Katholische Jugend gegen RechtsBDKJ warnt vor alarmierenden rechtsextremen Tendenzen in Politik, Gesellschaft und in der katholischen Kirche.

Mülheim a.d.R., 20. Juni. Vor alarmierenden rechtsextremen Tendenzen in Politik, Gesellschaft und in der katholischen Kirche warnt der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). „Wir beobachten mit großer Sorge, dass sich rechtsextreme Gruppierunge
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Die Sorge des BDKJ gilt dabei besonders Kindern und Jugendlichen. Sie würden in perspektivlosen Situationen häufig von rechtsextremen Angeboten angesprochen. „Wo demokratische und lebensweltbezogene Angebote fehlen, nutzen rechtsextreme Gruppierungen das Vakuum aus“, erklärt Fehling und verweist dabei beispielsweise auf strukturschwache Regionen im Osten Deutschlands. Bislang unterschätzt sei die Rolle weiblicher Neonazis. Die zum Teil auch gewalttätige Präsenz rechtsextremer Mädchen und Frauen bei öffentlichen Auftritten habe deutlich zugenommen.

Aus BDKJ-Sicht müssen vor allem demokratische, außerschulische Jugendarbeit und Präventionsprojekte gegen Extremismus finanziell und langfristig abgesichert werden. Gleichzeitig müsse Politik alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Aktivitäten rechtsextremer Parteien und Gruppierungen zu unterbinden. Politisch Verantwortliche müssten darüber hinaus noch aktiver und nachhaltiger wirksame Strategien gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus entwickeln. Insbesondere im Wahljahr fordert der BDKJ alle Kandidierenden eindringlich auf, den Wahlkampf nicht zu missbrauchen. „Manche schrecken nicht davor zurück, auf dem Rücken von Minderheiten nach Stimmen im rechten Lager zu fischen“, so Fehling. Gleichzeitig sieht der BDKJ mit Sorge, dass Parteien und Gruppierungen versuchen, rechtsextremes Gedankengut mit einem neuen, katholischen Fundamentalismus zu verbinden.

Gegen Rechtsextremismus in der Kirche

Vor dem Hintergrund der wiederaufflammenden Debatte um die Pius-Bruderschaft ruft der BDKJ Verantwortliche in der katholischen Kirche dazu auf, keine antisemitischen oder rechtsextremistischen Äußerungen in ihren Reihen zu dulden – „schon gar nicht von Amtsträgern“, heißt es im Beschluss des BDKJ-Hauptausschusses. „Die christliche Botschaft und der gesellschaftliche Konsens über die Menschenrechte sind mit Rechtsextremismus unvereinbar“, stellt Fehling fest. „Es ist inakzeptabel, dass es auch in der katholischen Kirche immer noch Menschen gibt, die nicht begreifen, dass Jesus Christus nicht nur einigen sondern allen Menschen die volle Würde und das Leben in Fülle zusichert.“

In den katholischen Jugendverbänden selbst würden Menschenwürde und Demokratie gelebt und erlebbar. Fehling: „Menschenverachtung und Extremismus haben bei uns keinen Platz.“ Die katholischen Jugendverbände wollen ihre politische Bildungsarbeit weiter fördern sowie Leiterinnen und Leiter im Umgang mit Rechtsextremismus schulen. Des Weiteren wollen die Mitgliedsverbände im BDKJ zügig Ausschlussverfahren einleiten, wenn sich rechtsextremes Gedankengut bei Mitgliedern manifestiert hat. Darüber hinaus beteiligt sich der BDKJ aktiv an der bundesweiten Aktion „Nazis aus dem Takt bringen“.

Grundsätzlich sei mehr Vertrauen in Demokratie und die sozialen Sicherungssysteme die beste Möglichkeit, Extremismus vorzubeugen. „Deshalb fordern wir eine Politik, die allen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine ausreichende Grundsicherung, die bestmögliche Bildung, eine kostenfreie Erstausbildung und umfassende Teilhabe garantiert“, so Fehling.

Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden  und -organisationen mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft.

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