„Alle sind dabei, ein großes Fest vorzubereiten“

Pressekonferenz zur Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen
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Auch die Neumarkter Sternsinger Leonie, Hannah, Louis und Christoph (von links) freuen sich auf die bundesweite Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen in ihrer Heimatstadt (Foto: Kindermissionswerk)

Neumarkt in der Oberpfalz.  „Die bundesweite Eröffnung der 59. Aktion Dreikönigssingen ist ein großes Ereignis für unser Bistum, und ich bin stolz, dass wir zum ersten Mal Gastgeber sind“, freute sich Dr. Gregor Maria Hanke, Bischof von Eichstätt, am Dienstag vor Medienvertretern in Neumarkt in der Oberpfalz.  1.800 Sternsinger sind inzwischen zu der Premiere angemeldet, womit alle Erwartungen der Organisatoren bereits weit übertroffen wurden. „Es ist eine unglaubliche Resonanz in der Stadt Neumarkt. Alle sind dabei, ein großes Fest vorzubereiten“, so der Bischof weiter. Und die Begeisterung in der Oberpfalz ist sicht- und schmeckbar: Sternsinger werben auf Plakatwänden für das Großereignis, und in den Altstadtbäckereien werden eigens gebackene „Neumarkter Königstaler“ zugunsten von Sternsinger-Projekten in Kenia verkauft.
 
„Im Bistum Eichstätt haben wir traditionell ganz starke weltkirchliche Bezüge mit vielen Partnerschaften“, ordnete Bischof Hanke das Engagement der zahlreichen kleinen und großen Könige in seinem Bistum ein. „Das Sternsingen ist durch diese weltkirchlichen Bezüge bei uns eine echte Jugendbewegung. Für die Kinder und Jugendlichen ist es ein Zuwachs an Sozialkompetenz, wenn sie lernen, wie wichtig es ist, sich für andere einzusetzen.“ Die Begeisterung des Bischofs für die gute Sache ließ er auch die vier Sternsinger Tobias (11), Philipp (12), Sophia (12) und Magdalena (14) aus der Gemeinde St. Helena in Neumarkt spüren, die bei der Pressekonferenz im historischen Rathaus mit dabei waren. „Respekt, dass Ihr heute darauf verzichtet, Hausaufgaben zu machen“, lobte der Bischof die Vierergruppe scherzhaft für den selbstlosen Einsatz am Dienstagnachmittag. Das dahinter steckende, ehrliche Lob von Bischof Hanke hatten die Sternsinger natürlich längst durch ihr verschmitztes Grinsen quittiert.
 
„Gemeinsam für Gottes Schöpfung“
Unterwegs sind die Sternsinger rund um den kommenden Jahreswechsel überall in Deutschland mit einer besonderen Botschaft. Unter dem Leitwort „Segen bringe, Segen sein. Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit!“ machen sie auf die weltweiten Folgen und Gefahren des Klimawandels aufmerksam. „Unsere Erde ist durch den Klimawandel bedroht, nicht erst seit heute oder gestern. Am härtesten sind von den Folgen die Menschen betroffen, die am wenigsten zu dessen Ursachen beitragen. Dazu gehören die Menschen in Kenia, aber auch in vielen anderen Teilen unserer Erde. Die Bewahrung von Gottes Schöpfung ist christlicher Auftrag“, machte Prälat Dr. Klaus Krämer deutlich, warum sich die Sternsinger bei ihrer aktuellen Aktion mit dem Klima beschäftigen. Dass sich Kinder auch einem solch politischen Thema widmen können, ist für den Präsidenten des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’ eindeutig: „Wenn die Sternsinger unterwegs zu den Menschen sind und dabei auch die Botschaft verbreiten, wie wichtig ein sorgsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen ist, dann ist das eine lebendige und auch altersgerechte Form von Politik. Im Kindermissionswerk verstehen wir uns auch als Anwälte für Kinder in aller Welt, also müssen wir auch unsere Stimme erheben, wenn es darum geht, die Lebensgrundlagen von Mädchen und Jungen überall auf dem Globus zu sichern.“ Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), schloss sich an: „Kinder und Jugendliche haben einen sehr unverstellten Blick auf die Natur und damit auf die Schöpfung. Sie lassen sich faszinieren von all dem, was um sie herum passiert, wollen erforschen, wie etwas funktioniert oder zusammenhängt. Von daher können sie verstehen, dass unsere Art und Weise zu leben sogar Auswirkungen auf eine Region hat, die viele tausend Kilometer entfernt ist. Außerdem sind Kinder solidarisch, denn sie berührt es, wenn es anderen Kindern und deren Familien nicht gut geht. Kinder und Jugendliche finden sich nicht so einfach mit den Folgen des Klimawandels und anderen Ungerechtigkeiten ab, sondern wollen eine Veränderung zum Guten bewirken.“

Kirchliche Partnerschaften in aller Welt
Die vielfältigen kirchlichen Partnerschaften des Bistums Eichstätt in aller Welt stellte anschließend Domkapitular Prälat Dr. Christoph Kühn vor. „Solidarisch zu sein in aller Welt, das ist ein Leitbild für unser Handeln“, so der Beauftragte für die Angelegenheiten der Weltkirche. Im indischen Poona, in Burundi, in der Tschechischen Republik gibt es Partner, mit Diözesen in der Ukraine und in Kuba arbeitet man zusammen, und Einzelpartnerschaften und Kooperationen der vielen aktiven Verbände runden das Engagement ab. „Die bundesweite Eröffnung der Sternsingeraktion fügt sich hier perfekt ein“, so Domkapitular Kühn.
 
Sarah Hairbucher, Ministrantenreferentin im Bistum Eichstätt, freute sich für das große Vorbereitungsteam besonders über die unerwartet hohe Zahl an Anmeldungen . Die 1.800 Sternsinger aus rund 100 Pfarrgruppen kommen vornehmlich aus dem Gastgeberbistum. Zudem kommen am 29. Dezember Gruppen aus den neun (Erz-)Bistümern Regensburg, Speyer, Mainz, Rottenburg-Stuttgart, Passau, Augsburg, Paderborn, Würzburg und Bamberg nach Neumarkt. Die Eröffnung beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst im Neumarkter Münster St. Johannes mit  Ortsbischof Dr. Gregor Maria Hanke, dem Passauer Bischof Dr. Stefan Oster, dem Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und Bischof Dr. Thomas Dabre aus der Eichstätter Partnerdiözese Poona in Indien. Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, und Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), übernehmen die feierliche Aussendung der Sternsinger. Um 12.00 Uhr startet der Zug der Königinnen und Könige durch die Innenstadt. Station macht dieser auch am Rathaus, wo die Sternsinger gegen 12.15 Uhr ihre Segenswünsche vortragen werden. Um 13.00 Uhr treffen die zahlreichen kleinen und großen Könige in den Jurahallen ein. Dort startet um 13.30 Uhr ein buntes Fest für die Sternsinger.
 
1.800 Sternsinger, 120 Helferinnen und Helfer
Im Bistum Eichstätt bereiten das Referat Weltkirche, das Bischöfliche Jugendamt, das Referat Ministrantenpastoral und Jugendspiritualität, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, Diözesanverband Eichstätt, sowie die Verantwortlichen für die katholische Jugendarbeit in der Region Neumarkt die Eröffnung vor. Zum Gelingen der Veranstaltung tragen rund 120 hauptberufliche und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus den Pfarrgemeinden des Bistums, den Mitgliedsverbänden des BDKJ im Bistum Eichstätt, Ministrantinnen und Ministranten sowie Helfende und Mitarbeitende aus dem bischöflichen Ordinariat und dem Bischöflichen Jugendamt bei.
 
Rund 994 Millionen Euro, mehr als 70.100 Projekte
Bundesweite Träger der Aktion Dreikönigssingen sind das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Seit ihrem Start 1959 hat sich die Aktion zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Rund 994 Millionen Euro wurden seither gesammelt, mehr als 70.100 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Bei der 58. Aktion zum Jahresbeginn 2016 hatten die Mädchen und Jungen aus 10.282 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten mehr als 46,2 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe.

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