63. Aktion Dreikönigssingen unter dem Eindruck der Corona-Pandemie

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Aachen.  Die 63. Aktion Dreikönigssingen rund um den kommenden Jahreswechsel wird stattfinden. Das machten die bundesweiten Träger der Aktion, das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), am Donnerstag im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz deutlich. Die in der Sternsinger*innenzeit gültigen Verordnungen werden vorgeben, ob sich die Sternsinger*innen – ausgestattet mit Hygieneplänen und Masken – in den 10.000 Pfarreien bundesweit auf den Weg zu den Menschen machen können oder ob sie kontaktfreie Aktionsformen wählen. Ihr Leitgedanke: „Heller denn je – die Welt braucht eine frohe Botschaft!“

Bundesweit eröffnet wird die 63. Aktion Dreikönigssingen am Dienstag, 29. Dezember, um 11 Uhr im Aachener Dom. Die Kaiserstadt ist nach 1999 zum zweiten Mal Gastgeberin eines bundesweiten Aktionsauftakts. „Ich freue mich sehr, dass die Sternsinger in unserem Dom sein werden und dass ich sie von dort aus auf ihren Weg entsenden darf. Wir sind als Bistum gerne Gastgeber für diese bundesweite Aussendung“, machte der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser zu Beginn der Pressekonferenz deutlich. „Es ist eine außergewöhnliche Zeit. Dass die Aktion stattfindet, ist ein Zeichen der Hoffnung, der Verbundenheit, der Nähe in dieser schweren Zeit. Die Sternsinger tragen eine Botschaft, eine Botschaft der Hoffnung mit sich.“

Masken, Hygienekonzept und vielfältige Aktionsformen

Gerade jetzt sei es besonders wichtig, dass die Menschen in Deutschland den Segen bekommen, so Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘. „Wir sind überzeugt, dass die Aktion verantwortungsvoll, kreativ und vielfältig gelingen kann. Und das heller denn je.“ Mit einem Hygienekonzept und variantenreichen Aktionsformen soll das Sternsingen an vielen Orten in Deutschland möglich werden. Auf der Website www.sternsinger.de geben die Aktionsträger dazu zahlreiche Tipps und Hilfestellungen für die Organisation vor Ort. „Wir spüren, wie kreativ die Gemeinden sind. Sternsingen heißt natürlich, von Haus zu Haus zu gehen, aber dort, wo das nicht möglich ist, gibt es eine ganze Reihe von tollen Ideen. Deshalb glauben wir: Nichts tun ist keine Alternative. Denn die Welt braucht eine frohe Botschaft!“, so Pfarrer Bingener.

Segenspakete, Segensaufkleber und weitere Materialien, die bei möglichen kontaktfreien Aktionsvarianten eingesetzt werden können, werden aktuell in großer Zahl beim Kindermissionswerk bestellt. 

Solidarität endet nicht an Landesgrenzen

„Kinder und Jugendliche haben ein sehr großes Bewusstsein dafür, dass weltweit Gleichaltrige unter der aktuellen Pandemie leiden. Unsere Solidarität endet nicht an Landesgrenzen, das zeigen wir in diesem Jahr auch beim Sternsingen“, erklärte Domvikar Stefan Ottersbach, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), warum es so wichtig ist, dass die 63. Aktion Dreikönigssingen stattfinden kann. Dabei weißt Stefan Ottersbach auch auf die bedrohten Zukunftschancen von Kindern und Jugendlichen weltweit durch Hunger, Schulschließungen, mangelnde Gesundheitsversorgung, vernachlässigte Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose, der Anstieg ausbeuterischer Kinderarbeit und vielfältige psychische Belastungen hin.

Bundesweite Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen in Aachen

Die Planungen der bundesweiten Eröffnung in Aachen hatten vor mehr als einem Jahr begonnen. Damals sei man noch von 1.200 Sternsinger*innen ausgegangen, jetzt seien es zwölf, die beim Wortgottesdienst im Aachener Dom dabei sein könnten, so Dr. Annette Jantzen, Geistliche Verbandsleitung des BDKJ-Diözesanverbandes Aachen. „Wir feiern in Verbundenheit mit ganz vielen Kindern, die dann online zuschauen können und die dadurch für sich persönlich den Startschuss in die Aktion Dreikönigssingen miterleben können“, so Jantzen weiter. „ Sie erfahren dadurch immer noch das, was wir mit dieser bundesweite Eröffnung vermitteln wollten: Das Gefühl, wir sind viele und zusammen können wir etwas erreichen.“

Geplant ist, dass die Eröffnung Ende Dezember klassische und interaktive, analoge und digitale Elemente verbindet und die Beteiligung der zuschauenden Kinder über den Chat ermöglicht. Domradio.de überträgt den Gottesdienst live im Internet und im Fernsehsender EWTN. Sternsinger aus ganz Deutschland sind eingeladen, über die Plattform https://bundesweite-eroeffnung.sternsinger.de/ digital am Gottesdienst teilzunehmen.

Maske aufsetzen, eine Sternlänge Abstand halten

Wie Sternsingen in der Coronazeit möglich sein kann, das demonstrierten in der digitalen Konferenz die drei Sternsinger*innen Ben Maintz (10) und Louisa Vondenbusch (17) aus Aachen sowie Nuka Luffy (11) und    Begleiter Namik Luffy (18) aus dem benachbarten Stolberg. Maske aufsetzen, eine Sternlänge Abstand halten, die Spenden mit einem Kescher entgegen nehmen und die Wohnungen und Häuser nicht betreten. Die Gruppe ist gut vorbereitet auf eine ungewöhnliche Aktion und hat ein Alternativkonzept aufgestellt. Die Vorbereitung aufs Sternsingen läuft online.

Rund 1,19 Milliarden Euro, mehr als 75.600 Projekte

Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 1,19 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 75.600 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 62. Aktion zum Jahresbeginn 2020 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.034 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 52,4 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration.

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