„Schullandschaft ist ein Flickenteppich“PISA: Radikal reformiertes Schulsystem statt föderaler Machtspiele, das fordern die katholischen Jugendverbände.

Berlin, 18. November. „Schule ist in Deutschland ein Flickenteppich, der komplett ausgetauscht werden muss, statt immer nur die ärgsten Löcher zu stopfen.“ Das erklärt die Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Andrea

„Wir sehen Erfolg versprechende Entwicklungen“, so Hoffmeier. So würden in Sachsen beispielsweise deutlich kleinere Klassen, der hohe Anteil von Ganztagsgrundschulen sowie gut ausgebildetes Personal in Kindertageseinrichtungen erlauben, dass als bildungsbenachteiligt geltende Kinder besser gefördert würden.

Dennoch zeigten die Ergebnisse, dass die Bildungschancen immer noch von biographischen Zufällen, wie etwa von der Geburt in eine bestimmte Familie, vom Wohnort und vor allem von Karrierevorstellungen des Elternhauses, abhingen. „Es reicht nicht, nur hier und da etwas zu tun, wir brauchen grundlegende Veränderung.“ Es gehe nicht darum, mit der Pisa-Studie jedes Jahr neue Landes-Sieger und -Verlierer zu küren. „Es geht um die Zukunft von Kindern und Jugendlichen in ganz Deutschland.“ 

Dabei würden föderale Machtspiele Kindern und Jugendlichen nicht weiter helfen. „Wir brauchen ein anderes Schulsystem: Durchlässigkeit statt starrer Systeme, Chancengleichheit statt früher Aussortierung, flächendeckend kleinere Klassen statt Massenbetrieb, individuelle Förderung und ganzheitliche Bildung statt Auswendiglernen und Förderung nur in bestimmten Fächern. Darüber hinaus brauchen wir besser ausgebildetes Lehrpersonal sowie die Einbindung anderer Berufsgruppen wie etwa Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in der Schule.“

Der BDKJ ist Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen.

Pressemitteilung Nr. 33 des BDKJ-Bundesvorstandes
Pressesprecher: Michael Kreuzfelder, Telefon 0211 4693155

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