Schaukeln, Papst und Pastoral

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(Bild: BDKJ-Bundesstelle)

Letzter Tag in Kaunas. Nach dem Besuch im Fort IX und dem Austausch mit der Kolping geht es zum letzten Termin.

Wir laufen die Hauptstraße auf und ab und finden den Eingang zum Jugendzentrum nicht. Oder vielleicht doch. Das Navi führt uns immer wieder zu einem Laden, an dem bunte Tücher, Räucherkerzen und Patchwork Decken im Eingang hängen. Eigentlich kann es das nicht sein, wir Fragen aber nach. Die Dame nickt und führt uns quer durch den Laden durch eine große Holztür zu einer noch größeren Holztreppe. Die Gruppe geht hoch und zwei junge Frauen stehen in der Tür und begrüßen uns sehr freundlich. Wir halten uns links und gehen in einen großen Raum in dem mitten drin eine Schaukel hängt. Davor steht ein Tisch voller Snacks, Getränken und einer winkenden Papstfigur. Wir setzen uns und die zwei Damen, von denen eine noch ganz heiser vom Papstbesuch ist, erzählen uns. Über Jugendliche, das Zentrum, die Diözesen in Litauen und die „Probleme“ mit der Jugend. Thematisch kommt uns das irgendwie vertraut vor. Wir lachen viel und berichten uns über die Kirche in beiden Ländern. Was sind unsere Herausforderungen? Was braucht die Jugend? Was wollen wir für Jugendliche in unserer Kirche erreichen? Auch da können wir viele Parallelen feststellen. Junge Menschen verlassen ihre Gemeinden für Studium und Ausbildung, die Pastoral vor Ort wird nicht mehr so gelebt wie früher, die Kirche scheint zu veralten.

In diesen wunderschönen Räumlichkeiten sind sich jedoch alle einig. Die Kirche veraltet nicht. Es gibt viele junge, engagierte Menschen. Klar scheint aber auch: Wir müssen uns verändern. Das Kirchen- und Gemeindeleben funktioniert nicht mehr wie vor 20 Jahren. Wir brauchen eine Anpassung. Und: Die Kirche ist es uns allen Wert nach Wegen zu suchen wie dies geschehen kann.

Gegen Ende dieses guten und wertschätzenden Gesprächs steht eine der beiden Damen auf und holt eine Tüte. Sie zieht eine kleine Glühbirne als Schlüsselanhänger aus der Tüte, knipst diese an und zeigt sie uns. „Ihr seid das Licht der Welt!“ sagt sie. Wir lächeln einander an. Bedanken uns, schießen noch ein Foto und gehen zurück. Die große Holztreppe hinunter. Dieses Mal durch ein wunderschönes, altes Metalltor hinaus. Dieses Gespräch wirkt noch und alle Lichter leuchten nun ein klein wenig heller.

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