Franziskus steht für eine menschennahe Kirche

BDKJ sieht im ersten Jahr von Papst Franziskus einen Auftakt für eine Kirchenreform
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Düsseldorf, 6. März. Ein Jahr nach der Wahl von Papst Franziskus sieht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) einen Mut machenden Auftakt für eine grundlegende Kirchenreform. „Der Papst ermutigt zur offenen Diskussion über wichtige Fragen in der Kirche“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler. „Damit steht Papst Franziskus für einen überfälligen Aufbruch der Kirche hin zu den Menschen von heute.“

Wie lebt Ihr? Was braucht Ihr von der Kirche? Das seien Fragen, die lange so nicht gestellt wurden. „Die Kirche ist aber nicht dazu da, dass die Menschen zu ihr kommen müssen und von ihr bewertet werden, sondern sie muss zu den Menschen gehen und ihnen die gute Nachricht für ihr Leben geben. Dafür steht Papst Franziskus“, so Tänzler. Papst Franziskus habe auf dem Weltjugendtag in Rio Jugendliche begeistert. „Aber er steht für mehr als nur für Begeisterung. Er steht für eine Reform der Kurie und für eine Entklerikalisierung der Kirche“, sagt Tänzler.

Dafür führt der Dachverband der katholischen Jugendverbände zum Beispiel die Beteiligung der Laien bei der Vorbereitung der Bischofssynode an. „Der Papst zieht nicht alles an sich, sondern er sorgt im Gegenteil für eine Dezentralisierung und dafür, dass nicht mehr die westeuropäische Kirche das Maß aller Dinge ist“, so Tänzler. „Mit dem Pontifikat von Papst Franziskus hat ein Umbruch begonnen, auf den wir fast nicht mehr zu hoffen gewagt hatten. Es wird neu verstanden, was das Zweite Vatikanische Konzil für uns heute bedeutet und was die Kirche in der Welt von heute bedeutet.“

In der kirchlichen Jugendarbeit sei man bemüht, den immer größeren Graben zwischen Sprache und Lehre der Kirche auf der einen Seite und der Lebenswirklichkeit der jungen Menschen zu überwinden. „Es ist eine große Freude, dass dieses Anliegen nun auch wieder an der Spitze unserer Kirche angekommen ist“, so Tänzler. „Dabei müssen wir gemeinsam mutig das Evangelium für die heutige Zeit übersetzen und verständlich machen und uns in die pluralisierte Gesellschaft einbringen.“ Die Unterschiede zwischen den einzelnen Ortskirchen würden dabei immer deutlicher. „Es ist eine große Aufgabe, die Einheit der Kirche zu wahren, ohne sie in eine Einheitlichkeit zu zwingen, die für niemanden passt. Papst Franziskus wird dafür unser aller Unterstützung und unser Gebet brauchen“, so Tänzler.

Der BDKJ stehe dafür, sich in diesem Sinne einzusetzen. Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern.

Ab heute mittag gibt ein Videointerview mit Dirk Tänzler auf YouTube.

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, 0211 4693-155

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