Teil 4: Rolle

Der Blick zurück

Die Archivarin vom Jugendhaus Düsseldorf, Maria Wego, beschäftigt sich dieses Mal mit der Rolle von Mädchen und jungen Frauen.

Die Frage nach Selbstverständnis, Erwartungen und Stellung von Mädchen und Frauen spielt in alle Bereiche des Lebens hinein und wurde daher schon in den bereits veröffentlichten Beiträgen angesprochen. Dennoch lohnt es, einige Aspekte zusätzlich zu beleuchten. Die Antworten der Mädchen(verbands)arbeit nach der Rolle der Frau waren immer beeinflusst von den Vorstellungen der jeweiligen Zeit. Vor allem Ende des 20. Jahrhunderts wurden Fragen nach Gleichstellung und beruflichen Perspektiven intensiv diskutiert und Forderungen an die Politik gestellt. In diese Zeit fällt auch, dass die „BDKJ-Frauen“ ihr Profil im Verband deutlicher machten, u.a. durch eine eigene Frauenseite und Ausstellungen.

Jahrzehnte lang schien klar zu sein: Das Mädchen wird Ehefrau und Mutter. Die erforderlichen Fähigkeiten in den Bereichen Haushaltsführung und Erziehung wurden daher ausführlich thematisiert. Zur Vorbereitung auf die zukünftige Aufgabe wurde in den 1920- und 1930-er Jahren immer wieder erwähnt, dass die Mädchen die Mutter entlasten sollten. Sie wurde als die gezeigt, die sich mit ihrer Arbeit für die Familie aufopfert und ihre eigenen Bedürfnisse vollständig zurückstellt. Im Haushalt helfen und die jüngeren Geschwister betreuen, waren daher Aufgaben, die die Mädchen still und gewissenhaft übernehmen sollten. Der Vater hingegen wurde nicht erwähnt, d.h. von den Eltern war nur die Mutter im Blick, und die Mädchen wurden auf ihre zukünftige Rolle in der Familie hin erzogen.

Dass auch Mädchen nach der Schule eine Ausbildung machten und berufstätig waren, wurde zwar nicht ausgeblendet, doch galt dies nur als eine Art Überbrückungszeit: Bis das Mädchen heiratete und eine eigene Familie gründete, verdiente es selbst Geld, um die Eltern finanziell zu entlasten. Die Berufstätigkeit wurde aber auch als Gefahr von zu großer Unabhängigkeit von den Eltern gesehen und nicht als Möglichkeit, Talente zu entwickeln und diese in die Gesellschaft einzubringen. Ein Beitrag zum Unterhalt der eigenen Familie war sie ebenfalls nicht, denn die finanzielle Absicherung der Familie galt allein als Sache des Mannes. Daher waren auch die hautpamtlichen Mitarbeiterinnen der Verbände bis in die 1950-er Jahre hinein unverheiratet bzw. schieden mit der Eheschließung aus dem Dienst aus.

Wenn auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stets betont wurde, dass die wahre Bestimmung der Frau die der Ehefrau und Mutter sei und die Berufstätigkeit der Frau und der Familie gleichermaßen schade, so sollten unverheiratete, berufstätige Frauen nicht gering geschätzt werden. Schaut man auf Frauen wie Sybille Eickelboom oder Aenne von Royen so waren es gerade sie, die in den ersten Jahrzehnten die Verbandsarbeit trugen und voranbrachten. Verheiratete Frauen mit Kindern hingegen waren erst nach und nach in den 1960-er und 1970er-Jahren auch in den Verbandszentralen tätig bzw. konnten dies sein. Das zeigt sich auch in den Leitungsfunktionen. Barbara Krause war die erste BDKJ-Bundesvorsitzende, die ihr Amt auch nach der Hochzeit weiter ausübte (1972-1978). Anders war es hingegen bei den BDKJ-Bundesvorsitzenden: Der erste Bundesvorsitzende[i], Josef Rommerskirchen, war bei seiner Wahl 1947 bereits acht Jahre verheiratet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zeichnete nicht nur Berufstätigkeit, sondern auch gesellschaftliches Engagement viele junge Frauen aus, die in den Verbänden aktiv waren. In beiden Bereichen bestärkten die Verbände sie darin, nicht nur verantwortungsvolle Leitungsfunktionen zu übernehmen, sondern sie auch selbstbewußt anzustreben. Einige machten dies vor. Beispielhaft seien hier zwei genannt: Barbara Krause war u.a. Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katoliken und Professorin für Politikwissenschaften an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Aachen. Einen ganz anderen Weg ging die ehemalige BDKJ-Bundesvorsitzende Mathilde Beckers (1950-1953), die bereits 1938 als Erzieherin in Turin gearbeitet hatte, dann 1954 dem Säkularinstitut Notre Dame de Vie beitrat und ab 1963 eine Katechetinnenschule in Manila leitete.

[i] Die damalige Bezeichnung war Bundesführer bzw. Bundesführerin; der besseren Lesbarkeit wegen werden in diesem Beitrag aber die aktuellen Bezeichnungen verwandt.

Dieser Eindruck konnte lange in vielen Bereichen gewonnen werden. Die Erwerbstätigkeit von Frauen oder die Frage nach Soldatinnen, die Mitte der 1980-er Jahre kontrovers diskutiert wurde, sind Beispiele dafür. Der Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt war für Mädchen und Frauen schwierig, so dass der BDKJ 1986 kritisierte, dass sie nur als „Konjunkturpuffer und Lückenbüßer in Krisenzeiten“ angesehen wurden.[i] Er widmete der besonders schwierigen Situation 1989 eine eigene Schrift, deren Titel „Frauen könn(t)en alles“ schon die gesellschaftlich ungleichen Rahmenbedingungen von Frauen und Männern deutlich macht. Noch 2009 fasste die BDKJ-Hauptversammlung den Beschluss „Entgeldgleichheit - jetzt! – 2009“, in dem u.a. existenzsichernde Löhne für Frauen gefordert wurden.

In den 1980-er Jahren befasste sich der BDKJ sehr intensiv mit Fragen rund um die Themen Gleichberechtigung, Gleichstellung und Partizipation von Frauen in Kirche und Gesellschaft. Dies wird u.a. an einer eigenen Frauenseite im BDKJ-Informationsdienst deutlich, die von 1987 bis 1991 erschien.[ii] 1987 fand in Bonn das Forum „Nicht länger ohne uns“[iii] statt, bei dem gleichzeitig auch mit einer Ausstellung auf 40 Jahre Mädchenarbeit im BDKJ zurückgeblickt wurde.

Dass auch der BDKJ in Sachen Gleichstellung bzw. Parität bei den Ämtern eine Entwicklung zeigt ein Blick in die BDKJ-Bundesordnungen. Zunächst bestand der BDKJ-Bundesvorstand aus den stimmberechtigten Mitgliedern Bundesvorsitzende, Bundesvorsitzender und den beiden Präsides Mannes- und Frauenjugend, also drei Männern und einer Frau. Als 1990 auch die beiden stellvertretenden Bundesvorsitzenden stimmberechtigt wurden, änderte sich an dem Verhältnis Frauen-Männer nichts. Erst 1997 regelte die BDKJ-Bundesordnung, dass der Vorstand aus zwei Frauen und zwei Männern besteht. Übrigens: Ein Blick in Gehaltsabrechungen der 1950-er Jahre zeigt - wenig überraschend - dass die BDKJ-Bundesvorsitzende weniger als ihr männlicher Amtskollege verdiente.

[i] Das Ende der Bescheidenheit, in: Informationsdienst des BDKJXXXV Jg. Heft 16, 29. Auguust 1986, S. 201 / [ii] Dem Informationsdient folgte 1992 das BDKJ-Journal, dass bsi 2014 erschien / [iii] Davon ist übrigens das Motto dieser Artikelserie abgeleitet – siehe Foto auf der Startseite.

Ein Blick in Veröffentlichungen der Mädchenverbandsarbeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigt, dass Mädchen und Frauen als psychisch und physisch wenig belastbar angesehen wurden. Sie galten als äußerst anfällig für die Versuchungen der Zeit wie Musik- und Tanzveranstaltungen, die Anstand, Sitte und Moral gefährdeten. Sport wurde als gesundheitsfördernd sehr begrüßt und sollte in einem für Mädchen sittlich angemessenen Rahmen erfolgen. Das bedeutete, dass er nicht in der Öffentlichkeit und bei Wettkämpfen stattfinden und Rücksicht auf den weiblichen Körper nehmen sollte. Erste Richtlinien zum Mädchenturnen erließ der Zentralverband der Jungfrauenvereinigungen Deutschlands bereits 1922, und sechs Jahre später wurde der Reichsverband für Frauenturnen gegründet. In einem Beitrag in den Vorstandsblättern für katholische Jungfrauenvereine 1927 hieß es: „Das Frauenturnen bevorzuge einfache Bewegungsformen. Starke Geräteübungen an Barren, Pferd und Reck in weiter, wie stark schwunghafter Ausführung sind für die Frau unmöglich. Begründet ist dies in der Verschiedenheit des Körperbaues […] Weiter ist das Nervensystem der Frau zu labil, und die zu schweren Übungen notwendige Energie hat einen übertriebenen Kraftverbauch zur Folge.“[i]

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Blickwinkel. Mädchen und Frauen trieben Sport im DJK-Sportverband und traten auch als Sportlerinnen wie bei den Bundesportfesten des DJK-Sportverbandes in der Öffentlichkeit in Erscheinung. Zu den Disziplinen der „Palette 72“, einer internationalen Mädchenolpmyiade 1972 in Innsbruck, gehörten u.a. Weitsprung, Freistilschwimmen und Sprint.

[i] Programm für einen Turnabend, in: Vorstandsblätter für katholische Jungfrauenvereine, Jg. 17 Nr. 4 1927, S. 48.

Einfachheit, Wahrhaftigkeit, Reinheit, Frömmigkeit – das sei es, was ein Mädchen von einem Jungen erwarte, hieß es in einem Artikel in der Wacht, Mitgliederzeitschrift des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands (KJMVD) im Jahr 1929.[i] Was hier (tatsächlich?) ein Mädchen an die Jungen schrieb, deckt sich inhaltlich mit Artikeln, die in der Mädchenzeitschrift publiziert wurden und auch der Erziehungslinie der Verbände entsprach. Gemäß diesen Vorstellungen wurden in den Zeitschriften der Mädchenverbände Fragen rund um das Thema Ehe angesprochen, während sie bei den Jungen weitgehend fehlen. Diese Ungleichheit ist auch noch in den 1960-er Jahren zu beobachten. So schreibt Josef Wisdorf[ii] in je einer Pubikation über Mädchen und einer über Jungen unter dem Stichwort „Sexualerziehung“ bei den Mädchen als erstes von der „normalen Neugierphase […] die nach der Vaterschaft fragt“ und geht davon aus, dass das Mädchen von der Mutter „über das Lebensgeheimnis“ bereits aufgeklärt wurde.[iii] Bei den Jungen hingegen ist von Aufklärung nicht die Rede. Die sich hier stellenden Fragen nach der unterschiedlichen Sexualerziehung von Jungen und Mädchen und ihren Auswirkungen sind sicherlich eine eigene Untersuchung wert.

Die Zeit der 68-er Bewegung brachte auch Kirche und Verbänden Veränderung. 1967 richtete der BDKJ erstmals ein Referat für Ehe- und Familienvorbereitung ein, das bis 1989 bestand. 1968 reagierte der BDKJ auf die Einführung des Sexualkundeunterrichts an deutschen Schulen mit der Schrift „Sexualität und Erziehung“, in der auch Aspekte der Sexualpädagogik außerhalb der Schule behandelt wurden. Jugendspezifische Sexualpädagogik solle nicht ausschließlich ein Ehevorbereitungskurs sein, denn der Jugendliche habe „die Ehe zu oft als eine erotisch verarmte Alltäglichkeit erlebt.“[iv] Es gelte, mit Jugendlichen der ethischen Frage nachzugehen, was ihn „zu einem sexuellen, das heißt sozialen Wesen [macht], das zu Lusterleben, Genuß und Verbundenheit befähigt ist“.[v] Daher sollten im kirchlichen Kontext nicht nur Priester, sondern auch Soziologen , Ärzte und Eheleute als Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

Wie kirchennahe Jugendliche Sexualität lebten und was ihnen dabei wichtig war, zeigt eine Studie aus dem Jahr 1980, die in der Schriftenreihe des Jugendhauses Düsseldorf erschien. Sie beruhte auf einer Umfrage unter Mitgliedern verschiedener BDKJ-Verbände und zeigte, dass die Mehrheit der Jugendlichen „ein Sexualverhalten, das die kirchlichen Normen negiert, nicht als im Widerspruch zu einer christlichen Lebensgestaltung stehend“ [vi] ansah. Manch einer mag dies zum Zeitpunkt des Erscheines der Schrift als Zeichen des Sittenverfalls betrachtet haben. Ob es dies ist oder ein Zeichen von Freiheit und Emanzipation war, ob Eltern und Großeltern dieser Jugendlichen in ihren jungen Jahren „braver“ waren – diese Fragen sind nur schwer zu beantworten, da keine vergleichbare Studie aus den Jahren davor vorliegt. Setzt man die Studie mit der Situation heute in Beziehung, so können aber (kühne) Thesen aufgestellt werden, die näher zu beleuchten interessant sein dürfte.


[i] Wenn ich’s denn sagen soll!, in: die Wacht 25. Jg. Heft 5 1929, S. 143. / [ii] Referent für Ministranten und Liturgie im Jugendhaus Düsseldorf. /[iii] Josef, Wisdorf, Gewissensfragen für Mädchen, Düsseldorf, 1961, S. 83. /[iv] Hubert Steinhaus, Sexulaliät und Erziehung. Zur Revision der schulischen Sexualpädagogik, Schriftenreihe des Jugendhauses Düsseldorf Heft 2, Düsseldorf 1971, S. 25. /[v] Hubert Steinhaus, Sexulaliät und Erziehung. Zur Revision der schulischen Sexualpädagogik, Schriftenreihe des Jugendhauses Düsseldorf Heft 2, Düsseldorf 1971, S. 25. /[vi] Hans-Georg Liegener, Sexualverhalten und Religiösität. Eine Umfrage unter Mitgliedern verschiedener BDKJ-Verbände, Schriftenreihe des Jugendhauses Düsseldorf Heft 30, Düsseldorf 1980, S. 51.

 

 

Der Blick nach vorne

„Die KjG setzt sich ein für eine Politik, die sich orientiert an der weltweiten Verwirklichung gleicher und gerechter Lebensbedingungen für alle Mädchen und Jungen, Frauen und Männer.“

Dieser Satz findet sich in den Grundlagen und Zielen der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Aber auch in den anderen Verbänden des BDKJs finden sich ähnliche Sätze in den Grundlagenpapieren und Beschlüssen. Die Jugendverbände machen sich stark für Geschlechterdemokratie.

Doch was hat die Rolle der Frau mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun? Eva-Maria Düring, Geistliche Bundesleiterin der KjG, hat in die BDKJ-Beschlüsse geschaut und KjGler*innen gefragt.

Frauen sind… - dieser Satz ließe sich mit einer Menge Zuschreibungen ergänzen. Doch: Es gibt nicht die eine Frau, die so oder so ist. Frauen sind vielfältig und unterschiedlich, sie können alles sein! Oder zumindest in der Theorie können sie alles sein. Auch wenn Frauen selbstbewusst, gut ausgebildet und karrierebereit sind, so lässt sich doch immer wieder feststellen, dass die „gläserne Decke“ noch immer existent ist. Diese Barriere ist zurückzuführen auf gesellschaftlich geltende und zumeist einschränkende Rollenzuschreibungen. Kinder, Jugendliche werden dadurch (unbewusst) geprägt. Etwaige Benachteiligungen, die  dadurch entstehen werde oft erst im Erwachsenenalter wahrgenommen. Deshalb hat sich die Mädchen- und Frauenpolitik des BDKJ zum Ziel gesetzt überholte Rollenzuschreibungen abzubauen und so Mädchen und Frauen eine echte Wahlfreiheit zu ermöglichen.

Eine Rolle, die Frauen in den Jugendverbänden selbstverständlich wahrnehmen, ist die der Leitung. Gefördert wird diese Möglichkeit z.B. durch das Instrument der paritätischen Leitung, das feste Plätze für Männer und Frauen in den Leitungsgremien vorsieht. So können junge Frauen in den Strukturen der Verbände die Rolle der Leitung auf vielfältige Art und Weise erproben und sich darin weiterentwickeln. Aufgabe der Mädchen- und Frauenarbeit ist es diese Prozesse zu unterstützen, Reflexion zu ermöglichen und einen Austausch zu gestalten. Durch Projekte und Beschlüsse machen die Verbände deutlich, dass die verantwortliche Beteiligung junger Frauen eine Errungenschaft der Moderne ist.

 

 

Rollen werden oft in der Lebens- und Berufsplanung deutlich – und den Ratschlägen, die Frauen von klein auf hören. Ich z.B. habe die Empfehlung bekommen Lehrerin zu werden, weil ich dann, wenn ich Kinder habe, ganz leicht in Teilzeit gehen kann. Die Entscheidung für oder gegen einen Beruf hängt von vielen verschiedenen Faktoren und Interessen ab. In die Berufswahl fließen aber auch noch immer existierende und wirkende Rollenzuschreibungen ein, die z.B. zu Entgeltungleichheit führen können. In unserer Gesellschaft gibt es weiblich und männlich konnotierte Berufe. Leider sind diese Zuschreibungen durchaus auch mit höheren und niedrigeren Verdienstmöglichkeiten verbunden. Der BDKJ setzt sich dafür ein, dass Berufe neu bewertet werden und z.B. Sozial-, Pflege- und pädagogische Berufe eine angemessene und damit höhere Entlohnung erhalten. Mit Blick auf Berufsberatung mahnt der BDKJ an, dass diese gendersensibel gestaltet werden muss. Mit dem Girl´s und Boy´s Day wurde die Möglichkeit geschaffen, dass junge Menschen einen Blick in bisher vielleicht fremde Berufsfelder werfen können. Doch Berufsorientierung beginnt schon früher: Bereits im frühkindlichen Alter werden Rollenzuschreibungen wirksam.

 

 

Rollen verändern sich durch veränderte Strukturen, durch das Ermöglichen neuer Systeme und durch das sich Ausprobieren. Im BDKJ und seinen Mitgliedsverbänden wurden daher Instrumente entwickelt, die eine Gleichberechtigung der Geschlechter ermöglichen sollen:

  • Die unter Partizipation beschriebene Parität
  • Geschlechtergetrennte Beratungen auf Konferenzen
  • Geschlechtergetrennte Abstimmung von Anträgen
  • Nach Männern und Frauen geführte Redelisten, so dass abwechselnd das Wort erteilt wird
  • Geschlechtergetrennte Konferenzen

Diese Instrumente werden seit vielen Jahren verwendet, weiter entwickelt und dem Verband angepasst. Sie werden immer wieder angefragt und ermöglichen so auch Diskussionen zu Rollenzuschreibungen, Vielfalt und Geschlechterdemokratie.

 

 

Grundlagenpapier „Richtig Wichtig – Mädchen- und Frauenarbeit im BDKJ und seinen Mitgliedsverbänden“. Das Papier wurde 2005 veröffentlicht und hat also bereits sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Es ist jedoch noch immer aktuell.

„Entgeltgleichheit – jetzt!“. Der Beschluss wurde 2009 von der BDKJ-Bundesfrauenkonferenz gefällt. Hierin wird aufgezeigt, dass Entgeltungleichheit auch in einem tradierten Rollenverständnis begründet ist.

„Für eine starke Mädchen- und Frauenpolitik“. Das Positionspapier der  Bundesfrauenkonferenz von 2010 macht deutlich, dass noch immer einschränkende Rollenzuschreibungen existieren und es Konzepte der Geschlechterdemokratie braucht.