Kritik am KindergipfelKatholische Jugend begrüßt gemeinsame Bund-Länder-Initiative, bemängelt aber deren Ergebnisse

Düsseldorf, 20. Dezember. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zeigt sich enttäuscht von den Ergebnissen des Kindergipfels. Zwar begrüßen die katholischen Jugendverbände in Deutschland die gemeinsame Initiative von Bund und Ländern. „W

Der BDKJ befürwortet die Einigung auf verbindliche aber nicht verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen. Hoffmeier: „Verpflichtende Vorsorgeuntersuchungen schützen Kinder nicht. Was wir tatsächlich brauchen, sind zusätzliche Mittel für die Jugendhilfe vor Ort, für Elternbildung und Familien unterstützende Maß-nahmen. Daran mogeln sich die Beschlüsse des Kindergipfels vorbei.“

Um Kinder besser vor Vernachlässigung schützen zu können, müssten vor allem die Länder Mittel für die Familien unterstützenden Maßnahmen sowie für die Hilfen zur Erziehung erhöhen, mehr Personal bereit stellen und dieses bes-ser fortbilden. Insbesondere die präventive, aufsuchende Familienberatung in den Kommunen muss nach Ansicht Hoffmeiers ausgeweitet werden.

Auch auf das derzeit dringendste Problem hätte der Gipfel keine Antworten gegeben: „Beim Thema Kinderarmut hat sich leider nichts bewegt.“ Gleichzeitig bedauert der BDKJ, dass Kinderrechte nicht in die Verfassung aufgenommen werden sollen. „Damit verpassen wir eine gute Chance, Rechte von Kindern konkret und effektiv zu stärken“, so Hoffmeier. „Wir brauchen Kinderrechte, die sowohl Schutz, Förderung als auch Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern erweitern.“

Der BDKJ ist Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchli-chen Interessen.

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