Bundespräsident Horst Köhler empfängt Sternsinger in Schloss Bellevue

Trommelrhythmen im Schneegestöber
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Die Szenerie vor dem Schloss Bellevue wirkte wie bestellt. Dicke Schneeflocken fielen vom Himmel, elf der Lichtenrader Kinder sorgten mit afrikanischen Trommeln für den passenden Klangteppich, der original senegalesische Taxi-Bus war vorgefahren und die zahlreichen Medienvertreter richteten ihre Objektive auf die bunte Kinderschar, die den Bundespräsidenten und dessen Gattin in ihre Mitte genommen hatte. Begleitet von Msgr. Winfried Pilz, Präsident des Kindermissionswerks "Die Sternsinger", und von Pfr. Simon Rapp, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), stiegen Frau und Herr Köhler dann gleich auch in den bunt bemalten Bus aus dem Aktions-Beispielland Senegal. Der Bus ist seit dem 15. September auf Tournee durch Deutschland und wirbt für das Anliegen der Sternsinger. Zahllose Kinder hatten an den 75 Etappenorten ihre Wünsche für die Mädchen und Jungen in der Einen Welt formuliert und in den Bus geklebt. Einige dieser 5.000 Wünsche übergaben Lukas Bischof (12) und Rabea Ceczka (11) im Schloss dem Bundespräsidenten. "Wir wissen, dass Ihnen Kinder sehr wichtig sind", sagte Lukas und Rabea
ergänzte: "Danke, dass Sie uns und den Kindern in Afrika ein Freund und Partner sind."

"Luisa schreibt, dass sie allen Kindern genügend Wasser wünscht, Daniel wünscht sich, dass es für alle genügend Essen gibt, und Meike will, dass jedes Kind zur Schule gehen kann", las Köhler drei der Kinderwünsche vor, die er aus einem großen Behälter voller bunter Zettel gezogen hatte.

Afrika ist nicht nur Armut
Vor dem Einzug ins Schloss hatte Florian Dercks (13) den traditionellen Sternsingersegen "20*C+M+B+10" Christus mansionem benedicat "Christus segne dieses Haus" auf das große Portal von Schloss Bellevue geschrieben. Sein Bruder Sebastian Dercks (15) hatte den Segensspruch aufgesagt. In seiner Ansprache an die Kinder machte der Bundespräsident klar, wie wichtig ihm der Einsatz für die Menschen in Afrika ist. "Es ist wichtig, am Frieden zu arbeiten; auch, indem wir wissen, wie es den Kindern in Afrika geht", lobte Köhler die Kinder für deren gute Vorbereitung auf das Beispielland Senegal.  
"Afrika ist mehr als nur Armut. Afrika, das sind auch Dichter, Maler und erfolgreiche Sportler", warb er zudem dafür, den Kontinent nicht nur eindimensional zu betrachten. "Es ist auch so, dass in Deutschland nicht alles perfekt ist. Auch bei uns gibt es Armut, und da müssen wir dran arbeiten, dass es aufhört", so Köhler weiter. "Und deshalb ist es so wichtig, dass ihr mit eurer Aktion aufmerksam macht, dass es anderen Kindern in der Welt eben noch schlechter geht."

Nach der Ansprache des Bundespräsidenten nahm Teresa Dercks (9) dessen persönliche Spende entgegen, mit der der Bundespräsident ein Projekt für arbeitende Mädchen in Dakar unterstützt. Die meist nicht einmal 14 Jahre alten Mädchen müssen ihren Lebensunterhalt als Wäscherinnen, Hausmädchen oder Straßenhändlerinnen verdienen oft unter schwierigsten, ausbeuterischen Bedingungen. In der Einrichtung im Senegal, dem Beispielland der aktuellen Aktion Dreikönigssingen, lernen die Mädchen in einem neunmonatigen Ausbildungskurs unter anderem, was faire Arbeitsbedingungen bedeuten und welche Rechte sie gegenüber ihren Arbeitgebern durchsetzen können.

"Macht ihr gerne mit bei den Sternsingern?" Zum Abschluss des Empfangs nahm sich der Bundespräsident traditionell noch Zeit für die Fragen der Mädchen und Jungen. Aber eine Frage hatte auch er. "Macht ihr gerne mit bei den Sternsingern?", fragte Horst Köhler. Ein vielstimmiges und überzeugendes "Ja" schallte ihm aus 40 Königskehlen entgegen. Bereits zum sechsten Mal empfing der Bundespräsident eine Sternsinger-Delegation in der Hauptstadt, die die 500.000 Mädchen und Jungen vertritt, die sich in diesen Tagen überall in Deutschland auf den Weg zu den Menschen machen und Spenden für Not leidende Kinder in aller Welt sammeln. 2005 waren Sternsinger aus dem Erzbistum Köln eingeladen, 2006 eine Gruppe aus dem Bistum Görlitz,
2007 Sternsinger aus dem Erzbistum Bamberg, 2008 Mädchen und Jungen aus dem Bistum Speyer und 2009 Sternsinger aus dem Bistum Hildesheim.

Mehr als 690 Millionen Euro, mehr als 56.300 Projekte Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). 

Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Mehr als 690 Millionen Euro wurden seither gesammelt, über 56.300 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 51. Aktion zum Jahresbeginn 2009 sammelten die Mädchen und Jungen aus 12.087 Pfarrgemeinden 39,6 Millionen Euro. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, der Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Rehabilitation sowie Nothilfe. (DKS-Nr. 03 / 2010 Röm)

Hinweis an die Redaktionen: Fotos sowie einen Hörfunkbeitrag zum Empfang bieten wir auf unserer Website www.sternsinger.de zum Download an.

Zum Termin im Schloss Bellevue haben wir zudem einen nachrichtlichen Web-TV Beitrag produziert. Sie können den Beitrag auf unserer Website  www.sternsinger.de/filme ansehen und downloaden. Der Beitrag steht dort im Flash-Format und als Movie-Quicktime-Datei im h.264 Codec zur Verfügung. Sie können den Film zudem als Youtube-Video in Ihre Website einbinden: www.youtube.com/SternsingerVideo

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