(Düsseldorf, 21.01.2026) Zur aktuellen Debatte über gesetzliche Altersgrenzen und Social Media Verbote für Kinder und Jugendliche positioniert sich der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) für mehr Kinderschutz, aber gegen pauschale Verbote, da diese junge Menschen von relevanten gesellschaftlichen Räumen ausschließen würde.
„Kinder und Jugendliche brauchen Schutz im digitalen Raum und sie haben zugleich ein Recht auf Teilhabe, Information und Mitgestaltung. Pauschale Verbote lösen die Probleme digitaler Plattformen nicht an der Wurzel und dürfen nicht dazu führen, dass junge Menschen von gesellschaftlicher und demokratischer Teilhabe ausgeschlossen werden“, erklärt Henner Gädtke, BDKJ-Bundesvorsitzender.
Der BDKJ betont, dass digitale Politik Gesellschaftspolitik ist. Digitale und Analoge Räume sind längst nicht mehr voneinander trennbar. Junge Menschen wachsen in einer Lebenswelt auf, in der digitalen Kulturräume Teil des Alltags sind. Dort finden sowohl politische Diskurse als auch Bildung, Religion, Beziehungspflege und Selbstverwirklichung statt.
„Es braucht einen kinderrechtsbasierten Ansatz, der Schutz, Befähigung und Teilhabe gemeinsam in den Blick nimmt. Statt vor allem auf pauschale Ausschlüsse zu setzen, fordern wir wirksame politische Rahmenbedingungen, die Plattformen in die Pflicht nehmen und junge Menschen stärken”, betont Henner Gädtke. „Plattformen müssen so gestaltet sein, dass Kinder und Jugendliche sicher teilnehmen können. Dazu gehören altersgerechte Voreinstellungen, weniger manipulative Mechanismen und klare Schutzstandards im Sinne von Sicherheit durch Gestaltung.”
„Gleichzeitig braucht es eine konsequente Bekämpfung von digitaler Gewalt und Hassrede. Junge Menschen, insbesondere marginalisierte Gruppen, müssen wirksam vor Hass, Diskriminierung und digitaler Gewalt geschützt werden. Dafür sind funktionierende Meldewege, schnelle Bearbeitung, Beratung und konsequente Rechtsdurchsetzung notwendig”, betont Lisa Quarch, geistliche Leitung des BDKJ.
„Ebenso wichtig ist die Stärkung digitaler Mündigkeit und Medienkompetenz. Kinder und Jugendliche brauchen verlässliche Medienbildung in Schule und außerschulischer Bildung. Auch Eltern, Sorgeberechtigte, Lehrkräfte und ehrenamtlich Engagierte müssen stärker unterstützt und qualifiziert werden.”
Der BDKJ betont, dass es darüber hinaus junge Menschen Zugang zu vertrauenswürdigen, altersgerechten und barrierearmen digitalen Angeboten brauchen. Das gilt auch für sichere Räume für Information, Austausch und Beratung, etwa bei Themen wie psychischer Gesundheit, Diskriminierung oder Identität. Außerdem müssen junge Menschen verbindlich an politischen Entscheidungen über digitale Räume beteiligt werden. Wenn über Regeln für ihre Lebenswelt entschieden wird, müssen sie mitreden können. Es gilt, nichts über junge Menschen ohne junge Menschen.
„Die aktuellen Vorschläge zeigen, dass es zu Recht ein wachsendes Problembewusstsein für Suchtmechanismen, psychische Belastungen und Desinformation gibt. Aber wir brauchen Lösungen, die Kinderschutz und Kinderrechte zusammenbringen. Wer nur verbietet, ohne Plattformmacht zu regulieren und Medienbildung auszubauen, greift zu kurz“, so Lisa Quarch. „Wir rufen daher die SPD und CDU sowie alle weiteren Parteien dazu auf, die Debatte an den Rechten und Lebensrealitäten junger Menschen auszurichten und gemeinsam mit ihnen tragfähige, wirksame und gerechte Regelungen für digitale Räume zu entwickeln.”

