Der globalisierten Welt ein Gesicht geben

Mannheim rockt beim Katholikentag für ein Welt
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Wie rockt man eigentlich für Eine Welt? BDKJ, MISEREOR und Medienpartner SWR3 hätten da ein Konzept: Man baue eine große Bühne auf, lade Andreas Bourani, Luxuslärm und Stefanie Heinzmann zum Musikmachen ein und mache in den Umbaupausen mit kleinen Infohäppchen auf die Situation von Jugendlichen in Ruanda aufmerksam. Dieses Konzept geht offensichtlich auf - immerhin rund 8.000 Besucherinnen und Besucher waren am Donnerstagabend im Mannheimer Luisenpark bei "Mannheim rockt für Eine Welt" dabei.

Vier Stunden rockiges Programm - mit Künstlern, die sichtlich Spaß an dieser Art von Veranstaltung hatten. "Man spürt, warum ihr heute Abend hier seid", brachte es Luxuslärm-Sängerin Janine Meyer auf den Punkt. Der im katholischen Bayern aufgewachsene Andreas Bourani möchte mit dem Konzert Optimismus verbreiten und aktivieren: "Wenn die Leute hier weggehen, eine Idee haben und vielleicht beginnen, diese umzusetzen, ist schon viel erreicht." Stefanie Heinzmann war bereits beim Ökumenischen Kirchentag vor zwei Jahren in München dabei und freut sich, mit solchen Auftritten ein Zeichen für mehr Gerechtigkeit in der Welt zu setzen: "Es ist ein Privileg, dass ich allein mit meinem Namen Aufmerksamkeit verschaffen kann. Wenn ich zum Beispiel bei facebook etwas poste, dann lesen das viele Leute, teilen es und setzen so eine Kettenreaktion in Gang. Diesen Weg der Unterstützung nutze ich gern."

In den Musikpausen gaben Videoclips und Kurzinterviews Einblicke in das Leben junger Menschen in Ruanda. Dazu hatten BDKJ und MISEREOR eine Reihe von Ruanda-ExpertInnen eingeladen. Sigrid Hofmann, Bundesvorsitzende der Deutschen Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG), informierte über ein Projekt der ruandischen Pfadfinder Association des Guides du Rwanda (AGR). Seit 32 Jahren pflegen PSG und AGR eine Partnerschaft. "Es ist unglaublich, was die AGR für die Gesellschaft leistet", erklärt Sigrid. So gebe es beispielsweise Näh-Ateliers und Landwirtschaftsprojekte, mit denen die Menschen sich eine Existenz aufbauen und zusätzlich in Themen wie Gesundheitsbildung fit gemacht werden. "Für uns als PSG ist aber natürlich vor allem der interkulturelle Austausch wichtig - er ist die Grundlage unserer Partnerschaft", sagt Sigrid.

Simon Ney von der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) berichtete auf der Bühne von seinem Freiwilligeneinsatz in der Gemeinde Matimba, mit der die KSJ Trier seit dem Weltjugendtag 2005 eine Partnerschaft verbindet. Auch Sophie Tritschler aus Saarbrücken war die Begeisterung über ihren Freiwilligeneinsatz in Rwanda auch nach über zwei Jahren noch anzumerken - sie ermutigte die jungen Menschen im Publikum, selbst im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes aktiv zu werden.

Diese Geschichten machen deutlich, worum es BDKJ und MISEREOR in ihrer entwicklungspolitischen Arbeit geht: um Solidarität. Das betonten auch MISEREOR-Geschäftsführer Thomas Antkowiak und der BDKJ-Bundesvorsitzende Dirk Tänzler in einem kurzen Statement. "Wir wollen der globalisierten Welt ein Gesicht geben", sagt Dirk Tänzler.

Mit der 2-Euro-Aktion unterstützt MISEREOR unter anderem das Projekt Vision Jeunesse Nouvelle (VJN), das in Ruanda 21 Jugendzentren unterhält und damit insgesamt 33.000 junge Menschen erreicht. Über Sport- und Kulturprojekte kommen die SozialarbeiterInnen mit den Jugendlichen auch über Probleme der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gespräch - etwa über Alkoholmissbrauch, HIV/Aids und Gewalt. Mehr Infos: www.2-euro-helfen.de.

Text: Johanna Elsässer, Dominik Schäfer Fotos: Michael Kreuzfelder, Johanna Elsässer

Mehr Bilder und Infos gibt es bei uns im Blog: http://bdkj.posterous.com/der-globalisierten-welt-ein-gesicht-geben-kt1

 

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