Kanzleramt: 116 Goldkronen glänzen beim SilberjubiläumSternsinger segnen politische Zentrale zum 25. Mal. Angela Merkel: „Ihr seid ein ganz wichtiges Zeichen.“

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war am Montag sichtlich erfreut über einen wahrhaft königlichen Besuch. 116 Sternsinger brachten stellvertretend für die bundesweit rund 500.000 kleinen Könige, die sich rund um den 6. Januar an der Aktion

Wirtschaftkrise, Angst vor Arbeitslosigkeit und finanzielle Schwierigkeiten in Familien: „Trotz der Sorgen der Menschen in Deutschland ist es eine wichtige Botschaft, dass die Sternsinger an die Kinder in anderen Ländern denken, die viel mehr Unterstützung brauchen, weil sie nicht wissen, was sie am nächsten Tag essen können“, so die Bundeskanzlerin. Sie dankte den Kindern, die aus allen 27 deutschen Bistümern nach Berlin gekommen waren, für ihren Einsatz. Lobende Worte fand Merkel auch für das Motto der 51. Aktion Dreikönigssingen – „Kinder suchen Frieden“.

Frieden für Kolumbien: unterstützen, mahnen, antreiben.

Angesichts des derzeitigen Krieges in Palästina und Israel könne das Thema aktueller nicht sein, sagte Pfarrer Andreas Mauritz, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) der die Aktion gemeinsam mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ trägt. Dabei würden Kinder immer am meisten unter Gewalt leiden. Mit der diesjährigen Aktion blicken die Sternsinger in ein besonders von Krieg und Gewalt betroffenes Land – nach Kolumbien. „In keiner anderen Nation werden mehr Menschen entführt oder ermordet. Seit mehr als 40 Jahren befindet sich das Land im Bürgerkrieg“, so Mauritz. Die Gewalt treffe vor allem diejenigen, die sich, wie die Sternsinger, für Menschenrechte und Frieden einsetzten. Dabei seien die Friedensbemühungen der kolumbianischen Regierung mitunter zweifelhaft. „Denn selbst staatliche Streitkräfte müssen zunehmend für Ermordungen verantwortlich gemacht werden“, so Mauritz. Guerillas, Paramilitärs und auch staatliche Streitkräfte würden Kinder und Jugendliche zu den Waffen zwingen.

Gleichzeitig seien aber Kinder in Kolumbien selbst Friedensboten und Hoffnungsträger. Mauritz bat die Kanzlerin beim Einsatz für Frieden um politische Unterstützung. Eine Bitte, der die Kanzlerin umgehend entsprach: „Wir werden mit der kolumbianischen Regierung weiter sprechen, werden das, was nicht in Ordnung ist, beim Namen nennen, aber auch ermutigen. Wir müssen unterstützen, mahnen, antreiben.“  Dabei sei sie dankbar über den Beitrag, den die Kirchen bereits leisteten.

Bunte Drachen im Kanzleramt

Damit sie sich an dieses Versprechen erinnert, überreichten vier Sternsinger aus der Pfarrgemeinde St. Wolfgang in Augsburg Angela Merkel ein besonderes Geschenk. Nachdem sie von der Situation in Kolumbien berichtet hatten, überließen sie der Kanzlerin eine Cometa. Der bunte Drachen ist in Kolumbien ein Friedenssymbol. Dass sie es mit der Friedensbotschaft und der Unterstützung der Sternsinger ernst meint, machte die Bundeskanzlerin auch mit ihrer Spende deutlich. Sie unterstützt mit ihrer Gabe ein Projekt in Uganda, in dem Kinder in Frieden aufwachsen können.

„Wenn wir mit unserer Aktion sehr konkret die Frage stellen, wie Kinder auf ein faires, gewaltfreies Miteinander trainiert werden können, ist das ein entscheidender Beitrag für ihre ganze Zukunft. Dass wirksame Schritte konkret möglich sind, zeigt gerade das Beispiel Kolumbien. Wir unterstützen dort viele, die an einer aktiven Friedenserziehung arbeiten“, so Msgr. Winfried Pilz, Präsident des Kindermissionswerkes „Die Sternsinger“. Diese seien „eine Bewegung, die großes bewegt.“ Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als 651 Millionen Euro haben die Sternsinger bislang gesammelt und damit rund 53.700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 50. Aktion zum Jahresbeginn 2008 sammelten die Mädchen und Jungen aus 11.886 Pfarrgemeinden 39,7 Millionen Euro.

„Jetzt fehlt nur noch der Papst“

Doch den kleinen Königen im Kanzleramt ging’s nicht nur ums Sammeln, sondern auch ums Segnen. Den Jubiläumssegen sprachen vier kleine Könige aus der Pfarrgemeinde St. Hubertus in Stolberg (Bistum Aachen). „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ schrieb Jasmin Hugo (15) in den Kreis der 16 Sterne, die im Kanzleramt die Bundesländer repräsentieren, nicht ohne der deutschen Machtzentrale ebenfalls ein friedliches Jahre zu wünschen. Neben den 112 Sternsingern aus den deutschen Bistümern war traditionell auch eine Gruppe aus dem deutschsprachigen Ostbelgien (Herbesthal, Diözese Lüttich) dabei. Allen wünschte Angela Merkel viel Kraft und Erfolg für die Aktion. Nicht nur deswegen zeigten sich die kleinen Könige bewegt von der Begegnung mit der Kanzlerin. „Das war der Höhepunkt meiner Sternsingerlaufbahn“, ist sich Johanna Tekinder aus Koblenz sicher: „Jetzt fehlt nur noch der Papst!“

Die komplette Rede von BDKJ-Bundespräses Pfr. Andreas Mauritz gibt es hier.

Bilder, Videos und viel mehr vom Kanzlerempfang auf www.sternsinger.de

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, 0178 7956099

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