Coca-Cola Boykott geht weiterKatholische Jugendverbände weiten ihre Forderungen auf andere multinationale Unternehmen aus.

Altenberg (Odenthal), 25. April. Die Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hält an ihren Forderungen an „The Coca Cola Company“ fest und weitet den kritischen Blick auf ande-re multinationale Untenehmen aus. Vor einem Jah

Nach intensivem Dialog mit seinen Partnerorganisationen in Kolumbien stellt der BDKJ mit Bedauern fest: Es hat keine maßgebliche Verbesserung der Menschenrechtssituation der Arbeitnehmerinnen und -nehmer bei Coca-Cola-Partnerunternehmen gegeben. „Besonders die Rechte auf Gewerkschafts-, Versammlungs- und Meinungsfreiheit werden immer noch stark einge-schränkt", konstatiert BDKJ-Bundespräses Pfrarrer Andreas Mauritz. „Die Vor-würfe, die der BDKJ gegen den Coca Cola Konzern erhebt, konnten auch durch den Dialog und die von der Coca Cola GmbH eingebrachten Argumente nicht entkräftet werden.“

Die katholischen Jugendverbände fordern deshalb weiterhin von „The Coca Cola Company“ sowie von anderen multinationalen Unternehmen, die Vorga-ben des „Internationalen Pakts des bürgerlichen und politischen Rechts“ und des „Pakts für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ einzuhalten.

Die BDKJ-Hauptversammlung appelliert an ihre Verbände und deren Mitglie-der, ihre Macht als Konsumentinnen und Konsumenten zu nutzen. Sie sollen Produkte von multinationalen Unternehmen mit kritischem Blick auf deren Her-stellungsbedingungen prüfen. Seit langem nutzen katholische Jugendverbände alternative Angebote wie etwa regionale und fair gehandelte Produkte. Viele Jugendbildungshäuser haben den Getränkeanbieter gewechselt. Mittlerweile zeigt der Aufruf des BDKJ Wirkung bei befreundeten Organisationen. So ha-ben sich die Arbeitsgemeinschaft der Jugendpastoral der Orden (AGJPO) und der Landesjugendring Baden-Württemberg dem Boykott angeschlossen.

Der BDKJ ist Gesellschafter des Fair-Handelshauses gepa und Mitglied in Kampagnen und Organisationen für faire, soziale und ökologische Verantwor-tung. Im Rahmen seiner Mitgliedschaften wird der BDKJ prüfen, welche weite-ren Unternehmen auf Missstände bei ihren Produktionsbedingungen hingewie-sen werden müssen. Bei der Hauptversammlung 2010 wird der BDKJ  den Beschluss zum Boykott erneut prüfen. Die BDKJ-Hauptversammlung, die noch bis Sonntag in Altenberg tagt, ist das höchste Beschluss fassende Gremium des BDKJ. Rund 130 Delegierte aus der ganzen Bundesrepublik nehmen dar-an teil. Der BDKJ ist Dachverband von 15 katholischen Kinder- und Jugend-verbänden mit rund 650 000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen. (Sch) Zeichen: 2731

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