Aachen: "Kirche muss sich verändern"

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In dieser Studie werden die Lebenswelten von 14- bis 17-jährigen Jugendlichen in Deutschland untersucht. Die Studie zeigt eine große Vielfalt von Lebenswelten, belegt eine starke Ausgrenzung von Jugendlichen aus prekären Lebensverhältnissen und macht deutlich, dass für einen Großteil der Jugend Kirche keine Rolle mehr spielt. Die katholischen Jugendverbände diskutierten intensiv über den Umgang mit diesen Ergebnissen.

Wie müssen unsere Angebote und unsere Werbung aussehen, um Jugendliche heute zu erreichen? In welchem Umfang sind junge Menschen heute überhaupt noch zu langfristigem Engagement bereit? In welche Worte können wir unseren Glauben fassen, um ihn Jugendlichen vermitteln zu können? Mit diesen und ähnlichen Fragen befassten sich am Wochenende vom 23. bis 24. Juni die rund 50 Delegierten der katholischen Jugendverbände auf ihrer jährlichen Versammlung. Grundlage war die neu erschienene Sinus-Studie „Wie ticken Jugendliche 2012?“

Kirche muss sich auf die Jugendlichen zubewegen

„Die Studie zeigt, dass die Institution Kirche sich aus den Lebenswelten der meisten Kindern und Jugendlichen verabschiedet hat“, sagt Gesa Zollinger, BDKJ-Diözesanvorsitzende in Aachen. Beispielsweise ist die Sprache der Kirche für die meisten jungen Menschen heute nicht mehr verständlich. „Deshalb müssen sich die katholischen Jugendverbände und die Kirche insgesamt weiterentwickeln, um anschlussfähig an die Lebenswelten von Jugendlichen zu bleiben“, erklärt Zollinger.

Zukunftswerkstatt für die Weiterentwicklung der Kirche

Im Dialogprozess mit dem Bischof wollen die katholischen Jugendverbände Impulse setzen für die Weiterentwicklung der Kirche. Deshalb haben sie auf der Diözesanversammlung einstimmig beschlossen, eine Zukunftswerkstatt einzurichten. Dort wollen sie mit Bistumsvertretern diskutieren, wie Kirche sich verändern kann, um junge Menschen anzusprechen. Laut der Sinus-Jugendstudie stehen junge Menschen heute unter einem enormen Leistungsdruck, und insbesondere benachteiligte Jugendliche erleben eine starke Ausgrenzung und Entsolidarisierung. Gerade für sie sollte Kirche ein Ort sein, der ihnen Anerkennung und Orientierung bietet.

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