Arbeitsministerium gefährdet Integration JugendlicherKatholische Initiative kritisiert Streichung von Angeboten

Düsseldorf, 15. Dezember. Für jugendliche Hartz-4-Empfänger könnte es bald noch schlimmer kommen: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales weist Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende an, so genannte weitere Leistungen stark einzuschrä

Darin sieht die Initiative des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) den Willen des Gesetzgebers nach flexiblen, effizienten und sachge-rechten Eingliederungshilfen konterkariert und fordert die Rücknahme dieser Weisung. „Die Anwendung würde das Aus für viele gute, vor Ort entwickelte Eingliederungsleistungen bedeuten, die für die Zielgruppe des SGB II maßge-schneiderte Lösungsansätze bieten“, so afa-Geschäftsführer Ludger Urbic. Zur gleichen Ansicht komme auch die Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Bundesländer in einem aktuellen Positionspapier.

Die Weisung wird sich aus Sicht des afa besonders auf arbeitslose Jugendli-che auswirken, denen von Jobcentern ein unverzügliches, geeignetes Angebot zur beruflichen Integration zusteht. Neben den Regelmaßnahmen werden der-zeit viele individuell abgestimmte Integrationsleistungen in Zusammenarbeit mit Trägern der Jugendberufshilfe entwickelt und realisiert. Urbic: „Der Vorgabe des Gesetzgebers nach Fördern und Fordern kann ohne diese flexibel einsetz-baren Eingliederungsleistungen nicht Rechnung getragen werden.“

„Die Anordnung würde auch dazu führen, dass nicht mehr der beste, sondern der günstigste Anbieter den Zuschlag erhält“, so Urbic. Deshalb fordert der afa die Verantwortlichen auf, sich für den Erhalt der bewährten Praxis einer regio-nal und kommunal gestalteten Arbeitsmarktpolitik einzusetzen. „Erfolgreiche Angebote dürfen nicht einem Rechtstreit geopfert werden. Die Integration Be-nachteiligter muss handlungsleitendes Prinzip der Entscheidungen sein“, for-dert Urbic.

Der „arbeit für alle e.V.“ ist eine Initiative des BDKJ und bundesweites Netz-werk von Einrichtungen der Jugendberufshilfe. Er vertritt die Interessen be-nachteiligter Jugendlicher.

Diesen Artikel teilen auf