Katholikentag zeigt klares politisches Profil

BDKJ erhofft sich gesellschaftliche Signalwirkung des Katholikentags
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Spaß am Zentrum Jugend: Über 30 Prozent der Teilnehmenden des Katholikentags waren unter 29 Jahre alt (Foto: BDKJ-Bundesstelle / Christian Schnaubelt)

Leipzig, 29. Mai. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zieht ein positives Fazit des 100. Deutschen Katholikentags in Leipzig, der heute zu Ende gegangen ist. „Wir haben in den vergangenen Tagen intensive Debatten über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und über die Zukunft der Kirche erlebt“, so der BDKJ-Bundesvorsitzende Wolfgang Ehrenlechner.  

Vor allem über die Flüchtlingspolitik, den zunehmenden Rechtspopulismus in Europa und die Rückschritte im europäischen Einigungsprozess wurde diskutiert. „Viele Teilnehmende des Katholikentags eint die Sorge um Europa. Wir sagen deutlich Nein zu Nationalismus und den Rückschritten in der europäischen Integration“, erklärt Ehrenlechner. „Wir wünschen uns, dass diese Debatten in eine klare Botschaft vom Katholikentag münden: Wir Christinnen und Christen stehen ein für Demokratie und Willkommenskultur in Deutschland und Europa. Menschen, die zu uns kommen, sind keine Bedrohung, sondern können eine Bereicherung für uns sein.“ Mit Blick auf das Programm verwies Ehrenlechner auf die vielen weltkirchlichen Veranstaltungen. „Die Kirche ist weltoffen. Wir treten ein für ein offenes Europa und stehen fest zur europäischen Idee. Das ist eine wichtige Botschaft, die wir als Jugendverbände immer wieder und entschieden vertreten.“

Der BDKJ-Bundesvorstand stellt sich klar hinter ZDK-Präsident Thomas Sternberg und die Entscheidung die Alternative für Deutschland (AfD) nicht einzuladen. „Eine Partei, die Hass und Spaltung verbreitet, braucht keine Bühne auf einer christlichen Veranstaltung“, so Ehrenlechner.

Mit der von Papst Franziskus angekündigten Kommission zur Prüfung des Diakonats der Frau, stand auch ein kirchenpolitisches Thema auf der Agenda. „Warum der Zugang Frauen bisher verwehrt bleibt, ist für junge Menschen nicht nachzuvollziehen. Wir haben hier in Leipzig eine breite Zustimmung in dieser Frage erlebt“, erklärt Ehrenlechner. „Wir wollen gleichen Zugang zu allen kirchlichen Ämtern, wie er Männern offen steht. Seelsorgerinnen bereichern die Vielfalt der Seelsorge."

Der Katholikentag war in einer Stadt zu Gast, die wenig christlich geprägt ist. „Die Leipzigerinnen und Leipziger waren tolle Gastgeberinnen und Gastgeber. Wir sind auf ein offenes Klima gestoßen“, so der Bundesvorsitzende. Ehrenlechner hob besonders die friedliche Stimmung bei der Großveranstaltung hervor.

Ein Blick in die offizielle Katholikentagsstatistik verrät, dass knapp über 30 Prozent der Teilnehmenden unter 29 Jahren waren. „Die Jugend ist eine tragende Säule der Veranstaltung. Als Teilnehmende, bei der Programmgestaltung oder als eine oder einer der vielen jungen Helferinnen und Helfer, die diesen Katholikentag erst möglich machen“, so Ehrenlechner.

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