Papst Franziskus spricht uns aus dem Herzen

Pressekonferenz zum Abschluss des Weltjugendtags
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Die deutsche Delegation beim Weltjugendtag auf der Blonia-Wiese - mit Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener und dem BDKJ-Bundesvorsitzenden Wolfgang Ehrenlechner (Bild: Harald Oppitz / KNA)

„Dieser Weltjugendtag hat uns alle im Glauben gestärkt, sei es in der Begegnung mit den Jugendlichen aus aller Welt oder im Dialog zwischen Bischöfen und Jugendlichen bei den Katechesen“, dieses Fazit zog Bischof Dr. Ulrich Neymeyr (Erfurt), stellvertretender Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz bei der Pressekonferenz zum Abschluss des XXXI. Weltjugendtags in Krakau (30. Juli 2016). Bischof Neymeyr hat als Stellvertreter die Aufgaben von Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann übernommen, der aufgrund einer Erkrankung am Donnerstag zurück nach Deutschland reisen musste. Der Weltjugendtag, der am 26. Juli 2016 offiziell eröffnet wurde, endet morgen mit dem Abschlussgottesdienst, den Papst Franziskus gemeinsam mit den Jugendlichen feiert.

„Der Weltjugendtag ist ein starkes Glaubenszeugnis, das uns Mut in unserem Alltag machen wird. Gestärkt fahren wir aus Polen nach Hause“, so Bischof Neymeyr. „Die Gastfreundschaft war überwältigend und schon bei den Tagen der Begegnung erfahrbar. In Krakau kamen die deutschen Jugendlichen mit Pilgern aus aller Welt zusammen und haben gemeinsam gefeiert und gebetet.“ Das sei besonders bei den Veranstaltungen mit Papst Franziskus sichtbar geworden. „Auf der einen Seite gab es die freudigen Feste wie den Dialog von Franziskus mit den Jugendlichen vor dem Papstfenster oder die Willkommensfeier auf der Błonia-Wiese. Andererseits waren da aber auch die stillen Momente, besonders als Papst Franziskus schweigend Auschwitz besucht und dort gebetet hat.“ Bischof Neymeyr würdigte den Besuch von Papst Franziskus in Auschwitz als „eindrucksvolles Zeichen der Versöhnung“ und ergänzte: „Mit einer stillen Geste hat er Großes bewirkt.“

„Beeindruckt hat mich persönlich, wie intensiv sich die Jugendlichen in den Katechesen, aber auch in Begegnungen auf den Straßen mit den unterschiedlichen Facetten des Themas Barmherzigkeit auseinandergesetzt haben. Ich bin davon überzeugt, dass das den Einzelnen, aber auch die Gemeinschaft gestärkt hat.“ Vom Weltjugendtag gingen aber auch starke politische Signale aus: „Angesichts des Terrors und der Gewalt dieser Tage ist der Weltjugendtag als Fest des Friedens, der Freude und der Gemeinschaft sichtbar geworden. Auf den Straßen Krakaus haben sich die Jugendlichen zusammengefunden, dem anderen ihre Nation und Glaubenskultur nähergebracht und so in der direkten Begegnung ganz selbstverständlich zusammengefunden. Das ist ein wirksames Mittel gegen jede Form des Nationalismus“, so Bischof Neymeyr.

„Der Pilgerabend im Sanktuarium der Barmherzigkeit war aus deutscher Perspektive ein absoluter Höhepunkt“, so Paul Metzlaff, Referent für Glaubensbildung in der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj). Ungefähr 7.000 Pilgerinnen und Pilger hatten dort gemeinsam unter Leitung von Jugendbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann die Vesper gebetet. „Dass wir als Deutsche im Zentrum der Barmherzigkeit in Polen zusammen gebetet haben, hat mich persönlich sehr beeindruckt“. Vom Weltjugendtag insgesamt zieht Paul Metzlaff ein positives Fazit. „Wer erlebt hat, wie die Jugendlichen in Einheit begeistert durch die Straßen ziehen, wie sie von den Katechesen erzählen, wie sie davon berichten, kurz den Papst gesehen zu haben, fährt selbst erfüllt nach Hause zurück“, so Paul Metzlaff abschließend. Wenn dann noch etwas von diesem Feuer in unserer Heimat ankomme, dann seien nicht nur die Jugendlichen beschenkt worden, sondern auch unsere Kirche in Deutschland.

„Der Papst hat uns bei diesem Weltjugendtag aus dem Herzen gesprochen“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Wie sehr vertraut er auf die Jugend, traut ihr etwas zu und fordert sie heraus, Verantwortung zu übernehmen. Deutlich spricht er die drängenden aktuellen Fragestellungen unserer Zeit an, weicht nicht aus und steht für eine gerechte und barmherzige Welt ein. Dabei ist der Dialog mit ihm keine Einbahnstraße.“ Der Papst betone, dass die Kirche von den Jugendlichen lernen könne. „Es waren für die Jugendlichen hier in Polen Tage der Orientierung, der Ermutigung und vor allem der Begegnung und Gastfreundschaft. Diese Erfahrungen haben sie im Gepäck, wenn sie nun wieder nach Deutschland zurückkehren.“

Magdalena Hartmann und Jonas Lixenfeld aus dem Bistum Rottenburg-Stuttgart zeigten sich überwältigt von den vielen Eindrücken. „Mein Weltjugendtag ist von Begegnungen gezeichnet, die ans Herz gehen. Seien es das Singen mit unzähligen Jugendlichen in der Straßenbahn, das Aufeinandertreffen von internationalen Gruppen auf der Błonia-Wiese oder Gespräche mit wildfremden Menschen, mit denen man sich verbunden fühlt. Die Erfahrung, dass so viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen friedlich miteinander feiern können, weil sie der christliche Glaube verbindet, ist eindrucksvoll. Durch die Zeit hier in Krakau darf ich wieder motiviert nach Hause fahren – mit der Hoffnung, dass unsere christlichen Werte und die Barmherzigkeit als Grundlage für unseren Alltag wieder an Priorität gewinnen“, so Magdalena Hartmann. Jonas Lixenfeld zeigte sich beeindruckt von den Katechesen: „Der Impuls von Weihbischof Christoph Hegge (Münster) hat mich sehr nachdenklich gemacht – er hat offen und ehrlich zu uns gesprochen. Die Möglichkeit, ein direktes und persönliches Gespräch mit dem Weihbischof zu führen, habe ich als sehr bereichernd empfunden. Außerdem ist es interessant zu erfahren, was die Bischöfe persönlich bewegt, wie sie selbst Barmherzigkeit leben und vor allem, welche Tipps aus ihrem Leben sie uns mit auf den Weg geben.“

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