möglichkeit nachzuvollziehen, wo in ihren Bistümern noch Baustellen offen sind oder in welchen Bistümern es beispielhafte Umsetzungen gibt, an denen man sich orientieren kann.”
„Der synodale Weg hat seinen Ursprung in der Bekämpfung der strukturellen Ursachen des sexuellen Missbrauchs. Hier wurden erste Schritte gegangen, aber es liegt noch einiges an Weg vor uns”, betont Volker Andres. „Die bisherigen Beschlüsse müssen in allen Bistümern umgesetzt werden und die Synodalkonferenz muss weitere Themen beraten und weitere Reformen beschließen. Auch muss konsequent auf das gehört werden, was uns Betroffene von sexualisierter Gewalt empfehlen. Nur so kann die Kirche ein sicherer Ort für alle Menschen werden, insbesondere für Frauen und junge sowie queere Menschen.”

