KjG: Jugend will mehr Mitsprache in der Politik

POLITIX-Seminar der KjG in Berlin mit vielen politischen Gesprächen
  • KJG

Düsseldorf / Berlin. „Ich möchte auch wählen können.“ „Mehr Mitsprache in Schule und Kommune.“ „Wir brauchen Freiräume.“ Das sind einige der Anliegen, die 31 Jugendliche aus ganz Deutschland mit Bundespolitikerinnen und -politkern am vergangenen Wochenende in Berlin diskutiert haben. Die 14-17-Jährigen waren eingeladen vom Bundesverband der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) zu einem Seminar im Rahmen der KjG-Aktion „POLITIX – mitmischen und verändern“, politische Gespräche zu führen und sich für eigene Aktionen fortzubilden. Die Teilnehmenden und viele andere KjGlerinnen und KjGler werden dann bis zur Bundestagswahl in ihren Gemeinden selbst Veranstaltungen auf die Beine stellen.

„Auch wenn Jugendliche unter 18 Jahren nicht den Bundestag wählen dürfen, so haben sie doch eine eigene politische Meinung und der Politik viel zu sagen. Wir wollen sie fit machen, ihre Anliegen und Forderungen auch wirksam an die richtigen Adressen zu bringen“, erläutert Anne Schirmer, Bundesleiterin der KjG, das Ziel von „POLITIX – mitmischen und verändern“. „Neben dem Seminar in Berlin unterstützen wir die Jugendlichen dabei mit Beratung vor Ort und helfen ihnen, ihre Ideen und Initiativen mit der eigenen KjG-Gruppe umzusetzen.“ 

In Berlin bot „POLITIX“ dazu die passenden Workshops: Politik mit der eigenen KjG-Gruppe, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Themenfindung und Aktionsideen – so hießen die Themenfelder, auf denen sich die jungen Menschen am Samstag fit gemacht und Handwerkszeug für eigene Projekte gesammelt haben. Am Tag zuvor standen der Besuch des Bundestages auf dem Programm sowie Gespräche mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Thomas Gebhardt (CDU), Ulrich Schneider (GRÜNE) und Diana Golze (LINKE). Hier beeindruckten die Jugendlichen ihre GesprächspartnerInnen mit ihrem Engagement und Interesse sowie mit fundierten politischen Kenntnissen.

Dazu Dr. Thomas Gebhardt (CDU), MdB und Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: „Dass Jugendliche die Grundlagen demokratischer Meinungsbildungsprozesse so früh wie möglich erlernen, ist für die Zukunft unseres Landes enorm wichtig und verdient unsere Anerkennung und volle Unterstützung. Wie umfänglich Jugendliche über politische Prozesse informiert sind, davon zeugte unsere gemeinsame spannende Diskussion, die sich um unsere zukünftige Energieversorgung, um die hiesige Schulpolitik und viele andere Fragen gedreht hat. Als Bundestagsabgeordneter bleibt mir nur zu sagen: Hut ab!“

Ulrich Schneider (GRÜNE), MdB, Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und jugendpolitischer Sprecher: „Bei dem Gespräch heute mit dem Jugendbeteiligungsprojekt der KjG POLITIX hatten wir eine lange Debatte zur Senkung des Wahlalters. Nach dem tollen und interessierten Gespräch mit den 14- bis 17-Jährigen wäre eigentlich auch so schon offensichtlich gewesen, dass eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre der mindeste Schritt ist.“

Diana Golze (LINKE), MdB, Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Mitglied der Kinderkommission und kinder- und jugendpolitische Sprecherin: „Der intensive Austausch über die Möglichkeiten und Grenzen der Jugendbeteiligung in Deutschland hat deutlich gemacht, dass für die Politik auf allen Ebenen noch viel zu tun ist, um das in der UN-Kinderrechtskonvention verankerte Recht auf Teilhabe umzusetzen. Das Treffen mit den Jugendlichen aus der KjG hat wieder einmal gezeigt, dass Jugendliche sehr wohl in der Lage sind, ihre Interessen und Bedürfnisse zu erkennen und für diese politisch einzutreten.“

Und was sagen die Jugendlichen? Franziska Busch, 16, aus Köln, nimmt als eine Erkenntnis mit nach Hause, dass „Politik gar nicht so langweilig ist, wie ich es dachte. Ich bin sehr begeistert von dem Seminar und werde allen in meiner Pfarrei davon erzählen. Und zusammen werden wir bestimmt etwas Eigenes auf die Beine stellen.“

Pressefotos

 

Diesen Artikel teilen auf