Dialog nicht auf die lange Bank schieben

Katholische Jugend ruft zu offenem Gespräch auf – nicht nur über den Zölibat.
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Düsseldorf, 25. Januar. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend wünscht sich einen Vorstoß der Deutschen Bischöfe in der Zölibatfrage und mahnt einen offenen Dialog in der Kirche an: bundesweit und tabufrei. Dazu erklärt der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler am Dienstag in Düsseldorf:

„Aus der Verantwortung für die jungen Menschen in unserer Kirche schließen wir uns dem Vorstoß an, zeitnah über die Zugangsvoraussetzungen zum Weiheamt ins Gespräch zu kommen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um diesen wichtigen Dienst attraktiver machen. Wir bitten die Deutschen Bischöfe, das Überdenken der Zugangsvoraussetzungen zum Weiheamt aktiv in der nächsten Bischofssynode einzubringen.

Dabei sollten sie die Lage in den Gemeinden und die Anliegen ihrer Gläubigen mitnehmen. Denn die Mehrheit aktiver Katholikinnen und Katholiken – auch bei jungen Menschen – sieht den Zölibat in der jetzigen Form kritisch. Bei aller Wertschätzung für die Ehelosigkeit gibt es wenig Verständnis dafür, warum Priester nicht heiraten und Frauen nicht geweiht werden dürfen. Auch Kleriker sind über das Pflichtzölibat anderer Meinung als Rom. Überdies sind Priestermangel und Debatte um den Zölibat keine deutschen Phänomene, sondern werden in vielen Ländern diskutiert.

Wir wissen, dass die letzte Entscheidung in Rom fällt. Aber auch im Vatikan debattierten Kardinäle und Bischöfe über die richtige Richtung. Deshalb ist es sinnvoll, sich zuvor in der deutschen Kirche eine Gesamtmeinung zu bilden. Dabei ist es kein Verbrechen, sich für demokratische Diskussionskultur in Kirche zu engagieren. Im Gegenteil: Weil wir uns um die Zukunft der Kirche Sorgen machen, glauben wir, dass sie Positionen überdenken und im Dialog bilden muss. Diesen Dialog dürfen wir nicht auf die lange Bank schieben.

Dazu brauchen wir eine offene, ehrliche Gesprächsbereitschaft von allen Seiten. Und das nicht nur beim Thema Zölibat sondern bei allen wichtigen Fragen wie zum Beispiel die Stärkung von Frauen in der Kirche. Wir wünschen uns diesen Dialog bundesweit, tabufrei und möglichst schnell. Denn wo Kommunikation beginnt, kann Verständnis entstehen.“

Der BDKJ ist Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Weitere Infos unter www.bdkj.de.

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, 0211 4693 155, presse@bdkj.de

 

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