BDKJ fordert Ausbau der Freiwilligendienste, lehnt aber ein eigenes Bundesamt dafür ab.

Weniger Zivis, mehr Freiwillige
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"Für junge Männer, die sich danach nicht weiter verpflichten wollen, wird der Wehrdienst nach sechs Monaten häufig zum Gammeldienst. Eine kürzere, aber dafür gute Ausbildungszeit ist sicher im Interesse junger Menschen", so Rapp. Allerdings sei fraglich, ob eine nur halbjährige Ausbildung der Lebensperspektive junger Menschen gerecht werde. "Deswegen fordern wir alle Beteiligten auf zu prüfen, ob eine dermaßen kurze Wehrpflicht überhaupt noch sinnvoll ist oder ob sie nicht ganz ausgesetzt werden sollte."

Dabei seien Freiwilligendienste wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) kein Ersatz, aber eine gute Alternative. "Das FSJ ist, anders als der Zivildienst, ein einjähriger Lerndienst und damit wesentlich sinnvoller für junge Menschen, soziale Einrichtungen und unsere Gesellschaft. Allerdings ist er freiwillig - und das muss er auch bleiben." Dennoch kann sich der BDKJ vorstellen, wegfallende Zivildienststellen in FSJ-Plätze umzuwandeln.

Generell müsse die Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen für das FSJ schaffen. Derzeit gibt es nicht genug Plätze für die vielen Bewerberinnen und Bewerber. "Wir brauchen erstens mehr Geld für mehr Stellen. Zweitens müssen die Freiwilligendienste endlich von der Umsatzsteuer befreit werden", so Rapp. Zudem müssten mehr Anreize für Freiwilligendienste geschaffen werden. "Zum Beispiel mit Bildungsgutscheinen könnte die Gesellschaft das honorieren, was junge Menschen für sie leisten."

Entschieden lehnt der BDKJ jegliche Form staatlicher Steuerung ab. "Es darf kein Bundesamt für Freiwilligendienste geben. Das ist nicht Aufgabe des Staates. Das können zivilgesellschaftliche Akteure, wie wir als Träger des FSJ, selber."

Über katholische Träger wie den BDKJ und den Caritasverband leisten jedes Jahr 4.400 Jugendliche einen Freiwilligendienst. Der BDKJ ist Dachverband von 16 katholischen Jugendverbänden  und -organisationen mit rund 650.000 Mitgliedern. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen in Politik, Kirche und Gesellschaft. (mik)

Pressekontakt: Michael Kreuzfelder, Tel. 0211/4693155, mobil: 01787956099.

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