Den Kindern in aller Welt nahe sein

Sternsinger eröffnen Aktion Dreikönigssingen
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Mainz. Die Sternsinger klopften an, und es wurde ihnen geöffnet. Zum Abschluss des Eröffnungsgottesdienstes der 54. Aktion Dreikönigssingen am Mittwoch in Mainz wurde für die kleinen und großen Könige das Willigis-Portal des Mainzer Doms aufgeschoben. Ein symbolischer Akt, den es nur selten zu bewundern gilt, aber der gut zum Leitwort der aktuellen Sternsingeraktion passt. Unter dem Motto „Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“ machen sich in diesen Tagen überall in Deutschland 500.000 Mädchen und Jungen in den Gewändern der Heiligen Drei Könige auf ihren Weg zu den Menschen, um den christlichen Segen zu bringen und Spenden für Not leidende Gleichaltrige in aller Welt zu sammeln. 2.900 Sternsinger waren am Mittwoch nach Mainz gekommen und feierten unter anderem mit Kardinal Karl Lehmann den Auftakt ihrer Aktion.

„Wenn wir also wieder in den nächsten Tagen durch unsere Städte und Dörfer gehen, oft von Haus zu Haus, dann kommen wir nicht als niedliche Könige, die etwas Romantik in der Weihnachtszeit verstärken, sondern dann treten wir im Namen Jesu, der sich besonders der Kinder angenommen hat, ein für die Menschlichkeit! Kinder sind die Zukunft unserer Welt!“, machte Kardinal Lehmann in seiner Predigt während des Eröffnungsgottesdienstes am Nachmittag deutlich. Und der Kardinal sparte nicht mit Lob für die Mädchen und Jungen, die sich für benachteiligte Kinder in aller Welt einsetzen. „Wir wollen mit der Aktion möglichst vielen helfen, keine Auswahl treffen. Wir wollen die Hilfe weltweit. Dabei geht es um die nackte Existenz, den Hunger, die gesundheitliche Versorgung, die Ernährung und die Wasserversorgung, Schulen und Bildungseinrichtungen, Hilfen für Leib und Seele, soziales Zusammenleben und die Förderung seelsorglicher Aufgaben. Dabei wollen wir nicht nur von außen helfen, was schon sehr viel ist, sondern wir wollen die eigene Fantasie und Kraft der Kinder in aller Welt anregen.“

Für die Sternsinger hatte der Auftakt bereits morgens im Hof des Kurfürstlichen Schlosses begonnen. Musik und Interviews bestimmten das Programm in historischer Umgebung. Angeführt von einem großen Stern zogen die Mädchen und Jungen im Anschluss durch die Mainzer Innenstadt bis zum Marktplatz. Auch wenn der Großteil der Sternsinger aus dem gastgebenden Bistum kam – Gruppen aus den zwölf (Erz-)Bistümern Köln, Speyer, München und Freising, Trier, Bamberg, Würzburg, Freiburg, Paderborn, Hamburg, Münster, Essen und Fulda waren darüber hinaus dabei. Die weitesten Anreisen dürften dabei die Gruppen aus Pinneberg (Erzbistum Hamburg) und aus Traunstein (Erzbistum München und Freising) gehabt haben.

Brücken schlagen zu den Kindern in der Welt

„Wir wollen den Kindern in aller Welt nahe sein und Brücken schlagen in ihre Welt. Ich danke euch ganz herzlich, dass ihr von überall her gekommen seid“, begrüßte Kardinal Lehmann die große Schar vor dem Dom. Und es war ein beeindruckendes Bild, das sich dem Kardinal von der Bühne aus bot. Unterhalb des Doms füllten die 2.900 Sternsinger einen Großteil des Mainzer Marktplatzes aus. Zahllose Sterne wurden dabei in die Höhe gereckt, auf die die Mädchen und Jungen einzelne Kinderrechte geschrieben hatten. „Wir wollen, dass alle Kinder genug zu essen haben“ oder „Ein Zuhause für alle Kinder!“ war auf den gelb-goldenen Sternen zu lesen, und die engagierten Könige unterstrichen damit, dass ihnen die Kinderrechte, der thematische Mittelpunkt der Aktion, auch wirklich am Herzen liegen. 17 verschiedene Workshops wurden anschließend für die Sternsinger in der Maria-Ward-Schule, der Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Schule, der Martinus-Schule und dem Willigis-Gymnasium angeboten. Auf dem Programm standen unter anderem eine Hörfunkwerkstatt, ein Selbstverteidigungstraining und zahlreiche kreative Angebote rund um das Dreikönigssingen und rund um Nicaragua, dem Beispielland der laufenden Aktion.

Ein fröhliches Bild und viel Engagement
Zusammen mit den Sternsingern Hanna (10 Jahre), Felix (12) und Eva (17) aus der Gemeinde St. Laurentius und St. Stephan in Sprendlingen-Dreieich übernahmen Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, und Pfarrer Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die offizielle Aussendung der Sternsinger zum Abschluss des Gottesdienstes. Und geöffnet wurde dabei auch das große, bronzene Willigis-Portal. „Die Sternsinger haben heute ein ganz tolles und fröhliches Bild abgegeben, aber sie haben auch gezeigt, wie sehr sie sich mit den Inhalten der Aktion auseinandergesetzt haben. Es war ein großartiger Auftakt“, machte Prälat Klaus Krämer deutlich. „Es war toll, dass die Kinder heute im Mittelpunkt standen, die Sternsinger und ihr Engagement“, freute sich Pfarrer Simon Rapp über den gelungenen Auftakt. Das Kindermissionswerk und der BDKJ sind die bundesweiten Träger der Aktion. Für die Eröffnung in Mainz zeichneten federführend der BDKJ-Diözesanverband und das Bischöfliche Jugendamt Mainz verantwortlich. Mainz war nach 1989 zum zweiten Mal Gastgeber einer bundesweiten Aktionseröffnung, die jedes Jahr ein anderes Bistum ausrichtet. Zum Gelingen der Veranstaltung trugen rund 80 hauptberufliche und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bei.

Knapp 772 Millionen Euro, mehr als 60.800 Projekte

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Knapp 772 Millionen Euro wurden seither gesammelt, mehr als 60.800 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 53. Aktion zum Jahresbeginn 2011 hatten die Mädchen und Jungen aus 11.622 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 41,8 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe.

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, 0211 4693155, presse(a)bdkj.de

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