„Der Heilige Geist hält das Leben lebendig“Auftakt der Katechesen in Sydney Bischof Bode im Gespräch mit 400 deutschen Pilgern

(Sydney) Mit den Katechesen, zu denen die Pilger in den Kirchen von Sydney und dem Umland der Stadt zusammengekommen waren, ist am Mittwoch (16. Juli) ein weiterer Schwerpunkt des Weltjugendtages (WJT) gestartet. Die etwa 6.000 Jugendlichen aus Deutschlan

„Der heilige Geist ist ein Geschenk Gottes, das wir aber selbst auspa-cken müssen“, griff Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK); in seiner Katechese das für alle Katechesen an diesem Tag gleiche Thema auf: „Gerufen vom Heiligen Geist“. Dazu waren etwa 400 deutsche Ju-gendliche in die Kirche „Our Lady, Help Of The Christians“ in den Stadtteil Epping gekommen. Die Frage nach dem persönlichen Bezug zum Geist Gottes sollte dabei im Vordergrund stehen. „Welche Mo-mente und Menschen fallen mir ein, wenn ich sage, dass ich mich von seinem Geist lenken lasse?“, fragte Bode die jungen Pilger.

In der Katechese thematisierten die Pilger gemeinsam mit dem Bischof die Fragen, welche Bilder und Werte den Heiligen Geist für sie zum Ausdruck bringen. „Bei all den Angeboten, die auf uns wirken, ist es wichtig, die Einflüsse zu unterscheiden und sich die Ausstrahlung des Geistes Gottes bewusst zu machen“, so Bode. Der Bischof erzählte dabei auch sehr persönlich von den Augenblicken seines Lebens, wo diese Erfahrungen für ihn lebendig werden. „Auch die Stadt Sydney und die wunderbare Natur Australiens bewegt mich innerlich.“ Genau-so könnten ein passendes Wort im richtigen Moment, das Entdecken einer „inneren Sensibilität, die mich auf den richtigen Weg schickt“ oder das Erleben der Gemeinschaft solche Momente sein.

„In der Suche nach dem heilenden Geist erleben wir schon diese Früchte“, sagte Bode, der im Anschluss an seinen Impuls mit den Ju-gendlichen über ihre Sichtweisen diskutierte. „Diese Suche ist nicht immer leicht und schön, sondern ein ständiges Aufbrechen und Fra-gen.“ Dabei sollten die Pilger nicht eine moralische Strichliste abha-ken, sondern könnten vielmehr in der Liebe zu Jesus Christus erfahren, wie der Heilige Geist ihr Leben bereichere. Die Frage danach, wie „der Geist mein Leben lebendig hält“, gab Bode den Pilgern mit auf den Weg.

Auch wenn das Thema „Heiliger Geist“ für viele Jugendliche sehr abs-trakt ist, haben einige bereits am ersten Tag in Sydney eine Ahnung davon bekommen, was er bewirken kann: Beim großen Eröffnungsgot-tesdienst am Vortag im Hafen von Barangaroo sei der heilige Geist spürbar gewesen, sagen Tajana und Corana Hodzic aus München. Die Jugendlichen aus aller Welt, die zusammen gebetet und gesungen ha-ben, seien eine große Gemeinschaft gewesen: „Egal. Wo du her-kommst oder wie du aussiehst“, sagt Tajana. „Für mich ist das die Kraft des Heiligen Geistes“, sagt Corana. Das sei speziell bei solchen Großveranstaltungen wie dem Weltjugendtag zu spüren. „Weil alle aus der gleichen Motivation heraus da sind.“

Sabine Wißdorf, die Geschäftsführerin der Arbeitsstelle Jugendseel-sorge der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und der deutschen De-legation zum Weltjugendtag, freute sich über den gelungenen Auftakt der Katechesen. „Die Jugendlichen waren sehr aufmerksam und beein-druckt von den persönlichen Schilderungen des Bischofs.“ Dieser Auf-takt habe gezeigt, dass sich die Pilger intensiv mit dem nicht einfachen Thema auseinander setzen könnten. „Sie haben diskutiert und offen ihre Fragen gestellt – es gab Momente der Stille, aber es wurde auch gemeinsam gelacht.“

In den kommenden Tagen wird das WJT-Motto in den Katechesen aus zwei weiteren Perspektiven aufgegriffen. Am Donnerstag steht unter dem Titel „Der Heilige Geist, Seele der Kirche“ die Gemeinschaft der Gläubigen im Mittelpunkt. Am Freitag soll mit dem Titel „In die Welt gesandt: Der Heilige Geist, Protagonist der Mission“ die Sendung der Kirche in den Blick genommen werden. Die Bischöfe, unter ihnen auch die Ortsbischöfe Kardinal Joachim Meisner (Köln), Erzbischof Dr. Reinhard Marx (München und Freising), Erzbischof Dr. Walter Mixa (Augsburg), Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst (Limburg) und Bischof Dr. Friedhelm Hofmann (Würzburg) werden dazu die Katechesegruppen wechseln.

Mit der nationalen Koordination und der Leitung der deutschen Delegation des Weltjugendtags hat die Deutsche Bischofskonferenz die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der DBK (afj) beauftragt. (Text: Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz)

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