Der Dialog hat gerade erst begonnen

BDKJ fordert Fortsetzung der Gespräche von Laien und Bischöfen
  • News
  • Pressemeldungen
  • Wolfgang Ehrenlechner
  • Kirchenpolitik
  • Startseite

Würzburg/Düsseldorf, 12. September. „Der Dialogprozess hat die Gesprächskultur in unserer Kirche deutlich verbessert“, fasst der Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Wolfgang Ehrenlechner, das für ihn wichtigste Ergebnis des Prozesses „Im Heute glauben“, der heute in Würzburg zu Ende ging, zusammen. „Es gab keine Tabuthemen, die nicht angesprochen werden durften. Uns ist wichtig, dass diese offene Gesprächskultur auch fortgeführt wird.“

„Allerdings“, so Ehrenlechner, „in einer Dialogform, die von Laien und Bischöfen gemeinsam verantwortet wird.“ Der Gesprächsprozess war letztlich allein in der Hand der Bischöfe geblieben. Für die Zukunft spricht der BDKJ-Bundesvorsitzende sich klar dafür aus, dass der Dialog weitergehen müsse. „Dann aber partnerschaftlich von Laien und Bischöfen gemeinsam verantwortet.“

Abgesehen vom verbesserten Gesprächsklima habe der Prozess aber kaum zufriedenstellende Ergebnisse erbracht: „Der Prozess hat viele offene Fragen übrig gelassen“, bedauert Ehrenlechner. „Es ist schade, dass belastbare Ergebnisse gar nicht erst angestrebt wurden. Wir hätten uns gewünscht, dass es auf Seiten der Bischöfe mehr Mut gegeben hätte, so dass die Vereinbarung verbindlicher Ergebnisse möglich gewesen wäre.“ So sei zwar auch als Folge des Prozesses von den Bischöfen ein neues kirchliches Arbeitsrecht erarbeitet worden, darin seien die Impulse aus dem Dialogprozess aber nur teilweise aufgegriffen worden.

Die Fragen nach dem Umgang mit Macht in der Kirche und nach menschennaher Sexualmoral, die nach dem Bekanntwerden des Missbrauchs-Skandals am Anfang des Prozesses gestanden hätten, seien nicht zufriedenstellend behandelt worden. „Die Erschütterung über die in der Kirche geschehene sexualisierte Gewalt hat leider nicht zu einem echten Umdenken geführt. Deren strukturelle Voraussetzungen sind mit verbesserten Präventionsprogrammen allein nicht zu beseitigen.“ Der Dialogprozess habe sich rasch von seinem Auslöser entfernt. „Das zeigt, dass das offene Gespräch zwischen Laien und Bischöfen längst überfällig war“, fasst Ehrenlechner zusammen. „Es ist aber gerade deshalb umso wichtiger, dass die Frage nach Macht und Machtmissbrauch in der Kirche damit nicht als erledigt betrachtet wird.“ Für die Gespräche, die auf den Dialogprozess folgen müssten, fehle es jedenfalls nicht an Themen: „Die Kluft zwischen Lehre und Leben besonders im Umgang mit Partnerschaft und Familie, die Weiterentwicklung des Priesterbildes, das Miteinander von Priestern und Laien, die Nutzung und Förderung demokratischer und synodaler Strukturen, die Stärkung von Frauen in der Kirche und Überprüfung der Zugangsvoraussetzungen zu Weiheämtern – der Dialog darüber hat gerade erst begonnen.“

Diesen Artikel teilen auf