Eine Schulform für mehr GerechtigkeitWeil das Schulsystem Ungerechtigkeit fördert, fordert der BDKJ eine einheitliche Schulform und längeres, gemeinsames Lernen

Altenberg (Odenthal), 27. April. Die Abschaffung des bestehenden Schul-systems das fordert der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Die BDKJ-Hauptversammlung will eine gemeinsame Schulform, die benachteiligten Kindern und Jugendlichen mehr Bildu

Aktuelle Studien würden immer wieder den fatalen Zusammenhang von wirt-schaftlicher Armut und Bildungserfolg zeigen; der Zugang zu Bildung ist struk-turell ungerecht. „In unserem Bildungssystem bleiben die Schwächeren auf der Strecke. Wir brauchen ein Schulsystem, das nicht nur einigen, sondern allen Kindern Chancen für ein gutes Leben bietet“, erklärt die BDKJ Bundesvorsit-zende Andrea Hoffmeier. In der derzeitigen Form würden die Bildungssysteme der Bundesländer keine Antwort auf diese zentrale bildungspolitische Heraus-forderung geben. Der BDKJ fordert daher, die gegliederten Schulsysteme ab-zuschaffen und ein neues bundeseinheitliches Schulsystem zu etablieren.

Ein Schlüssel zu mehr Gerechtigkeit liegt nach BDKJ-Sicht in einer längeren gemeinsamen Schulzeit - unabhängig vom angestrebten Schulabschluss: „Die meisten Bundesländer zwingen Eltern und Kinder in der vierten Klasse zu einer Entscheidung über den weiteren Schulweg. Das trägt maßgeblich zu einer frühen gesellschaftlichen Ausgrenzung bei.“ Eine längere gemeinsame Schul-zeit sei ein wesentlicher Baustein zur Verringerung dieser Ausgrenzung.

Neue pädagogische Konzepte müssten Ausgrenzung verhindern und auf das längere gemeinsame Lernen ausgerichtet werden. Bessere Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern sowie deren Unterstützung durch andere Berufsgrup-pen, Sprachförderung und Hausaufgabenhilfe für junge Menschen mit Migrati-uonshintergrund und individuelle Förderung: „Verbesserungen im Schulsystem sind nicht zum Nulltarif zu haben. Und: Ein chancengerechtes Bildungssystem erreichen wir nicht durch effizienterem Einsatz oder Umverteilung bestehender Finanzmittel. Es braucht zusätzliche staatliche Mittel“, fordert Hoffmeier.

Die BDKJ-Hauptversammlung ist das höchste Beschluss fassende Gremium des BDKJ. Rund 130 Delegierte aus der ganzen Bundesrepublik nehmen dar-an teil. Der BDKJ ist Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugend-verbänden mit rund 650 000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen. Zeichen: 2260

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, 0211 4693155, 0178 7956099, presse(at)bdkj.de

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