108 Sternsinger*innen im Bundeskanzleramt

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Foto: Mika Väisänen / Kindermissionswerk

„Ganz herzlichen Dank dafür, dass Ihr diesen Dienst tut für andere Kinder auf der Welt und natürlich auch für die Menschen in Euren Pfarreien, die sich freuen, wenn um den  Dreikönigstag die Sternsinger vorbei kommen und die Häuser segnen.“ Minister Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, hieß am Dienstagnachmittag in Vertretung von Bundeskanzler Friedrich Merz die Sternsingerinnen und Sternsinger in Berlin willkommen und fand viele lobende Worte für die engagierten Kinder und Jugendlichen. Der Bundeskanzler war wegen eines wichtigen politischen Termins in Paris kurzfristig verhindert, ließ von seinem Vertreter aber  wertschätzende Grüße ausrichten.

Minister Frei, der „acht oder neun Jahre selber Sternsinger“ in seiner Jugend war, machte gleich mehrfach in seiner Ansprache deutlich, wie sehr er das Engagement der vielen Königinnen und Könige schätzt, die sich an der Aktion Dreikönigssingen beteiligen. 108 von ihnen waren aus allen Himmelsrichtungen nach Berlin gekommen und mit glänzenden Kronen und großen Sternen ins Bundeskanzleramt eingezogen. Mit dabei, eine wichtige Botschaft: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ heißt das Motto der aktuellen Aktion Dreikönigssingen. Überall in Deutschland machen die Sternsingerinnen und Sternsinger in diesen Tagen auf ihrem Weg zu den Menschen deutlich, wie wichtig es weltweit für Mädchen und Jungen ist, dass sie zur Schule gehen können statt arbeiten zu müssen.

„Bildung und die Chance, lernen zu dürfen, ist die Voraussetzung, dass man dann wirklich ein selbstbestimmtes Leben führen kann“, machte Kanzleramtsminister Thorsten Frei deutlich. Das Engagement der Sternsingerinnen und Sternsinger sei wichtig, um genau dies immer wieder ins Bewusstsein zu bringen. „Ihr seid damit auch ein Vorbild für viele Gleichaltrige. Und Ihr seid auch ein Vorbild für viele Erwachsene, weil Ihr selber etwas tut und auf die Probleme in der Welt hinweist.“

„Kinderrechte brauchen politische Unterstützung“

Im Namen der bundesweiten Aktionsträger bedankte sich Daniela Hottenbacher, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), bei Minister Thorsten Frei für die Einladung und warb im Sinne der Kinder in aller Welt um die Unterstützung aus der Politik: „Kinderrechte brauchen politische Unterstützung. Sie brauchen klare Entscheidungen in der Entwicklungszusammenarbeit, ein konsequentes Vorgehen gegen Kinderarbeit entlang globaler Lieferketten und das klare Bekenntnis zu Deutschlands internationaler Verantwortung. Wir bitten Sie daher, sich dafür einzusetzen, dass Kinder weltweit geschützt werden, dass sie lernen können, statt zu arbeiten, dass Gewalt gegen sie benannt und verhindert wird, und dass Kinder, die besonders gefährdet sind, gezielt gestärkt werden. Im Namen des BDKJ, des Kindermissionswerks und aller jungen Menschen, die in den kommenden Tagen unterwegs sind, danke ich Ihnen sehr herzlich für Ihre Zeit und Ihre Unterstützung.“ Daniela Hottenbacher hatte die Sternsingerinnen und Sternsinger gemeinsam mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, ins Bundeskanzleramt begleitet.

Kinder gehören in die Schule, nicht in die Fabrik

An einer Schultafel stellten die Sternsingerinnen und Sternsinger Liuba (16), Marie (12), Rebecca (11) und Sebastian (9) aus der Pfarrei St. Medardus in Lüdenscheid (Bistum Essen) das diesjährige Aktionsthema vor. Am Beispiel von Tazim und Nour, zwei ehemals arbeitende Kinder aus Bangladesch, machten die Sternsingerinnen und Sternsinger deutlich: „Ein Ausweg aus der Kinderarbeit ist die  Schule. Denn wenn Kinder zur Schule gehen, können sie später einen guten Beruf erlernen, um ihre Familie zu ernähren. Und dann können irgendwann auch ihre Kinder zur Schule gehen.“ Abschließend überreichten die vier Kinder aus Lüdenscheid Minister Thorsten Frei ein symbolträchtiges Geschenk – eine kleine Schultafel mit einer wichtigen Botschaft: „Kinderrechte sind Chefsache!“

Die Sternsingerinnen Klara (13), Marie (13), Amelie (13) und Alisha (14) aus der Pfarrei Schmerzhafte Mutter Gottes in Aufenau (Bistum Fulda) trugen den Segen der Sternsingerinnen und Sternsinger vor. Klara durfte mit ihrer Sammeldose die persönliche Spende von Minister Thorsten Frei entgegennehmen, mit der er ein Sternsinger-Hilfsprojekt für arbeitende Kinder in Bangladesch unterstützt. Alisha schrieb zum Abschluss den Segen „20 * C + M + B + 26 – Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus im Jahr 2026“ im Kanzleramt an.

Seit 1984 bringen die Sternsingerinnen und Sternsinger jedes Jahr ihren Segen ins Bundeskanzleramt. Jeweils vier Königinnen und Könige aus allen 27 Bistümern repräsentieren dabei alle Kinder und Jugendlichen, die sich bundesweit an der Aktion beteiligen.

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