Frauen müssen mehr für sich sorgenBDKJ: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht genug. Frauen müssen gerecht bezahlt werden

Berlin, 16. Oktober. Eine Gleichstellung von allen Frauen im Berufsleben fordert der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Derzeit konzentrieren Politik und Wirtschaft ihre Gleichstellungsbemühungen vor allem auf gut ausgebildete Frauen“, so

„Frauen müssen mehr für sich selber sorgen, keine kann mehr auf eigenen Lebensunterhalt und Alterssicherung verzichten. Das zeigt das neue Unterhaltsrecht, das Ehefrauen nicht mehr absichert. Dafür fehlt leider bei vielen jungen Frauen das Bewusstsein“, so Hoffmeier. Damit sich alle Frauen einen ausreichenden Lebensunterhalt sichern können, brauche es eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu müsse nach BDKJ-Ansicht einerseits eine kostenfreie Kinderbetreuung eingerichtet werden. Andererseits müsse die feste Einplanung von Überstunden in manchen Branchen und Betrieben aufhören.

„Darüber hinaus müssen Frauen auf allen Ebenen gerecht bezahlt werden“, fordert Hoffmeier. Vor allem in typischen Frauenberufen würden zum Teil Löhne gezahlt, von denen eine Frau alleine, geschweige denn mit Kindern, nicht leben könne. „Das Alleinernährermodell des Mannes hat längst ausgedient“, ergänzt Claudia Menne vom DGB-Bundesvorstand bei der BDKJ-Veranstaltung. Die heute gezahlten Einzellöhne würden nicht mehr für die Ernährung einer Familie ausreichen. Auch die Leiterin der Abteilung Gleichstellung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Eva Maria Welskop-Deffaa, sieht Handlungsbedarf: „Wir brauchen noch mehr neue Instrumente der Gleichstellungspolitik, um alle Frauen zu erreichen

Des Weiteren dürfe das Thema Vereinbarkeit nicht länger nur auf Familie und Beruf beschränkt werden. „Vereinbarkeit bedeutet mehr als Konzentration auf Kinder und Karriere“, so BDKJ-Bundesvorsitzende Hoffmeier. „Es gilt, Aus- und Weiterbildung sowie Ehrenamt mit Familie und Beruf zu vereinbaren. Auch hier braucht es neue Anstrengungen von Politik und Wirtschaft.“

Weitere Gesprächspartnerinnen auf dem Strategie-Forum waren Marianne Schieder (MdB, SPD), Hildegard Müller (ehemalige Staatsministerin der Bundeskanzlerin), Prof. Dr. Ulrike Auga (Professorin für Theologie und Geschlechterstudien), Marlies Brouwers (Vorstand KDFB und Deutscher Frauenrat), Gisela Erler (Firmengründerin Familienservice), Christina Uhl (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) und Dr. Petra Gruner (Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Der BDKJ ist Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen.

Pressemitteilung des BDKJ Nr. 30
Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, Telefon 0211 4693155

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