Die Herkunft ist leider nicht egal

„Josefstag“ fordert mehr Einsatz für Jugendliche mit Migrationshintergrund.
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Mannheim, 13. März. Sie werden seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, haben weniger Beziehungen und schlechtere Chancen auf einen Ausbildungsplatz: Mehr Einsatz für benachteiligte Jugendliche mit Migrationshintergrund fordert deshalb die katholische Kirche in Deutschland. „Einerseits verlangt die Gesellschaft mehr Integrationswillen von jungen Migranten, andererseits geben wir ihnen keine Chance, schließen sie systematisch aus“, so Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann heute in Mannheim. Dort gab der Vorsitzende der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz in der katholischen Jugendberufshilfe-Einrichtung „Förderband“ den Startschuss für die bundesweite Aktion „Josefstag“. 

Unter dem Motto „Herkunft egal - Ziel klar!" werden dabei rund um den 19. März kirchliche Würdenträger und politische Verantwortliche mehr als 40 Einrichtungen der katholischen Jugendsozialarbeit besuchen - und ein Zeichen gegen die Benachteiligung und Ausgrenzung von Jugendlichen setzen. Jeder Vierte im ausbildungsfähigen Alter hat einen Migrationshintergrund. Gleichzeitig sind diese Jugendlichen höchst unterschiedlich in Bildungsstand, Deutschkenntnissen, Familienstruktur, Wohnsitua-tion, Aufenthaltsstatus oder dem Grad ihrer Integration. Was sie alle gemeinsam haben: besondere Probleme am Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Vielfalt nutzen, Integration fördern

„Neben struktureller Benachteiligung durch die soziale Herkunft von Eltern stellt der Migrationshintergrund meist ein Hindernis dar“, so Markus Etscheid-Stams von der Arbeitstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz für die Träger des Josefstages. Auch Studien belegen: Bei gleichen Abschlüssen, gleichem Engagement, finden Jugendliche mit Migrationshintergrund seltener einen Ausbildungsplatz und bleiben öfter ohne Berufsabschluss. „Die Folgen einer wachsenden Schar von Perspektivlosen können wir bei Weitem nicht absehen“, so Etscheid-Stams weiter. 

„Wir erleben diese Jugendlichen nicht radikal und gewalttätig. Sie suchen nach einer Perspektive, die wir ihnen geben müssen: Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft“, so Pfarrer Simon Rapp, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit. Bessere Integration bedeute dabei nicht das überstülpen einer Identität, sondern erfordere auch die Bereitschaft, die Vielfalt der Jugendlichen zu erkennen, zu fördern und zu nutzen. „Wir dürfen nicht fragen, wo die Jugendlichen herkommen oder welche Religion sie haben. Wir müssen versuchen, ihnen zu helfen“, so Bischof Wiesemann. Die katholische Kirche ermöglicht in ihren über 300 Einrichtungen der Jugendsozialarbeit jährlich rund 30.000 Jugendlichen einen Einstieg in Ausbildung und Berufsleben. 

Kicken in Peine, Kochen in Essen

Ihren Einsatz für diese Jugendlichen will die Katholische Kirche mit dem Josefstag deutlich machen. Unter dem Motto „Herkunft egal - Ziel klar!" geht es in diesem Jahr gezielt um Jugendliche mit Migrationshintergrund. Von Hamburg bis München, von Aachen bis Erfurt werden Kirchenverantwortliche und Politiker/-innen mit Jugendlichen gemeinsam aktiv.

Mit dabei: Bundesligaspieler, Arbeitgeber und Bischöfe 

In Peine etwa geben Spieler und Trainer des Bundesligisten Eintracht Braunschweig von der Caritas betreuten Jugendlichen einen „Kick“ für mehr Motivation und Leistungsbereitschaft. Gemeinsam und international kochen Jugendliche der Essener „Boje“ mit Weihbischof Ludger Schepers, Dietmar Gutschmidt (Geschäftsführer JobCenter), Karl-Heinz Endruschat (Vorsitzender Jugendhilfeausschuss) und Vertretern der Firmen RWE und DHL. In einem Forum des Kolpingbildungswerkes Bamberg diskutieren Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) mit Hermann Imhof (MdL) und Dirk von Vopelius, Präsident der IHK Mittelfranken. Die Kolpingjugend München startet eine Pflanzaktion mit Dompfarrer Monsignore Wolfgang Huber. Alle Veranstaltungen des Josefstages sortiert nach Regionen und mehr Infos gibt es unter www.josefstag.de. 

Der Heilige Josef ist Schutzpatron der Arbeiterinnen und Arbeiter und der Jugendlichen. Seinen Gedenktag begeht die Kirche am 19. März. Der Josefstag findet zum fünften Mal statt und ist eine Aktion des „arbeit für alle“ e.V., einer Initiative des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS). 


Hinweis an die Redaktionen: Druckfähige Pressefotos können Sie unter in unserem Pressebereich oder unter www.josefstag.de herunterladen. 

Pressekontakt: 

Michael Kreuzfelder (BDKJ), mobil: 0176 /17 95 60 99, pressebdkjde 

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