Besseres Image, mehr VernetzungKatholische Jugendverbände ziehen Fazit aus Sinus-Milieustudie.

Altenberg (Odenthal), 17. Mai. Ein besseres Image und mehr Vernetzung: Mit Ansagen für die Zukunft katholischer Jugendarbeit in Deutschland hat der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) heute seine Hauptversammlung in Altenberg beendet. In einem
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Ein Ergebnis der Studie ist, dass sich bestimmte junge Menschen eher kurzzeitig an eine Organisation binden wollen. Die Jugendverbände machen sich jetzt auf die Suche nach neuen Formen von zeitlich begrenztem und projektorientiertem Engagement. „Die 72-Stunden-Aktion ist ein gutes Beispiel dafür. Die Jugendverbände werden Ideen entwickeln, um ihre Grundlagen und Ziele zeitgemäß, kreativ und milieuorientiert umzusetzen“, so Tänzler. 

Für ein besseres Bild der Kirche

„Junge Menschen nehmen Kirche entweder gar nicht oder erschreckend negativ wahr“, fasst Tänzler ein zentrales Studienergebnis zusammen. Dabei hänge die Wahrnehmung kirchlicher Jugendarbeit untrennbar mit der der Kirche im Ganzen zusammen. Tänzler: „Vom Papst bis zur Gruppenleiterin in der Gemeinde: Wir alle müssen nachhaltig an der Verbesserung des Images arbeiten.“

Zudem fordern die katholischen Jugendverbände eine abgestimmte Vernetzung der gesamten katholischen Jugendarbeit in Deutschland. „Es gibt unterschiedliche Akteure in der katholischen Jugendarbeit. Aber nicht jeder kann und soll alles tun. Wir brauchen eine Art  ,Thinktank’ für die katholische Jugendarbeit in Deutschland“, so Tänzler. Der BDKJ bittet die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz diese Arbeitsgruppe gemeinsam mit den Jugendverbänden einzurichten.

Die katholischen Jugendverbände wollen selbst ihr Personal stärker an der Milieuvielfalt junger Menschen orientieren. „Es reicht nicht, sich über Milieus zu unterhalten. Wir werden stärker auf junge Menschen aus uns noch nicht so bekannten Gruppen zugehen“, so Tänzler.

Mehr Freiraum für Experimente

Des Weiteren bräuchte die katholische Jugendarbeit mehr Freiräume für Experimente. „Wer Jugendliche ernst nehmen will, muss ihnen vorraussetzunglos Räumlichkeiten in Gemeinden, Dekanaten und Bistümern überlassen – auch Kirchen“, so Tänzler. Neue Angebote müssten vor allem kirchen-fernstehenden Jugendlichen niedrigschwellige Kontakte ermöglichen.

Zugleich fordern die Jugendverbände die kirchlichen Verantwortlichen in den Bistümern dazu auf, ihre Arbeit an der Lebenswirklichkeit junger Menschen auszurichten. „Nicht nur wir müssen wissen, wie Jugendlichen ticken. Auch die Entscheidungstragenden.“ Bischöfe und Priester, Frauen und Männer in den pastoralen Diensten, sowie in den Räten und Verbänden der katholischen Kirche in Deutschland müssten sich mehr und aktiv mit den Lebenswelten junger Menschen beschäftigen.

Als höchstes Beschluss fassendes Gremium trifft die BDKJ-Hauptversammlung ein Mal jährlich grundlegende Entscheidungen für die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft. Dabei vertreten rund 120 Delegierte der BDKJ-Mitglieds- und Diözesanverbänden aus ganz Deutschland die rund 650.000 Mitglieder in den katholischen Jugendverbänden.  

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, mobil: 0178 7956099, pressebdkjde

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