Haus Altenberg

Haus Altenberg ist seit mehr als 90 Jahren eine Jugendbildungsstätte. Für die katholische Jugendverbandsarbeit hat Altenberg eine besondere Bedeutung: Es wird als „Herz des Bundes“ bezeichnet. Hier finden traditionell auch die BDKJ-Hauptversammlungen statt. In den vergangenen drei Jahren wurde Haus Altenberg umfangreich saniert. Mehr dazu hier.

Warum Altenberg? Ein Blick in die Geschichte

Freunde des Geocachings denken bei solchen Angaben gleich an einen Schatz. Auch in diesem Fall mit Recht. Hier findet sich ein Schatz der ganz besonderen Art: mit dem Dom zu Altenberg und Haus Altenberg ist hier das ideele Zentrum der katholischen Jugend Deutschlands zu finden.

(Übrigens für alle Freundinnen und Freunde des Geocachings: Unweit von Haus Altenberg befindet sich der älteste, noch gepflegte Geocache in NRW).

Das abgelegene Tal an der Dhünn war wie geschaffen für die Zisterzienser, um dort 1133 Kloster und Dom zu errichten. Das imposante Bauwerk erhielt 1379 seine Schlussweihe. Zwar mussten mit der Säkularisation 1803 Kloster und Kirche aufgegeben werden, doch wurde der Dom nach Jahren des Zerfalls 1847 wieder eingeweiht. Gemäß einer Verfügung des preußischen Königs wird der Dom seit 1857 von evangelischen und katholischen Christen genutzt (Simultankirche). Ab 1922 kehrte auch wieder Leben in das Klostergebäude ein. Trotz großer Schäden pachtete es Carl Mosterts, Generalpräses des Katholischen Jungmännerverbandes (KJMVD), um ein Erholungsheim für Jugendliche einzurichten. Die Jugendlichen sammelten dafür Geld und bauten in ihrer Freizeit das Haus selbst wieder auf, so dass es ab 1925 vollständig in Betrieb genommen werden konnte. Rasch wurde aus dem Erholungsheim auch eine Bildungsstätte, die dem Sprachgebrauch der Zeit gemäß „Führerschule“ genannt wurde.

Der außergewöhnliche Dom nahm die Jugendlichen rasch für sich ein. Andachten und Messfeiern waren ebenso fester Bestandtteil eines Aufenthalts wie das persönliche Gebet. Altenberg wurde Wallfahrtsziel und ideelles Zentrum der katholischen Jugend Deutschlands. Die Verbundenheit mit diesem Ort ging einher mit der Marienverehrung. 1932 führte der KJMVD den „Lichttag“ ein, eine Feierstunde für Maria, der Verbandspatronin. Die Gruppen des KJMVD und später des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sandten satzungsgemäß Geld für Kerzen nach Altenberg, die an einem bestimmten Tag für sie vor der Madonna von Altenberg entzündet wurden. Erstmals wurde 1950 das Altenberger Licht als Zeichen des Friedens in alle Teile Deutschlands gesandt und teilweise auch über die Grenzen des noch vom Krieg gezeichneten Europas getragen. Nachdem der BDKJ in den 1960er Jahren die Idee als nicht mehr zeitgemäß betrachtete, erlebte sie 1980 einen eindrucksvollen Neubeginn. Seither kommen jedes Jahr am 1. Mai tausende junge Menschen nach Altenberg, um das Licht aus dem Dom in das Land und die Welt hinaus zu tragen.

Das Jugendhaus Düsseldorf, Zentralstelle seit 1908, gilt als das Hirn des Bundes. Das Herz aber ist Altenberg. Hier brannte das Altenberger Licht, hier war der Halt während der Verfolgungs- und Verbotsjahre zwischen 1933 und 1945, hier begann der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und nach ihm benannte BDKJ-Bundespräses Ludwig Wolker das Konzept der Jugendpastoral „Pastorale Altenbergense“. In der BDKJ-Bundesordnung wurde daher auch, ohne damit die Bedeutung des „Hirns“ schmälern zu wollen, klar gesagt: „Altenberg ist Herz und Mitte des Bundes.“ Diese Mitte wurde in der BDKJ-Bundesordnung von 1962 zum Ort für die Hauptversammlungen bestimmt.

 

 

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die katholische Jugendarbeit stets gewandelt. Veränderungen in Kirche und Gesellschaft erforderten neue Anfragen und Antworten und brachten neue Aufgaben und Ziele. Da ist es gut, wenn an einem Ort Beständigkeit gespürt und erlebt werden kann. An einem Ort wie Altenberg ist es möglich, der Vergangenheit nachzuspüren und dort Persönlichkeiten zu entdecken, die aus dem Glauben heraus mit viel Engagement und oftmals unter großen Opfern für die Jugend Deutschlands gearbeitet haben. Indem der BDKJ sich alljährlich hier einfindet, um die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft in Angriff zu nehmen, zeigt er, dass dies nicht der Vergangenheit angehört.

Text: Maria Wego, Archiviarin Jugendhaus Düsseldorf