Müll, McDonalds und MoralBDKJ ruft beim Weltjugendtag zu verantwortungsvollem Umgang mit Schöp-fung und Sponsoring auf.

Sydney, 17. Juli. Die Organisation des Weltjugendtags produziert nach An-sicht des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) mehr Müll als nötig. „Zum Teil ist mehr Verpackungsmüll als Essen in den Verpflegungspa-keten“, so BDKJ-Bundespräses P

Zwar gebe es Recycling-Bemühungen und im Pilgerbuch Hinweise, wie die Umwelt geschützt werden könne. Aber Materialien wie Pilgerrucksack sowie die aufwändig verpackten Mahlzeiten würden viel unnötigen Plastikmüll produzieren, „Wir wün-schen uns, dass die Kirche bei ihren eigenen Veranstaltungen, wie beim Katholi-kentag in Osnabrück gelungen, Vorreiterin ist in der Müllvermeidung, in der klima-neutralen Ausrichtung und vor allem beim Einsatz von fair gehandelten Produkten.“

Bei den Tagen der Begegnung hätten die australischen Bistümer teilweise auf fair gehandelte Produkte zurückgegriffen. Bei dem Großtreffen in Sydney aber würden Produkte, die nicht auf Kosten von Menschen in Entwicklungsländern produziert werden, fast gänzlich fehlen. „Wir können nicht auf der einen Seite Armut anpran-gern und die Möglichkeiten, arme Menschen zu unterstützen ungenutzt lassen.“ Schon beim Weltjugendtag 2005 in Köln hatte der BDKJ versucht, die Veranstalter für fair gehandelte Kaffee-Produkte zu gewinnen.

Auch bei der Wahl der Sponsoren wünscht sich der BDKJ in Zukunft mehr Weit-sicht. „Natürlich muss der Weltjugendtag mit Partnern finanziert werden. Aber eine multinationale Fast-Food-Kette trägt unserer Ansicht weder zum Umweltschutz noch zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Arbeitsbedingungen welt-weit bei“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler. Pilgerinnen und Pilger bekommen mit der McDonalds-VIP-Karte Vergünstigungen, der Konzern unter-stützt den Weltjugendtag maßgeblich. „Natürlich nutzen viele junge Menschen das Angebot. Wir glauben aber auch, dass man als Christ bei seinem Kaufverhalten darauf achten sollte, andere Menschen nicht auszubeuten“, so Tänzler. Mit ihrem Boykott von Coca-Cola Produkten weisen die katholischen Jugendverbände in Deutschland seit mehr als einem Jahr auf die Verantwortung multinationaler Kon-zerne hin. Diese müssten nach Ansicht des BDKJ stärker darauf achten, dass an Produktionsstandorten in der ganzen Welt Menschenrechte, internationales Ar-beitsrechtsrecht sowie eine umweltgerecht Produktion eingehalten werden.

Der BDKJ ist Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen.

Pressekontakt in Australien: Michael Kreuzfelder:  +61 431883785
 

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