Ausbildungssituation nicht schönredenBDKJ: Trotz Besserung bleiben benachteiligte junge Menschen am Ausbildungsmarkt weitgehend ohne Chance.

Berlin/Düsseldorf, 13. Oktober. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) wirft der Bundesregierung vor, die Ausbildungs-Situation schön zu reden. „Trotz der erfreulichen Entspannung am Ausbildungsmarkt, hat sich die Situation für benachteilig

„Wir freuen uns über jeden Jugendlichen, der durch Programme der Bundes-regierung in Ausbildung gebracht wurde. Aber die Behauptung, dass individuell beeinträchtigte und sozial benachteiligte Jugendliche davon profitiert hätten, ist Augenwischerei.“ Zwar hätte die Regierung spezielle Programme für diese aufgelegt. „Aber gute Bewerberinnen und Bewerber sind so lange schlecht geredet worden, bis sie in die Benachteiligten-Programme passten. Tatsächlich Benachteiligte sind größtenteils wieder auf der Strecke geblieben.“ Grundsätz-lich begrüße der BDKJ den Ausbau der Bildungsförderung. Neue Programme müssten aber dem von Schavan formulierten Ziel gerecht werden, allen Ju-gendlichen einen Schul- und Berufsabschluss zu ermöglichen.
 
Die Verbesserung der Ausbildungs-Situation sei vor allen Dingen auf den Rückgang der Bewerberzahlen um 113.800 zurückzuführen. Die Situation be-nachteiligter Jugendlicher werde auch dadurch verschleiert, dass die vielen in Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen Betreuten nicht mitgezählt würden. Auch die Betriebe hätten ihre verfassungsgemäße Pflicht nicht erfüllt, ein ausreichendes und auswahlfähiges Angebot an betrieblichen Ausbildungs-plätzen zu schaffen. „Deswegen fordern wir ein Recht auf betriebliche Ausbil-dung für alle. Instrumente, um die Betriebe hierbei zu unterstützen, müssen ausgeschöpft und ausgebaut werden“, erklärt die BDKJ-Bundesvorsitzende. Zur Absicherung fordert der BDKJ einen finanziellen Ausgleich zwischen aus-bildenden und nicht ausbildenden Betrieben. Hoffmeier: „Die Gesellschaft braucht gut ausgebildete Fachkräfte und kann es sich nicht leisten, das Poten-tial vieler junger Menschen ungenutzt zu lassen und ihnen damit auch noch zu vermitteln, dass man sie nicht braucht.“ (mik)

Der BDKJ ist Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchli-chen Interessen. Weitere Informationen gibt es unter www.afa-bdkj.de, www.caj.de und www.ausbildung-fuer-alle.de.

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, Telefon 0211 4693155

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