Synodaler Weg

In der katholischen Kirche in Deutschland bewegt sich etwas. Die deutschen Bischöfe und der Zusammenschluss der Lai*innen, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), haben einen gemeinsamen Synodalen Weg beschlossen, bei dem verbindliche Entscheidungen unter Beteiligung der Gläubigen getroffen werden sollen. Hier findet ihr alle Informationen über den Weg, die bisherigen Fortschritte und wie der BDKJ die Stimme junger Menschen in diesen Prozess einbringt.

Der BDKJ und der Synodale Weg


Der BDKJ vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft und wird das selbstverständlich auch im Synodalen Weg tun. Dafür bezieht sich der BDKJ auf die im Dachverband gemeinsam beschlossenen Anliegen der Jugend- und Diözesanverbände. 

Im Auftrag des Zentralkomitees der deutsche Katholiken (ZdK) durfte der BDKJ 15 junge Menschen für den Synodalen Weg benennen. Mehr zu den Jugendvertreter*innen in der Synodalversammlung erfahrt ihr hier.

In der Synodalversammlung werden zudem - nominiert vom Zentralkomittee der deutschen Katholiken - unsere Bundesvorsitzende Katharina Norpoth und unser Bundesvorsitzender Thomas Andonie teilnehmen.

BDKJ-Positionen im Synodalen Weg


Insbesondere wird der BDKJ in den Synodalen Weg die Anliegen junger Menschen einbringen und sich für deren Beteiligung einsetzen. Unsere Forderungen sind:

1. Beteiligt junge Menschen!

Fast jede*r dritte Katholik*in ist unter 30 Jahre alt. Junge Menschen sind nicht nur die Zukunft der Kirche, sondern ein großer Teil ihrer Gegenwart. Deshalb fordern wir, dass ein Drittel der Entscheider*innen im synodalen Weg Menschen unter 30 oder deren gewählte Vertreter*innen sind.

2.Teilt Macht und Verantwortung!

In der Jugend(verbands)arbeit leben wir Partizipation durch eine gemeinsame Leitung: Menschen verschiedenen Geschlechts, Geistlicheund Lai*innen. Ausgehend von unseren positiven Erfahrungen erwarten wir in der katholischen Kirche eine Leitung, die durch Vielfalt und Parität stark ist und in der sich Lai*innen und Geistliche auf Augenhöhe begegnenund gemeinsam gestalten.

3. Segnet gleichgeschlechtliche Paare!

Wir erwarten, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften als Liebesbeziehungen akzeptiert und respektiert werden. Dazu gehört nach unserem Verständnis die Möglichkeit einer Segnung für gleichgeschlechtliche Paare.

4. Ermöglicht Gleichstellung!

Wir fordern, hierzulande alle diözesanen Möglichkeiten auszuschöpfen, um Mädchen und Frauen in der Kirche gleichzustellen. Darüber hinaus erwarten wir von unseren Bischöfen, auch auf Ebene der Weltkirche für die Gleichberechtigung von Frauen einzutreten.

5. Etabliert eine lebensnahe Ausbildung für Priester!

Strukturen, die es fördern, dass Priesteramtskandidaten unter sich bleiben, sind abzuschaffen. An die Stelle der Konvikts-und Seminarausbildung, die sich aufgrund geringer Kandidatenzahlen ohnehin kaum noch trägt, müssen neue und lebensnahe Wohn-und Begleitungsformen treten. Die pastorale Ausbildung sollte grundsätzlich gemeinsam mit den anderen pastoralen Diensten erfolgen, denn Identität und ein eigenes Rollenbild entsteht gerade im Austausch mit anderen und nicht in der Abschottung.

Der Synodale Weg

Der Synodale Weg wurde von den deutschen Bischöfen auf ihrer Vollversammlung im März 2019 beschlossen. Eine strukturierte Debatte mit dem ZdK und den deutschen Bischöfen sollte angestoßen werden. Einen erheblichen Anstoß, einen solchen Prozess zu starten, gab die 2018 veröffentliche MHG-Studie, die aufzeigte, dass die sexualisierte Gewalt durch Geistliche in der Kirche System hatte und systemisch begünstigt wurde.
Das Ziel des Synodalen Weges ist, die kirchlichen Strukturen in Deutschland weiterzuentwickeln um als Organisation ihrem Zweck gerecht zu werden: der Verkündigung des Wortes Gottes.
Dazu wurden insgesamt vier Foren einberufen, die sich mit folgenden Themen auseinandergesetzt haben und Fragen identifiziert haben:

  • Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag
  • Priesterliche Existenz heute
  • Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche
  • Leben in gelingenden Beziehungen - Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft

Die Foren werden paritätisch von je einem Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des ZdK geleitet.

Der eigentliche synodale Weg begann am 1. Advent 2019. Die Vorbereitung wurde zunehmend gleichberechtigt zwischen Bischöfen und Lai*innen verantwortet. Dazu gehören auch die thematischen Foren, besetzt durch Expert*innen, Vertreter*innen der Wissenschaft, Bischöfe und Lai*innen, die von Mai bis August 2019 getagt haben.  
In der Gemeinsamen Konferenz, ein regelmäßiges gemeinsames Gremium von ZdK und DBK, im Juli 2019 wurde ein erster Satzungsentwurf diskutiert und in die jeweiligen Gremien in ZdK und DBK weiter verwiesen.
Eine „Erweiterte Gemeinsame Konferenz“ fand von 13. bis 14. September in Fulda statt. Diese Konferenz ist das übliche gemeinsame Gremium des ZdK und DBK mit der zusätzlichen Teilnahme von Vertreter*innen des ZdK sowie weiteren Bischöfen. Es wurden in guter Gesprächsatmosphäre von Bischöfen und Lai*innen gemeinsam die von den Foren identifizierten Themen und Fragen besprochen und auch die Abläufe des kommenden synodalen Weges.
Im Herbst stimmten erst die Vollversammlungder DBK und dann die Vollversammlungdes ZdK dafür, den Synodalen Weg zu gehen.

Nach dem offiziellen Start mit einem Gottesdienst im Dom zu München, in der Karin Kortmann, Vizepräsidentin des ZdK und Reinhard Kardinal Marx, Vorsitzender der DBK, die „Synodalkerze“ entzünden, wurde der Synodale Weg eröffnet.
Die erste Synodalversammlung findet von 30. Januar bis 01. Februar statt, die zweite Synodalversammlung ist für 03. bis 05. September angesetzt.

Der BDKJ hat in der Vorbereitung inhaltlich mitgewirkt: Vom Bundesfrauenpräsidium ist Annette Jantzen (DV Aachen) im Forum „Zugang von Frauen zu Ämtern und Diensten“ eingebunden. Unsere Bundesvorsitzende Lisi Maier und unser Bundesvorsitzender Thomas Andonie haben die Anliegen junger Menschen sowie die Ergebnisse der Sinus-Milieu-Studie zu Liebe, Sexualität und Partnerschaft in das Forum „Sexualmoral“ eingebracht.
Durch unseren Bundesvorsitzenden Thomas Andonie und Katharina Libon (DV Regensburg) ist der BDKJ auch in der Erweiterten Gemeinsamen Konferenz vertreten.

Gemäß des Grundsatzes „Jugend leitet Jugend“ hat der BDKJ im Auftrag des ZdK die Auswahl der 15 zusätzlichen Plätze für junge Menschen unter 30 Jahren sowie deren Begleitung im Prozess übernommen.

Stimme des BDKJ zum Synodalen Weg

Beschluss: Ein Drittel unter 30!

Die Satzung des Synodalen Weges

Satzung-des-Synodalen-Weges.pdf

Positionen des BDKJ

Beschluss: Gerechter Kirche sein

Nur mit gleichberechtigten Mädchen und Frauen hat unsere Kirche eine Zukunft!

Beschluss: Kirche bewirbt sich

Beschluss: U28 - Zukunft der Kirche

Beschluss: Sexualisierte Gewalt verurteilen

Beschluss: Zum kirchlichen Umgang mit Liebe und Partnerschaft

Beschluss: Nein zu sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche

Beschluss: Macht teilen - Gleichheit anerkennen

Beschluss: Freiheit der Kinder Gottes