Besser als alle Reden im Parlament:Sternsinger begeistern bei ihrer Premiere im Europaparlament

Straßburg. „Der Gesang der Kinder ist besser als alle Reden im Parlament!“ Mit einem Augenzwinkern kommentierte ein begeisterter Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering (CDU) den Premierenauftritt von 32 Sternsingern im Europaparlament in Straßburg

In Straßburg vertraten eine Gruppe aus dem elsässischen Westhoffen sowie Sternsinger aus Seelbach-Wittelbach (St. Nikolaus und St. Peter und Paul) und aus Villingen (Heilig Kreuz, beides Erzbistum Freiburg) die 500.000 Mädchen und Jungen, die in den zurückliegenden Tagen ihre 50. Aktion Dreikönigssingen feierten durften. Pfarrer Andreas Mauritz, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), verwies in seinem Grußwort auf die Internationalität des Dreikönigssingens: „Das Sternsingen hat von Anfang nicht an nationalen Grenzen halt gemacht. Begonnen hat die Aktion in Österreich. In Deutschland setzten sich die Sternsinger in diesem Jahr zum 50. Mal, also seit 1959, für Kinder und Jugendliche in Entwicklungsländern ein. Inzwischen gibt es die Sternsinger in vielen anderen Ländern: zum Beispiel in Schweden, England oder Italien.“ Und weiter machte Pfr. Mauritz deutlich: „Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage: Die Sternsinger sind eine europäische Bewegung! Sie kommen, um Grenzen zu überschreiten, und verwirklichen konkret Ziele der Europäischen Union: Sie setzen sich über alle Grenzen hinweg für eine solidarische und gerechte Welt ein.“

Einsatz für Chancengleichheit
Den Parlamentariern, die dem Empfang beiwohnten, gab der BDKJ-Bundespräses noch eine weitere Botschaft mit auf den Weg: „Die Europäische Union spielt heute für die Gerechtigkeit in der Einen Welt eine bedeutende Rolle. Zum Beispiel haben die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union große Macht, wenn es darum geht, Regeln für den Welthandel festzulegen. Und von diesen Regeln hängt es für die Menschen in den armen Ländern zum großen Teil ab, ob sie das, was sie produzieren, auch verkaufen können, ob sie dadurch wiederum genug zu essen haben, ihre Kinder zur Schule gehen können, sie Zugang zu Trinkwasser haben und ein menschenwürdiges Leben führen können.“  Mauritz bat darum, „das Engagement der Sternsinger zu unterstützen“, indem die Parlamentarier „sich für gleiche Chancen und gerechte Bedingungen im Welthandel einsetzen.“ Abschließend dankte Pfr. Mauritz auch den Repräsentanten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) mit dem Generalsekretär Prälat Noël Treanor, auf deren Initiative der Empfang organisiert wurde.

Eintrag ins goldene Buch
Natalie Liess (13) und Vanessa Rösch (10), Sternsinger aus Seelbach-Wittelbach, machten mit einer kleinen Botschaft deutlich, in welchen Bereichen sich die Sternsinger für die Kinder in der Einen Welt engagieren. Dabei setzten sie einen Stern aus Olivenholz zusammen. Sara Flaig (10), Andreas Prestele (11), Paul Kretschmer (11) und Anja Wewior (7) aus Villingen trugen schließlich den Segenstext vor und schrieben den Sternsingersegen „20*C+M+B+08“ auf  eine Tafel, die zukünftig einen Platz in den Büroräumen des Präsidenten finden wird. Wegen der besonderen Architektur des Parlamentsgebäudes in Straßburg konnte die althergebrachte Tradition, den Segen auf den Türsturz zu schreiben, nicht in die Tat umgesetzt werden.

Msgr. Winfried Pilz, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, bedankte sich im Namen der bundesweiten Träger des Dreikönigssingens für den ersten Empfang „auf europäischer Ebene“. Als Geschenk übergab er den achtzackigen Olivenholzstern aus Betlehem. „Wir als Erwachsene müssen dem Blick der Kinder immer standhalten. Dieser Blick ist eine Verpflichtung, dass wir die Erde immer so erhalten, dass wir alle darin leben können“, so Msgr. Pilz. Gemeinsam mit vier Sternsingern und Pfr. Mauritz trug er sich anschließend in das goldene Buch des Parlaments ein. (röm)

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