Knallgelbe Luftballons und funkelnde Kronen

281 Sternsinger feiern in Hamburg die Premiere ihres Aktionsfilms
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TV-Reporter Willi Weitzel präsentiert Film zur Aktion Dreikönigssingen 2018 in Hamburg – Mitten unter Sternsingern: Joana Düvel, Diözesanvorsitzende BDKJ Hamburg, Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Willi Weitzel, TV-Reporter und Moderator und Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks 'Die Sternsinger', (von links nach rechts).

Hamburg.  281 knallgelbe Luftballons stiegen am Samstagmittag in den strahlend blauen Himmel über Hamburg. Und mit ihnen ebenso viele Wünsche von 281 Sternsingern für arbeitende Kinder in aller Welt. Die Mädchen und Jungen mit ihren goldenen Kronen und ihre 79 Begleitenden hatten zuvor mit dem TV-Reporter Willi Weitzel im CinemaxX-Kino in Hamburg-Dammtor die Premiere des Films zur kommenden Aktion Dreikönigssingen gefeiert, „Unterwegs für die Sternsinger – Willi in Indien“. Passend zum kommenden Aktionsthema schildert Weitzel darin die Lebenssituation von arbeitenden Mädchen und Jungen im Beispielland Indien. 27 Sternsingergruppen aus den sieben (Erz-)Bistümern Hamburg, Münster, Hildesheim, Augsburg, Mainz, Essen und Osnabrück waren dazu nach Hamburg gekommen. Die Mädchen und Jungen durften sich im Kino fühlen wie prominente Schauspieler bei einem großen Filmfestival. In den Kinosaal ging es über den roten Teppich, vorbei an klickenden Kameras. Und auch am Rand der großen Leinwand standen mehrere Kameras bereit, mit denen die Veranstaltung live im Internet übertragen wurde.

Seine Eindrücke von der Filmreise in den Norden Indiens schilderte TV-Reporter Willi Weitzel, der mit tosendem Beifall empfangen worden war, offen und ehrlich. „Ich war oft sehr traurig, denn die Situation der arbeitenden Kinder ist wirklich bedrückend. Manchmal tat es ganz schön weh im Herzen.“ Im Film erzählt Weitzel von der acht Jahre alten Neetu, die 14 Stunden täglich Armreifen bearbeitet und dafür nicht einmal 1,50 Euro bekommt. Er berichtet aber auch von der zwölfjährigen Salma, die nachmittags Teppiche knüpft, aber wenigstens morgens zur Schule gehen kann und damit Hoffnung auf ein besseres Leben in Zukunft hat. Darüber hinaus zeigt der Film, wie sich die Projektpartner der Sternsinger für arbeitende Kinder und ihre Familien einsetzt, um sie aus der Ausbeutung zu befreien und ihnen neue Perspektiven zu bieten. „Es gibt mir immer wieder Schwung, dass wir gemeinsam etwas bewirken und den Kindern helfen können“, motivierte Weitzel die anwesenden Sternsinger, sich bei der kommenden Aktion richtig ins Zeug zu legen.

„Der Film macht nachdenklich, zeigt aber auch, dass man etwas tun kann. Gemeinsam mit unseren Projektpartnern weltweit müssen wir dafür sorgen, dass Kinder zur Schule gehen können statt arbeiten zu müssen“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’. Und Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), schloss sich an: „Nur wenn man über das Thema spricht, werden es weniger Kinder, die arbeiten müssen. Willi Weitzel gelingt es mit dem Film, den Kindern mit ihren Problemen eine starke Stimme zu verleihen.“ Unter dem Motto „Sternsinger wollen’s wissen“ löcherten die Mädchen und Jungen „Weltentdecker“ Willi nach der Premierenvorführung seines Films mit ernsten, lustigen, aber auch sehr nachdenklich stimmenden Fragen. Zum Abschluss klickten dann noch einmal gut anderthalb Stunden lang die Kameras im Foyer des Kinos. Jede der 27 Gruppen ließ sich bei der Autogrammstunde mit Willi, der als Kind selbst Sternsinger war, fotografieren und so mancher Sternsinger machte mit dem Star auch noch ein Selfie. 

Für den Filmemacher, der durch seine Fernsehserie „Willi will’s wissen“, in der er als Reporter Kindern die Welt erklärt, bekannt wurde, ist es bereits der sechste Sternsingerfilm. Für die Aktion 2013 hatte er im damaligen Beispielland Tansania einen Film zum Themenschwerpunkt „Gesundheit“ gedreht. Für das Dreikönigssingen 2014 war Weitzel nach Malawi gereist, wo er den Sternsingerfilm zum Thema „Flüchtlingskinder“ produziert hatte. Zur Aktion 2015 präsentierte er sein Werk zum Thema „gesunde Ernährung“ mit Beispielprojekten von den Philippinen, für 2016 hatte er sich in Bolivien mit dem Thema „Respekt“ beschäftigt und für die Aktion in diesem Jahr ging es auf den Spuren des „Klimawandels“ nach Kenia. In Hamburg zeigt er einer großen Sternsingergruppe zum fünften Mal einen Film im Rahmen einer eigenen und feierlichen Premiere. 2013 hatten Sternsinger in Köln die Uraufführung gefeiert, 2014 waren Mädchen und Jungen dazu in den Europapark Rust eingeladen, 2015 erlebten kleine und große Könige die Filmpremiere in Trier und 2016 waren Sternsinger bei der Premierenfeier in München zu Gast.

Rund um den 6. Januar 2018 werden in allen 27 deutschen Bistümern wieder 300.000 Kinder und Jugendliche in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen. „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ heißt dann ihr Leitwort zur 60. Aktion Dreikönigssingen und Indien ist das Beispielland. Bundesweit eröffnet wird die Aktion am Freitag, 29. Dezember, in Trier. Darüber hinaus stehen Anfang Januar die Empfänge bei zahlreichen politischen Amtsträgern auf dem Programm. Träger der Aktion sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). 

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als eine Milliarde Euro wurden seither gesammelt, mehr als 71.700 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 59. Aktion zum Jahresbeginn 2017 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.328 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 46,8 Millionen Euro gesammelt. In diesen Tagen treffen in den Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten, die beim Sternsingen mitmachen, die Informationsmaterialien zur aktuellen Aktion ein. Den Sternsinger-Film mit Willi Weitzel kann man bereits im Web auf www.sternsinger.de/film anschauen.

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