„Ihr macht mir Mut!“Speyerer Sternsinger schreiben im Schneegestöber Segen ans Schloss Bellevue

Berlin. Es hatte etwas Märchenhaftes, als 40 kleine Könige in bunte Gewänder und Schneegestöber gehüllt vor der prächtigen Kulisse des Schloss’ Bellevue ihr Gloria anstimmten. Im Gegensatz zu den frostigen Temperaturen draußen empfing Bundespräs

Die kleinen Könige aus zehn Pfarreien vertraten in Berlin die rund 500.000 Mädchen und Jungen, die sich rund um den Jahreswechsel als Sternsinger auf den Weg zu den Menschen machen und für Not leidende Kinder in aller Welt sammeln. Getreu dem Jubiläumsmotto der 50. Aktion Dreikönigssingen, „Sternsinger für die Eine Welt“, und mit Hilfe des Jubiläumssterns erklärten die Kinder dem Präsidenten, wofür sie unterwegs sind. Vier der acht Sternzacken haben Kinder aus anderen Ländern gebastelt. Aus Tansania beispielsweise, wo es nicht genügend Wasser gibt, oder aus Vietnam, wo Kinder auf dem Reisfeld arbeiten müssen, anstatt zur Schule zu gehen.

Botschaften beeindrucken den Bundespräsidenten
Von diesen Botschaften zeigte sich der Bundespräsident richtig beeindruckt: „Wir Politiker reden von Globalisierung. Aber ihr macht anschaulich, was es heißt, in einer Welt zu leben, egal ob in Berlin, Bayern, Bangladesch oder Peru. Ihr zeigt uns, was es heißt, nicht nur an sich selbst zu denken.“ Weil viele Kinder kein zu Hause hätten, habe er sich entschlossen, mit seiner Spende ein Straßenkinderprojekt im afrikanischen Malawi zu unterstützen.

Für den Einsatz des Bundespräsidenten dankte Msgr. Winfried Pilz, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“. „In ihrer Berliner Rede haben sie zu Recht gesagt, dass Jammern nichts hilft, sondern haben auf die vielen Funken der Hoffnung gedeutet. Unsere Sternsinger sind Mutmacher. Sie stimmen die Instrumente für eine Symphonie der vereinten Menschheit. Der Himmel selbst verleiht den Kindern eine königliche Autorität.“ Pfarrer Andreas Mauritz, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der die Aktion gemeinsam mit dem Kindermissionswerk trägt, wünschte sich derweil mehr Beteiligung von jungen Menschen. „Kinder haben nicht nur Probleme, sondern sie sind vor allem Teil der Lösung. Kinder beteiligen, heißt Zukunft sichern.“

Viel Zeit für die kleinen Könige
Für die Kinder nahmen sich der Präsident und seine Gattin Eva Luise einmal mehr viel Zeit. Jeweils vier Sternsinger wurden per Losentscheid aus den zehn Speyerer Dekanaten ermittelt, um gemeinsam die spannende Aufgabe zu übernehmen. So überbrachten Sternsinger-Delegation aus den Pfarrgemeinschaften Hettenleidelheim, Breitenbach, Eschbach, Ruhbank-Lemberg-Erlenbrunn-Simten, Ommersheim-Heckendahlheim sowie aus den Pfarreien St. Ludwig in Frankenthal, Mariä Heimsuchung in Kindsbach, St. Gallus in Ludwigshafen-Friesenheim und aus den Pfarreien in Scheibenhardt und in Schweisweiler Segen und Geschenke. Eine Gruppe machte dem Bundespräsidenten am Fest der Heiligen Drei Könige eine passende Gabe: Eine Kiste mit Weihrauch, Myrrhe und Gold. Letzteres natürlich nur in Schokoladenform. Das gefiel dem Bundespräsidenten offenbar so gut, dass er die Sternsinger bei seinem vierten Empfang zu einer Premiere einlud.

Erstmals glitten die königlichen Kinder-Gewänder über rote Teppichstufen hinauf in die „Belle Etage“ des Schlosses: Bundespräsident Köhler führte die Sternsinger höchstpersönlich durch seinen Amtssitz, erklärte und freute sich sichtlich über den königlichen Besuch. Dort, wo er sonst Präsidenten und Staatsoberhäupter zu Banketten empfängt, verbreiteten nun Kinder mit ihren Kronen majestätischen Glanz. Bundespräsident Köhler: „Ich wünsche mir, dass die Erfolgsgeschichte der Sternsinger sehr lange weitergeht, weil wir damit noch sehr viel Gutes tun können. Noch wichtiger als das Geld, ist aber der Segen, den ihr bringt.“ „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ – das schrieb dann auch Franziska Wünsche (11) aus Schweisweiler an das große Portal am Schloss Bellevue. Trotz Eis und Schneegestöber war es auch ihr jetzt richtig warm ums Herz: „Der Präsident ist einfach cool. Und sein Schloss auch.“

Bilder, Videos und weitere Informationen gibt es unter www.sternsinger.de

Diesen Artikel teilen auf