Zwischen Friedensethik und Dialogprozess

Katholische Jugend geht mit neuem Bundesvorstand in anstehende Debatten. Hauptversammlung in Altenberg zu Ende gegangen.
  • News
  • Pressemeldungen
  • Bundesvorstand
  • Frieden & Sicherheit
  • Kirche & Jugend
  • Hauptversammlung
  • Politik & Jugend
  • Startseite
  • Dirk Tänzler
  • Simon Rapp
  • Lisi Maier

Altenberg (Bergisches Land), 6. Mai. Am Sonntagmittag ist in Altenberg die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zu Ende gegangen. In vier Tagen haben rund 100 Delegierte aus ganz Deutschland Beschlüsse für die katholischen Jugendverbände und -organisationen und die Interessenvertretung für die 660.000 Mitglieder gefasst und einen neuen Bundesvorstand gewählt. 

Lisi Maier neue Bundesvorsitzende, Simon Rapp bestätigt

Die BDKJ-Hauptversammlung wählte am Samstag für je drei Jahre Lisi (Elisabeth) Maier (27) als BDKJ-Bundesvorsitzende und Pfarrer Simon Rapp (41) als BDKJ-Bundespräses. Zusammen mit Dirk Tänzler (Bundesvorsitzender) bilden sie die Dreier-Spitze der katholischen Jugendverbandsarbeit in Deutschland. Zudem hat der BDKJ mit Markus Hoffmann einen neuen Geschäftsführer. Lisi Maier wird vom Berliner BDKJ-Büro aus die jugendpolitische Interessenvertretung der katholischen Jugendverbände übernehmen. Mit ihrer Wahl löst sie Ursula Fehling ab, die im Juni Mutter wird. Pfarrer Simon Rapp ist seit 2009 BDKJ-Bundespräses und geht mit der Wahl in die zweite Amtszeit. 

Debatte über Friedensethik

Intensiv haben die Delegierten darüber debattiert, wie der BDKJ zur deutschen Außenpolitik und den Einsätzen der Bundswehr steht. Ein Ergebnis ist die Forderung nach einer breiten gesellschaftlichen Debatte. „Bis heute wird die Diskussion über den Wandel der deutschen Außenpolitik nicht geführt. Gleichzeitig riskieren junge Menschen auf der ganzen Welt ihr Leben. Wir sind es ihnen schuldig, diese Diskussionen in Politik, Gesellschaft und Kirche zu führen“, so BDKJ-Bundespräses Pfarrer Simon Rapp. Mit dem Beschluss „Zivil statt militärisch“ fordert der BDKJ weiterhin, die zivile Konfliktlösung als oberstes Mittel unbedingt anzuwenden. Und er wird sich in Zukunft weiter mit dem Thema befassen.

Jugend-Brille für die Politik

Derweil fordern die katholischen Jugendverbände die Bundespolitik auf, bei allen Entscheidungen dem Wohl der Jugendlichen und Kinder in unserem Land absoluten Vorrang einzuräumen. „Alle politischen Bereiche müssen aus dem Blickwinkel, also durch die Brille der jungen Generationen betrachtet werden und zwar bevor Entscheidungen getroffen werden“, so die frisch gewählte BDKJ-Bundesvorsitzende Lisi Maier. „Wir werden die Bundesregierung unterstützen, eine eigenständige Jugendpolitik zu etablieren,  und wir werden darauf drängen, dass Kinder- sowie Jugendpolitik zu einer ressortübergreifenden Querschnittsaufgabe wird“, so Maier. Ziel müsse bleiben, dass alle über gleiche, gute Lebenschancen, gleiche Zugänge zu allen Lebensbereichen und gerechte Teilhabe verfügen. Zur Umsetzung dieser Ziele hat sich die Hauptversammlung auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. 

Jugendbischof: „Kontroversen müssen möglich sein“

Bei seinem ersten Besuch der BDKJ-Hauptversammlung hat der neue Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, eine Offenheit im kirchlichen Dialogprozess angemahnt. „Es ist nötig, offen und ehrlich Kontroversen auszuhalten. Gleichzeitig darf man nicht nur vorgefertigte Meinungen durchsetzen wollen“, so Bischof Wiesemann. „Wir stehen in der Kirche in einer Umbruchphase und vor geistlichen Herausforderungen, deswegen ist der Dialog so wichtig.“ Derweil beklagt der BDKJ, dass dieser noch nicht in allen Bistümern und Gemeinden geführt würde. „Wir begrüßen und unterstützen die Initiative der deutschen Bischöfe nach wie vor. Doch während einige Bistümer den Dialog sehr ernst nehmen, wird in manchen Diözesen nicht einmal darüber gesprochen“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler.

Lob für Jugendverbände

Gleichzeitig lobte  Wiesemann die Arbeit der katholischen Jugendverbände. „Wir brauchen sie als wichtige, stabilisierende Kraft. Ihre Vielfalt gibt unserer Arbeit gute Akzente“, so Bischof Wiesemann am Freitag vor den rund 100 Delegierten. Er sei beeindruckt, wie die verbandliche Jugendarbeit die christliche Stimme vor allem im politischen Raum einbringe. Die anstehende bundesweite 72-Stunden-Aktion sei ein „großartiges Beispiel“ dafür. 

Abschied von Haus Altenberg

Mit dem Ende der Versammlung verabschiedet sich das Gremium für vier Jahre vom Haus Altenberg. Die Jugendbildungsstätte und „das Herz der katholischen Jugendarbeit“ wird in den kommenden drei Jahren umfassend renoviert. Die nächste BDKJ-Hauptversammlung tagt vom 18. bis 21. April in Hardehausen, dem Gründungsort des BDKJ.

Die BDKJ-Hauptversammlung ist das höchste demokratische Gremium der katholischen Jugendverbände. Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. 

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, 01761 7956099, presse@bdkj.de 

Hinweise an die Redaktionen

Diesen Artikel teilen auf